Expeditionen der Spanier vor Cortes in Mexiko

Bernhard Rogge

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http://de.wikipedia.org/wiki/Hern%C3%A1n_Cort%C3%A9s


In diesem Artikel steht wörtlich: "Aufgrund von Nachrichten über den Goldreichtum Mexikos hatte Velázquez schon zweimal vergeblich versucht, dort Fuß zu fassen." Was waren das für Versuche?? Gibt es irgendwelche ausführlicheren Quellen über diese Unternehmungen ?? Und woran sind sie gescheitert?? Wer hat sie geleitet??
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Die bekannte Expedition Cortés' war ja erst 1519/20. Aber 1505 hatte es schon die erste Ansiedlung von Spaniern am Golf von Urabá gegeben (Castilla de Oro), das liegt an der Grenze von Kolumbien und Panama, wo der lateinamerikanische Isthmus endet. Yucatán liegt z.B. viel näher, der Kontinent war also, als Cortés dorthin segelte, schon bekannt. Cortés selbst hat auch bei den Maya einen wohl schiffbrüchigen Spanier (Geronimo de Aguilar) aufgegriffen, der dort als Sklave lebte und Cortés schließlich als Dolmetscher diente, bis dieser eine sprachbegabtere Dolmetscherin (Malinche/Mariana) geschenkt bekam (und die v.a. auch Nahuatl konnte).

Also langer Rede kurzer Sinn: ich denke die vorherigen Expedition sind wg. Schiffbruchs gescheitert. Die anderen Fragen kann ich Dir leider aus dem Stand nicht beantworten.
 
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Hernan Cortez hat Mexiko aber nicht allein mit überlegener Waffentechnologie erobert, sondern es spielten dabei auch indianische Verbündete wie wie die Tlaccallaner eine bedeutende Rolle.
Und oft auch Taschenspielertricks. Z.B. ließ Cortés mal eine rossige Stute in ein Zelt bringen, bevor 40 Maya-Kaziken zu einer Unteredung mit ihm kamen, so dass sie die Stute nicht sehen konnten. Und einen ungestümen Hengst, den sie sahen. Die Maya Kaziken sahen den geilen Hengst, der die Stute riechen konnte (welche den Augen der Maya-Kaziken verborgen war), der auf sie blickte und wieherte und mit den HUfen schaarte und sich offensichtlich auf Cortés Befehl hin beruhigte.
Bernal Díaz del Castillo: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España, cap. XXXV.

Y como Cortés en todo era muy avisado, nos dijo riendo á lossoldados que allí nos hallamos teniéndole compañía:

—«¿Sabeis, señores, que me parece que estos indios temerán muchoá los caballos, y deben de pensar que ellos solos hacen la guerra é asimismo las bombardas? He pensado una cosa para que mejor lo crean, que traigan la yegua de Juan Sedeño, que parió el otro dia en el navío, é atalla han aquí adonde yo estoy, é traigan el caballo de Ortiz el músico, que es muy rijoso, y tomará olor de la yegua; é cuando haya tomado olor della, llevarán la yegua y el caballo, cada uno de por sí, en parte que desque vengan los caciques que han de venir, no loso igan relinchar ni los vean hasta que esten delante de mí y estemos hablando.»​
[...]​
y en aquel instante trujeron el caballo que habia tomado olor de la yegua, y atándolo nomuy léjos de donde estaba Cortés hablando con los caciques; y como á la yegua la habian tenido en el mismo aposento adonde Cortés y los indios estaban hablando, pateaba el caballo, y relinchaba y hacia bramuras, y siempre los ojos mirando á los indios y al aposento donde habia tomado olor de la yegua; é los caciques creyeron que por ellos hacia aquellasbramuras del relinchar y el patear, y estaban espantados.​
Y cuando Cortés los vió de aquel arte, se levantó de la silla, y se fué para el caballo y le tomó del freno é dijo á Aguilar que hiciese creer á los indios que allí estaban que habia mandado al caballo que no les hiciese mal ninguno; y luego dijo á los dos mozos de espuelas quelo llevasen de allí léjos, que no lo tornasen á ver los caciques.​
 
Und oft auch Taschenspielertricks. Z.B. ließ Cortés mal eine rossige Stute in ein Zelt bringen, bevor 40 Maya-Kaziken zu einer Unteredung mit ihm kamen, so dass sie die Stute nicht sehen konnten. Und einen ungestümen Hengst, den sie sahen. Die Maya Kaziken sahen den geilen Hengst, der die Stute riechen konnte (welche den Augen der Maya-Kaziken verborgen war), der auf sie blickte und wieherte und mit den HUfen schaarte und sich offensichtlich auf Cortés Befehl hin beruhigte.
Bernal Díaz del Castillo: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España, cap. XXXV.

