Die Galeassen von Lepanto

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Galeotto, 19. Februar 2009.

  1. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Du hast sicher Recht ,dass sich das Agieren der Soldaten bei diesen beengten Platzverhältnissen nur schwer vorstellen lässt. Der Mittelgang, die Corsia war bei einer Galeere nur 80 cm breit und ausschließlich den Aufsehern und der Segelbesatzung vorbehalten. Bei einer Galeasse war die Corsia knapp 2m breit und höher gelegen, so dass auch Arkebusen-und Armbrustschützen darauf Platz fanden. Die beiden Laufgänge an den Bordseiten boten nur Platz für einen Mann in der Lücke ,zwischen den Riemen. Dort hockten die Soldaten auch wärend der Marschfahrt auf ihren Kleidersäcken. Mitten in der Schlacht war es sicher nicht mehr möglich Kommandos an die Geschützbesatzungen zu geben. Hatte die Galeasse ihren festen Platz vor der Front gefunden, so krochen die Ruderer unter die Bänke und man konnte noch Planken darüber legen, um eine größere Fläche für die Söldner zu erhalten. Der größte Teil der kämpfenden Mannschaft befand sich aber auf dem Bugkastell.
    Bei diesem Ausschnitt des Lepantogemäldes sind einige Galeassen zu sehen (die Dreimaster). Auf dem Schiff vorn rechts sind die Riemen waagerecht festgelegt . Man sieht eine große Anzahl von Söldnern an den Borden. Ich nehme an, dass über die Riemen Planken gelegt sind. Leider kann man durch den Pulverdampf die Corsia nicht sehen. Auch Bug-und Heckkastelle sind mit Männern vollgestopft.

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    Galeeren waren nicht für den Krieg mit Feuerwaffen gebaut ,sondern für den Enterkampf. Ein klassisches Galeerengefecht lief folgendermaßen ab: zuerst schossen sie ihre Bugkanonen, teilweise mit Eisenschrottladungen ab, um möglichst viele Gegner außer Gefecht zu setzen. Dann versuchte man mit dem Sporn(Sperone) den Gegner zu rammen. War das erfolgreich geschehen, warf man Seile mit Haken und Ankern(Wurfdraggen) und vertäute beide Schiffe miteinander ,Der Sporn diente dann als Enterbrücke. Die Plattformen am Bug(Rembada) wurde zur Gefechtsplattform für den Kampf Mann gegen Mann. Das Versenken des Gegners war nicht das vorrangige Ziel, da man das Schiff erbeuten wollte und Gefangene als Sklaven für die Ruderbänke gebraucht wurden.
    Die Osmanen waren bei der Seeschlacht von Lepanto auf diese Kampftaktik eingestellt und hatten weniger Wert auf die Artillerie gelegt, was sich als verhängnisvoll für sie erwies.

    Brissotin, Filme in denen Galeassen vorkommen, kenne ich keine, gibt es wahrscheinlich auch keine, leider. Mich wundert es ohnehin, dass mit den heutigen Mitteln (Computergrafik) noch kein Filmproduzent, einen Spielfilm über die Lepantoschlacht in Angriff genommen hat.
     
  2. Legat

    Legat Aktives Mitglied

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  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    @ Galeotto
    Das hast Du aber sehr anschaulich erklärt. Jetzt kann ich mir das ziemlich genau vorstellen, wie der Kampf ablief. :yes:

    Es scheint mir ohnehin schon erstaunlich, dass Du ein Gemälde gefunden hast, welche das Schiff im Gefecht so realistisch zeigt. Man muss ja auch immer im Auge haben, dass die Künstler von damals keine Seemänner waren. Teilweise wird daher auf den Gemälden die See ja auch schön wild und gischtschäumend gemalt und dennoch sind Geschützpforten etc. geöffnet ... eben dass es schöner ausschaut und dass der einfache Betrachter des Bildes erkenen kann - dies ist ein Kriegsschiff mit Kanonen...

