Die Bedeutung Ostroms für die Christenheit!

Dieses Thema im Forum "Das Byzantinische Reich" wurde erstellt von Seldschuk, 31. Mai 2008.

  1. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Aber die Ikonen hat man doch behalten? Die Ikonen die heute eine orthodoxe Kirche schmücken sind typisch für die östliche Kirche!
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast


    Nein, genau die hat man damals zerstört, wenn ich nicht ganz falsch informiert bin.
    Erst später wurden sie wieder eingeführt.
     
  3. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Ikonen malt man seit dem 6. Jahrhundert
    Unter Leo III wurde der allergrößte Teil seit 726 zerstört.
    Unter Leo V wiederholte sich diese Ikoklasie noch einmal (um 813-843)

    Es sind heute nur noch sehr wenige Ikonen aus dem 6. oder 7.Jh. erhalten, meist aus Ägypten oder Zypern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juli 2008
  4. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Dass der Bilderstreit während der Belagerung begonnen haben soll, passt irgendwie nicht. Nach Lexikon des Mittelalters begann der Bilderstreit erst 726, so auch die RGG. Wenn das zutrifft, ging das Bilderverbot des Kalifen (723) dem des Kaisers voraus (730).
     
  5. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Genau, ich hatte 2 Minuten vorher auch schon oben nachgebessert. Leos III. Bildersturm begann auch sehr vorsichtig, mit dem Entfernen der Ikonen aus dem kaiserlichen Bereich. Erst nach 730 eskalierte sich die Angelegenheit...
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es wurden ja nicht alle Ikonen zerstört, da nicht alle orthodoxen Christen dem Ikonoklasmus verfallen waren. Ikonen gelten auch z.T. deshalb als besonders heilig, weil sie angeblich abgepauste Originalportraits sind.

    Was die Datierung angeht: Mein Fehler. Ich habe die Inthronisation Leos III. mit dem Beginn des byzantinischen Bilderstreits gleichgesetzt.

    Letztlich ändert das nichts an meiner Aussage. Um aber die Zerstörung er Ikonen Byzanz' durch eine letztlich damals nicht geschehene Eroberung durch die Araber auszuschließen, erinnere ich an den gesamten syropalästinensischen und nordafrikanischen Raum, der ja, teilchristianisiert war bevor er islamisiert und arabisiert wurde. Sofern ich das überblicken kann, wurden die Kirchen in Ruhe gelassen. Man denke nur an 'Umar ibn al-Ḫaṭṭāb und dessen Bündnis mit dem Patriarchen von Jerusalem, Soforinius (Google 0 Treffer, wie kann das sein??? Auch mit Soforinios). Im Hof der Umayyadenmoschee in Damaskus kann man noch heute die Mosaike der spätantiken Basilika bewundern. Man befand es auch nach Einrichtung der Moschee nicht für notwendig diese Mosaiken zu zerstören, obwohl sie Bilder von Lebewesen zeigten, weil die Gefahr, dass die Muslime sich beim Gebet vor diesen Wesen verneigen könnten, nicht bestand.
    In den Bädern des Qusayr al-'Amra, eines Lustschlosses der Umayyaden im heutigen Jordanien fand man Fresken mit Portraits besiegter Könige (angeblich auch des Westgotenkönigs Roderich, was ein Mitarbeiter des Museums für islamische Kunst in Berlin (im Pergamommuseum), wo die Fresken heute lagern, mir per e-Mail aber verneinte).

    Die Umayyaden waren also, abschließend betrachtet - keine grundsätzlichen Bilderfeinde. Ja selbst byzantinische Kaisermünzen kopierten sie und stellten Kalifen auf ihren Dirham oder Fulūs dar.
     

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