Y como Cortés en todo era muy avisado, nos dijo riendo á lossoldados que allí nos hallamos teniéndole compañía:

—«¿Sabeis, señores, que me parece que estos indios temerán muchoá los caballos, y deben de pensar que ellos solos hacen la guerra é asimismo las bombardas? He pensado una cosa para que mejor lo crean, que traigan la yegua de Juan Sedeño, que parió el otro dia en el navío, é atalla han aquí adonde yo estoy, é traigan el caballo de Ortiz el músico, que es muy rijoso, y tomará olor de la yegua; é cuando haya tomado olor della, llevarán la yegua y el caballo, cada uno de por sí, en parte que desque vengan los caciques que han de venir, no loso igan relinchar ni los vean hasta que esten delante de mí y estemos hablando.»​
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y en aquel instante trujeron el caballo que habia tomado olor de la yegua, y atándolo nomuy léjos de donde estaba Cortés hablando con los caciques; y como á la yegua la habian tenido en el mismo aposento adonde Cortés y los indios estaban hablando, pateaba el caballo, y relinchaba y hacia bramuras, y siempre los ojos mirando á los indios y al aposento donde habia tomado olor de la yegua; é los caciques creyeron que por ellos hacia aquellasbramuras del relinchar y el patear, y estaban espantados.​
Y cuando Cortés los vió de aquel arte, se levantó de la silla, y se fué para el caballo y le tomó del freno é dijo á Aguilar que hiciese creer á los indios que allí estaban que habia mandado al caballo que no les hiciese mal ninguno; y luego dijo á los dos mozos de espuelas quelo llevasen de allí léjos, que no lo tornasen á ver los caciques.​

Vielleicht sollte man auch die Bedeutung von Cortez Dolmetscherin Malinche oder Dona Marina, wie Cortez sie nannte erwähnen. Bevor Malinche in seine Dienste trat, griff Cortez auf Geronimo Aquilar zurück, der einige Jahre bei den Maja als Gefangener gelebt hatte. Als man von Yucatan in das Gebiet der Azteken kam, waren Dienste von Aquilar relativ wertlos, da er kein Nahuatl sprach. La Malinche aber sprach Nahuatl vermutlich als Muttersprache und die Sprache der Maya wo sie einige Jahre als Sklavin lebte. Sie kannte aus eigener Erfahrung die Denkweise der Einheimischen und sie war bestens bekannt in welcher Beziehung sie zueinander standen. Mit der Hilfe von La Malinche konnte Cortez mit den Azteken,ihren Vasallen und den Tlaxcallanern verhandeln. Anfangs übersetzte Malinche von Nahuatl in die Sprache der Maya, die dann Aquilar ins Spanische übersetzte. In kurzer Zeit lernte Malinche auch Spanisch, und sie muss sich als Dolmetscherin so bewährt haben, denn nach kurzer Zeit ließ sich Cortez Malinche selbststämdig bei Verhandlungen übersetzen ohne Kontrolle durch Aguilar.

Bei Verhandlungen gab sie Cortez oft kurze Hinweise, als einmal Tlaxcallaner Spione in Cortez Lager, gelang es Malinche, sie zu enttarnen. Sie muss Cortez sehr teuer gewesen sein, denn in der Noche Triste, der verlustreichen Flucht aus Tenochtitlan ließ er sie von einer Leibwache aus Tlaxcallanern und Spaniern bewachen.

In seinen Briefen erwähnte Cortez sie nur flüchtig, in seiner Chronik schrieb aber Bernal Diaz über Malinche: Diese Frau war ein Werkzeug bei unseren Entdeckungsfahrten. Vieles haben wir nur mit Gottes Beistand und ihrer Hilfe vollbringen können. Ohne sie hätten wir die mexikanische Sprache nicht verstanden. Zahlreiche Unternehmungen hätten wir ohne sie niemals durchführen können."

In Mexiko ist die Rezeption von La Malinche widersprüchlich. Einerseits gilt sie als eine der umstrittensten Frauen der Geschichte Lazeinamerikas, eine Art Kolloborateurin, andererseits aber auch als eine Figur, die sehr präsent in der Folklore ist und als eine Art Mutter der Nation.
 