    Nur mit gelungenen Kommentaren kann man solche Gemälde als Nichtfachmann überhaupt so richtig lesen und interpretieren. :yes:
    Das mit den waagerecht festgelegten Riemen wäre mir auch nicht aufgefallen - ein schönes Detail. Die Riemen ganz einzuziehen oder dergleichen wäre wohl zu schwierig gewesen mitten im Gefecht zu bewerkstelligen. Immerhin liefen ja auch die festgelegten Riemen Gefahr mit Pech zu brechen, wenn ein feindliches oder eigenes Schiff zu nah vorbei schrammte oder sehe ich das verkehrt?

    Zu den Filmen nur so als Nebensatz:
    Man kennt es ja aus "Der Patriot" oder "Das goldene Königreich" - die PC-Grafik macht den Mangel an 1:1-Nachbauten noch lange nicht wett. Vielmehr wirken solche PC-animierten Kriegsschiffe oft unrealistisch, unschön, ungelungen und wer geht schon in ein Kino, um sich ein PC-Spiel oder etwas vom selben visuellen Reiz anzuschauen? Ich zumindest nicht. Eine Variante wäre meines Erachtens ein Nachbau wie bei dem Film "Piraten" (wenn auch hierbei eine Galeone) und diese schön zu "fotographieren" und durch geschickte Kamerafahrten als Ereignis des Filmes selbst wirken zu lassen, wie es auch in "Master and Commander" gelungen ist. Es wäre ja denkbar solche kleinen Gefechte nachzustellen wie die Erbeutung der beiden Galeeren, die ich aus der Anfangszeit der Karriere der Barbarossabrüder im Gedächtnis habe...
     
  4. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich habe diese Galeere schon ein paar mal auf Modellbaumessen gesehen. Die ist wirklich super.
    Es gibt aber auch einen 1:1 Nachbau einer Galeere auf dem genfer See. Sie fährt aber meist mit Motorantrieb als Touristernschiff.
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    Hier ist sie mal gerudert worden.
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    Die einzige noch erhaltene, originale Galeere aus dem 17. Jh. steht im Marinemuseum von Istanbul.
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    Nachbauten von Galeeren gibt es noch im Galatamuseum in Genua und im Museu naval in Barcelona. Dort ist das Flaggschiff von Don Juan d'Austria, die la Real 1:1 nachgebaut.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    @Brissotin, Von der reinen Logik her hast Du sicher recht. Aber ein einziehen der Riemen war praktisch nicht möglich, da sich über zwei Drittel des schweren Scaloccio-Riemens, außerhalb des Schiffs befanden und überhaupt kein Platz vorhanden war ihn noch nach innen zu ziehen. Ich habe hier einmal eine Freihandskizze, mit der Draufsicht auf eine Galeasse gezeichnet.
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    Zwischen den Riemen befand sich die ca 2 Meter breite und erhöhte Corsia. Wären die Riemen eingezogen worden, so wäre das gesamte Schiff von den Hölzern versperrt gewesen und es hätte trotzdem noch ein beträchtlicher Teil des Ruders aus dem Schiff geragt. Um den Drehpunkt der Riemen weiter nach außen zu verlegen, besaßen Galeeren und Galeassen Ausleger, über denen ein starker Querbalken ( ital. Posticcio, franz. Apostis)lag. Dieser bildete die Auflage für den Riemen ,der mittels einer Tauschlaufe(Struppen) an der Dolle(Scalmo) befestigt war. Das Griffstück des Riemens war mit Bleigewichten beschwert, so dass das Ruder in Waage lag. Deshalb war es einfacher die Riemen ,in Ruhestellung nur festzuzurren, als diese fast 300 kg schweren schweren Ruder einzuziehen. Das Wegrasieren der gesamten Riemen, durch eine gegnerische Galeere, war nicht so einfach, da sie damit ihre Eigenen gefährdete.
    Auf diesem Gemäldeausschnitt des großen Lepantofreskos im Dogenpalast, sieht man im Vordergrund die rote Capitana des Sebastiano Venier, nach dem Rammstoß gegen eine osmanische Galeere. Man erkennt hier recht gut, dass dabei immer einige Riemen zu Bruch gingen.
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    Leider ist das Buch zu groß für den Scanner, deshalb die Lichtreflexe.
     
