Die Fürsten lebten im Luxus, die Bauern mussten darben!

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von simplicissimus, 28. November 2008.

  1. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    Und schon wieder OT ('tschuldigung)

    We are not amused :rofl:
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Eine Anlage habe ich noch vergessen.

    Fantaisie wurde in den 1760ern für die Tochter der Markgräfin Wilhelmine errichtet. Die Herzogin Elisabeth Frederike Sophie von Württemberg hatte sich schon früh mit ihrem Gemahl überworfen, durfte aber in Bayreuth wohnen. Fantaisie ist ein Schloss mit Park unweit Bayreuth.
     
  3. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Kennst Du das Buch schon? The Handbook of British Regiments - Google Buchsuche

    Frage: Wie war das mit einem eigenen Thread? Stoff hätten wir ja mehr als genug!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. März 2009
  4. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    Geschehen. :winke: Läuft unter 'Britische Armee, Uniformen, Textilien und Färbtechniken' im Unterforum 'Westeuropa', aber ich hab' die Einschränkung auf die Briten relativiert. :red:
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Neue Fakten(?) oder Ansichten

    Ich habe eher zufällig noch ein paar Hinweise zu dem Thema Verschwendung für Hofhaltung etc. gefunden.

    Bei Moser fand ich etwas über den damaligen Umgang mit den Verfehlungen der Hochadeligen, hier allerdings ausschließlich der regierenden Fürsten in Deutschland.

    *

    Demnach verziehen die Untertanen viel und gern - zumindest in Deutschland. Auffielen eher die Ausnahmen, die Verschwender und wenig tugendhaften, die ihre Mätressen hatten und weder gut regierten noch das Geld zusammenhielten. Manchmal kann auch nur einer der Aspekte gezogen sein. Jedenfalls fällt auf, dass Beinamen wie "Der wilde Markgraf" (Karl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach) eher die Zügellosigkeit der damit beehrten hervorhoben und eher Ausnahmeerscheinungen zugedacht wurden. Der zwar auch gern prunkende Friedrich I. bspw. wurde eher liebevoll, wie mir scheint, schlicht "der schiefe Fritz" genannt.
    Und in der Tat den Eindruck von Moser habe auch ich.

    Auf der anderen Seite war es auch wirklich so, dass wohl nur der kleinere Teil der Höfe in Deutschland jene aufwendige Hofhaltung betrieben, welche hier simplicissimus im Eingangsbeitrag scheinbar tadeln wollte. Dass die Einkünfte der Staaten zu einer opulenten Hofhaltung oder auch nur zu einem halbwegs nennenswerten Hofstaat hinreichten war eher die Ausnahme.** Der große Aufwand war den aufstrebenden Höfen/Staaten vorbehalten, welche wirklich oder zumindest scheinbar Macht und Einfluss an der Wende vom 17. zum 18. Jh. auszubauen vermochten.*** Für Letzteres ist sicherlich der kursächsische Hof an der Jahrhundertwende zu nennen, welcher enorme Ausgaben für den Erwerb der polnischen Krone und die Verherrlichung und Repräsentation dieses "Gewinns" aufzubringen hatte.****

    *****

    Prof. Dr. Ute Daniel gelingt es zu widerlegen, dass alle Höfe überhaupt danach strebten dem Hofe des Sonnenkönigs nachzustreben. Die an sich hervorragende Leistung von Norbert Elias auf dem Gebiet wirke sich durch die in Folge eingetretene Reduzierung der Wirkung des Hofes des Sonnenkönigs eher kontraproduktiv aus.
    Vielmehr habe der Adel in Deutschland durchaus ein Gespür dafür gehabt, was möglich war. So empfahl der Graf von Aldenburg 1732 seinem Schwiegersohn in spe:
    ******

    In seinem "Der Herr und der Diener" führt Moser 3 interessante Punkte aus:
    1. Gerade in Deutschland sei die Gelegenheit für einen Fürsten besonders groß aufgrund der Verfassung des Landes gut zu regieren.*******
    2. Im Grunde sind die nachgeborenen Prinzen weniger ein Problem als die Prinzen, welche in ihrem Leben bisweilen soviel verzehrten wie eine Mätresse des Landesfürsten in einem Jahr. ********
    3. Es sei ein Nachteil, dass die nachgeborenen Prinzen in aller Regel an der Regierung nicht beteiligt würden (er führt aber auch Ausnahmen seiner Zeit auf). Diese Entwicklung beruhe auf der Änderung des Erbrechts(in der Tat gab es die letzten großen Zerstückelungen in Sekundogenituren in der zweiten Hälfte des 17. Jh. in Sachsen-Gotha und Kursachsen (unter den Söhnen Ernst I. bzw. Johann Georg I.)). Dass diese Prinzen wenn sie nicht mit Soldaten spielten, keine Rolle politisch einnahmen, dennoch aber versorgt werden müssten, stelle eine Verschwendung für den Staat dar. Einige, so lässt Moser durchscheinen, verbrächten die Zeit nur mit Zeitvertreib, dürften aber andererseits auch nicht Heiraten um die zu ernährende fürstliche Familie nicht noch mehr zu vemehren... *********

    Literatur und Quellen:
    * "Der Herr und der Diener geschildert mit Patriotischer Freyheit" - Franckfurt - verlegt von Johann August Raspe - 1759 - Friderich Carl von Moser
    S. 21-22

    ** Marcus Ventzke (Hrsg.): "Hofkultur und aufklärerische Reformen in Thüringen - Die Bedeutung des Hofes im späten 18.Jahrhundert" Böhlau, Wien - Weimar - Köln, 2002
    Hier: Prof. Dr. Ute Daniel: "Höfe und Aufklärung in Deutschland"
    S. 20-21

    *** ebenda S. 21

    **** Siehe vor allem: Jutta Bäumel: "Auf dem Weg zum Thron - Die Krönungsreise Augusts des Starken" Hellerau-Verlag, Dresden, 1997

    ***** Ute Daniel: "Höfe und Aufklärung in Deutschland" (wie oben)
    S. 19

    ****** ebenda zitiert
    S. 20

    ******* F.C. Moser: "Der Herr und der Diener..." (1759)
    S. 22-23

    ******** ebenda
    S. 40


    ********* ebenda
    S. 35 ff
     

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