.. eine Art Mutter der Nation.
Auch weil sie von Cortez einen Sohn bekam und später einen von dessen Offizieren heiratete, mit dem sie in Mexiko-Stadt eine Tochter hatte.
Ich hab mich vor langer Zeit ein bisschen mit Mexiko beschäftigt, deshalb glaube ich zu wissen, dass sich manche Mexikaner gerne als Angehörige einer "raza cosmica" (Vasconcelos) sehen, die aus einer Vermischung der Völker der Welt entsteht.
Sie ist eine meiner Lieblingsgestalten der Geschichte, eine starke Frau, die das Beste aus den schlimmen Umständen gemacht hat, in denen sie leben musste. So stelle ich sie mir zumindest vor.
 
Auch weil sie von Cortez einen Sohn bekam und später einen von dessen Offizieren heiratete, mit dem sie in Mexiko-Stadt eine Tochter hatte.
Ich hab mich vor langer Zeit ein bisschen mit Mexiko beschäftigt, deshalb glaube ich zu wissen, dass sich manche Mexikaner gerne als Angehörige einer "raza cosmica" (Vasconcelos) sehen, die aus einer Vermischung der Völker der Welt entsteht.
Sie ist eine meiner Lieblingsgestalten der Geschichte, eine starke Frau, die das Beste aus den schlimmen Umständen gemacht hat, in denen sie leben musste. So stelle ich sie mir zumindest vor.
Was man über Malinche/Malintzín/Mariana sagen kann, ist dass sie Initiative ergriff. Wie sie in Mexiko/Mesoamerika gesehen wird, ist eine Frage der politischen Sichtweise und ein Auf und Ab. In Südamerika herrschen oft immer noch (auch in der Demokratie) die weißen Eliten, der Geldadel, es gibt Familien, die im 16. Jhdt. als Konquistadoren kamen, im 19. Jhdt. ganz vorne bei den Unabhängigkeitsbewegungen dabei waren und im 21. Jhdt. immer noch zur Elite der jeweiligen Länder gehören.* Die haben natürlich eine andere Sichtweise als Nachfahren der Kolonisierten. Deren Reichtum und - davon immer noch ganz erheblich abhängig - Bildung eine ganz andere ist. Sprich: Politischer Diskurs und Geschichtsbild wird oft immer noch von den Europäischstämmigen bestimmt, gleichzeitig ist man stolz auf das prähispanische Erbe.

*Ich habe mal den Besitzer der Casa Aliaga in LIma "kennengelernt" (Hand geschüttelt, Höflichkeiten ausgetauscht). Der ist der direkte Nachfahre eines Begleiters von Pizarro, Das Haus steht direkt neben dem Präsidentenpalast in Perú, der wiederum dort steht, wo Pizarros Haus in Lima stand. Der peruanische Ur-Aliaga hatte also sein Haus direkt neben dem von Pizarro. Es steht auf einer Kultplattform ("Pyramide"), die Pizarro Aliaga zuwies (davon ist aber nichts zu sehen), im Haus wird das Schwert des Ur-Aliaga ausgestellt, die Familie spielte bei der Unbahängigkeit Perús eine ambivalente Rolle, die diversen Nachfahren spielen in der peruanischen Politik noch immer eine Rolle, z.B. als Bürgermeister Limas oder als Parlamentsangehörige. Ein entfernter Verwandter des Besitzers der Casa Aliaga, Rafael López-Aliaga Cazorla (eigentlich müsste er López Cazorla heißen, aber wegen der Bedeutung des Namens Aliaga hat man den Mutternamen, der eigentlich nach einer Generation verloren geht, einfach an den Vaternamen angehängt López-Aliaga) ist in diesem Jahr zum wiederholten Male als Präsidentschaftskandidat angetreten (3. Platz). Wegen seiner Ähnlichkeit zu Schweinchen Dick hat er in Perú den Spitznamen Porky und tritt auch auf Wahlplakaten als Porky auf. Zuvor war er Bürgermeister von Lima.
 
Auch ein Haus, das Cortes für Malinche erbaut haben soll, ist noch zu sehen, in Coyoacan, dem Stadtteil von Mexiko-Stadt, wo auch Frida Kahlo zuletzt gelebt hat, die, anders als wahrscheinlich Malinche, keine reine Atztekin war, sondern deren Vater aus Pforzheim kam.
Malinche, Kahlo, wahre Mexikanerinnen.
 
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