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  6. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    Die Weiterentwicklung von Galeere und Galeasse war die Schebecke, ein lateingetakeltes Segelschiff, sehr gut bewaffnet, duch den scharf geschnitten Rumpf
    sehr schnell. Da Schebecke auch gerudert werden konnte, war sie bei Flauten sogar
    ein überaus gefährlicher Gegner für größere Segelschiffe.
    Die Schebecke wurde von den Piraten des Maghreb entwickelt, fand dann aber Verbreitung bis in die Ostsee. Die Schebecke war wesentlich seetüchtiger als deren
    Vorgänger Galeere oder Galeasse.
    (s.auch Wikipedia - Schebecke)
     
  7. Legat

    Legat Aktives Mitglied

  8. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Schebecke stammt eher von der Fusta ab, einem kleineren Galeeren-Typ mit höchstens 12 Riemen je Seite, die öfters als die Galeere gesegelt wurden.

    Die Schebecken waren tatsächlich sehr gute Segler, die hoch am Wind fuhren und für damalige Verhältnise sehr schnell waren.

    Die Bewaffnung war zumeist jedoch leich (1 und 2 Pfünder) und die Nordafrikanischen Korsaren führten auch nur den gerade notwendigen Proviant und Wasser mit, mussten desshalb oft an Feindesküste Süßwasser aufnehmen.

    Die Marineschebecken mit stärkerer Bewaffnung konnten diese leichten Schiffe deshalb kaum einholen und mussten hoffen sie in Lee vor der Küste zu erwischen.

    Die Spanier hielten übrigens die Postverbindung zu den Balearen mit Schebecken.
     
  9. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Galeassen und Schebecken haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Sie gehören nicht einmal in die selbe Epoche. Man könnte ja mal einen gesonderten Thread über diese Schiffstypen eröffnen.
     
  10. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Das wäre Sinnvoll.
     
  11. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Hier habe ich mal eine Skizze von den Bewegungsabläufen des Vorruderers( am Ende des Riemens) ,bei Angriffsgeschwindigkeit, angefertigt. Wie man unschwer erkennen kann, war diese Arbeit enorm bewegungsintensiv und erforderte den stärksten und größten Mann der Bankbesatzung.

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    Schritt 1. Der sitzende Ruderer beginnt den Riemen nach unten zu drücken, ein Fuß steht auf der Pedagne(Fußraste)
    Schritt2. Er steigt mit dem 2.Bein auf die Bank des Vordermanns
    Schritt3. Der Riemen taucht ins Wasser ein
    Schritt 4. Er stemmt sich gegen Vorderbank und Fußraste
    Schritt5. Er lässt sich auf seine Bank fallen
    Schritt 6 Der Ruderer sitzt wieder und der Riemen ist durch das Wasser gezogen- Der Vorgang beginnt von vorn
    Wie man hier sehen kann war es absolute Notwendigkeit absolut im Takt zu bleiben, weshalb nur erfahrene Ruderer die Position als Vorruderer zugeteilt bekamen. Da sie aber dem Aufseher am nächsten saßen, bekamen sie auch die meiste Prügel. Kein Job den man freiwillig machte.
    Auf langen Marschfahrten wurden keinere Riemenschläge ausgeführt um die Ruderer nicht zu sehr zu ermüden.
    Es gab aber noch das äußerst anstrengende rudern über die Bank (toucher la banc), bei dem der Riemenschaft bis auf die Bank des Vordermanns gedrückt wurde damit der Riemen eine elegante Schleife in der Luft drehte und ein lauter Knall vom Aufprall auf die Bank zu hören war . So wurde auf Paraden und beim Verlassen des Heimathafens gerudert.
     
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  12. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Momentan baue ich ein Modell einer venezianischen Handelsgaleere, deren Rumpf die Grundlage für den Bau der Galeassen bildete. Hier sind einmal ein paar Fotos davon. Der gesamte helle Bereich des Rumpfes lag unterhalb der Wasserlinie. Das Schiff ist allerdings noch längst nicht fertig. Es fehlt noch die gesamte Takelage und das Innenleben.
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  13. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Mittlerweile habe ich auch ein Modell von einer venezianischen Galeasse, wie die 6, die bei der Schlacht von Lepanto zum Einsatz kamen, gebaut. Hier sind ein paar Bilder davon.
     

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  14. Galerian

    Galerian Neues Mitglied

    Hallo, vielleicht der falsche Threat, um in ein allgemeineres Galeerenthema einzusteigen, aber die Sache mit Trommel und Pfeife war hier mein Aufhänger.

    Mag sein, dass ich es nicht richtig sehe, aber der Takt müsste wohl sowieso nur zu Beginn der Fahrt oder bei einem Taktwechsel vorgegeben werden. Wichtig war doch das synchrone Rudern und sobald alles synchron war, konnte auf diese Art der akustischen Unterstützung doch vielleicht verzichtet werden, zumal die an der Cursie sitzenden Ruderer die Erfahrenen waren, die den Takt halten konnten, oder?

    Ich hätte da noch paar Fragen an Galeotto bzgl. Riemenlänge und das Verhältnis Außenhebel zu Innenhebel. Gab es bewährte Übersetzungsverhältnisse? Aus verschiedenen Quellen hab ich mir so ein Verhältnis 3:1 bis 4:1 zusammengereimt.

    Stimmt es, dass auch Galeeren mit Schlagzahlen bis zu 30..35 gerudert wurden?

    Wie groß war das Riemenblatt? Auf Abbildungen sieht es immer sehr schmal aus...

    Vielleicht ist ja die Beantwortung dieser Fragen von allgemeinerem Interesse :) , sonst bitte ich um Entschuldigung.
     
  15. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Riemen einer normalen Galeere (galere ordinaire) hatten im 17.Jh. eine Länge von 12 Metern auf einer großen Reale (galere extraordinaire) 14 Meter. Ein Drittel des Riemens befand sich innerhalb des Schiffes, zwei Drittel außerhalb. Die Seite mit den Handgriffen war durch Bleieinlagen beschwert, sodass der Riemen in Waage lag.
    Die hohen Schlagzahlen konnten nur sehr kurze Zeit durchgehalten werden. Die Reisegeschwindigkeit einer französischen Galeere betrug ca 4 bis 5 Knoten. Die Angriffsgeschwindigkeit 6 bis 7 Knoten die maximal 15 min durchzuhalten war. Galeassen waren durch ihre breitere Bauweise und den größeren Tiefgang langsamer und schwerer zu rudern.
    Das Riemenblatt eines Scaloccio-Riemens war 3 bis 3,5 Meter lang ,die Breite betrug ca 0,1 der Blattlänge. Eine größere Blattbreite hätte keinen Geschwindigkeitsgewinn gebracht da sie das Durchziehen des Riemens durch ihren hohen Wasserwiderstand unnötig erschwert und die Schlagzahl gesenkt hätten. Auch hätten sie die Männer noch schneller ermüdet. Ebenfalls darf man den ästhetischen Gesichtspunkt nicht außer Acht lassen. Galeeren waren Prestigeobjekte an denen alles schlank sein musste. Ein plumpes Riemenblatt hätte den Schiffen viel von ihrer Eleganz genommen.
    Es stimmt, dass der Takt nicht nonstop durch Pfiffe angegeben wurde. Vielmehr gab nur ein bestimmtes Pfeifsignal den Geschwindigkeitswechsel vor. Den Takt fanden die Ruderer selbst. Dafür waren die Anführer jeder Bank zuständig. Sie saßen am Ende des Riemens und waren die größten, kräftigsten und erfahrensten Ruderer. Da sie dem Aufseher am Nächsten saßen bekamen sie auch die meiste Dresche ab und waren daher selbst daran am Meisten interessiert, den Takt zu halten.
     
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  16. Galerian

    Galerian Neues Mitglied

    Galeotto,

    Vielen Dank für die prompte Antwort und auch für die Bestätigung eigener Abschätzungen. So deckt sich die Blattfläche von ca. 1m² mit meinen Berechnungen zur Antriebsleistung einer Galeere, wobei ich aufgrund der oben angenommenen ungünstigeren Hebelverhältnisse auf kleinere Flächen gekommen bin. Größere Blätter erfordern Kräfte (der Ruderer), die gerade in Beschleunigungsphasen nicht mehr aufzubringen sind.

    Die Geschwindigkeit hängt, bei gegebenem Rumpfwiederstand, eh nur von Schlagzahl und Riemenlänge/ Blattgeschwindigkeit ab, die, wie du schon sagst, aus Gründen der Leistungsfähigkeit der Ruderer abnehmen, je größer das Blatt wird.

    Den ästhetischen Gesichtspunkt hatte ich allerdings unterschätzt, liegt vielleicht daran, dass ich kein Künstler bin :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2011
  17. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die große Menge an Riemen, die die Galeeren der Seemächte des Mittelmeeres benötigten waren eine Ursache davon, dass ganze Küstenregionen entwaldet wurden und verkarsteten. Besonders Buchenholz wurde dafür verwendet. Das Arsenal von Venedig hielt zeitweise einen Vorrat von 15000 Riemen als Reserve bereit. Für jeden wurde je ein Baum gebraucht da sie aus einem Stück gefertigt wurden. Die Venezianer bedienten sich dafür in den Wäldern Kroatiens. Noch problematischer war die Holzbeschaffung für die Maltesergaleeren da auf der Insel nicht ein brauchbarer Baum wuchs. Das gesamte Bauholz musste teuer am Festland eingekauft werden.
    Das Bild zeigt ein Firmenschild von venezianischen Riemenmachern im Arsenal des frühen 16. Jh.
     

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  18. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Buche? Bist Du dir da sicher? Buchenholz ist schwer und hart, aber kurzfaserig und nicht besonders zäh. Ausserdem schwindet es stark, was einen Einsatz in feuchten Umfeld nicht gerade zuträglich ist. Esche oder Lärche wären da m.E. viel geeigneter.
     
  19. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Für die Rümpfe wurde bevorzugt Eiche verwendet. Die Ausleger , Masten und Rahen, Decksbalken und Decksplanken waren aus Nadelholz(Tanne ,Lärche) und die Riemen aus Buche. Das geht aus verschiedenen Beschreibungen wie z.B.von Furthenbach, Edmond Paris und Andre Zysberg hervor. Offenbar war Buche doch sehr geeignet sonst hätte man sicher andere Holzarten bevorzugt.
     
  20. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Osmanen versuchten nach der Niederlage von Lepanto auch Galeassen nach venezianischen Vorbild zu bauen. Im 17. Jh. verfügten sie über einen ähnlichen Schiffstyp ,die Mavna, von den Europäern Mahone genannt. Sie kamen bei der Dardanellenschlacht im Jahr 1556 zum Einsatz. Venedig und die Malteserritter verfügten in diesem Seegefecht über 7 Galeassen, 29 Segler und 31 Galeeren im Einsatz.
    Die osmanische Flotte bestand aus 28 Segelschiffen, 9 Galeassen und 61 Galeeren. Allerdings waren die 9 Mahonen(Mavna) ihrem italienischen Vorbild offenbar nicht gewachsen denn keine Einzige kehrte aus der Schlacht zurück. Nur 14 Galeeren und zwei Segler konnten entkommen. Venedig büßte lediglich 3 Segelschiffe ein.
    Angehängte Bilder:1. türkische Miniatur einer Mavna 2. Reonstruktionszeichnung einer Mavna von mir.
     

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