Folgen Der deutschen Kolonien

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von savage dog, 28. Januar 2008.

  1. savage dog

    savage dog Neues Mitglied

    Wäre ne gute idee
    nur sind es auswirkungen bzw. folgen?
    wie bereits erwähnt werden zu den jeweiligen Schutzgebieten seperate Arbeiten(plakate) entworfen. ich glaube das diese Vorschläge eher in diese Kategorie fallen.
    Ich "glaube" meine aufgabe ist es tatsächlich (wobei mir dies noch nicht gesagt wurde) "was ist übrig geblieben nach dem abzug der deutschen in den kolonien und welche vor oder nachteile hatte deutschland bzw. kolonie bis heute.

    dazu fällt mir noch was ein
    weis jemand zufällig wie es dort durch den kolonialismus mit den Feldern ausschaut? habe glaub ich mal gehört das durch das andauernde pflanzen oder so das grosse flächen an felder unbrauchbar sind nach der kolonialiesierung.
     
  2. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Erstmal vorweg: es ist alles andere als ein blödes Thema und Material ist genug vorhanden, allerdings nicht unbedingt vorgekaut & vorgefertigt bequem irgendwo im Internet - 'oben' einschalten ist immer von Vorteil...

    zb Landwirtschaft mit kollektivem (nicht individuellem) Bodenbesitz
    Was geschah zb mit Bodenflächen, die von den Besitzern gerade nicht genutzt wurden, sondern brachlagen?
    Viehzucht wurde vorkolonial wie betrieben? Wenn Weideflächen gewechselt wurden, was geschah in der Kolonialzeit mit den gerade nicht genutzten Weiden?
    Welche Folgen ergeben sich daraus für die einheimische Bevölkerung?

    Wer ging die wirtschaftliche Ausbeutung von Rohstoffen an - die Kolonialmächte? Oder wurden Rechte vergeben und an wen?
    (Die 'white man's burden' ist übrigens keine wertneutrale Bezeichnung, sondern beruht auf der vorausgesetzten Überlegenheit der Weißen.)

    Kennst du Beispiele dafür/dagegen?

    Wenn zb Rohstoffe von Firmen in europäischer Hand weiter abgebaut werden, sind dann Folgen des Kolonialismus beendet oder vielleicht noch vorhanden?
    Wie ist es mit der Grenzziehung der Kolonien/unabhängigen Staaten? Wie sind diese zustande gekommen?
    Wenn ehemalige Kolonien auf dem Weltmarkt Rohstoffe oder landwirtschaftliche Produkte anbieten, wie wirkt sich ein höherer oder niedriger Preis aus?

    So etwas nennt man zb Plantagen. Welche landwirtschaftlichen Produkte werden denn auf großen Flächen zb in Afrika angebaut? Wo kommen diese Pflanzen ursprünglich her (zb Kakao, Baumwolle) Was passiert mit dem Boden, wenn man über Jahre hinweg ein und dieselbe Pflanze anbaut?
     
  3. Helma

    Helma Mitglied

    Ich weiss nicht, ob ich was verpasst/übersehen habe (wenn ja, bitte ich um Entschuldigung), und auf einem Plakat hat es auch nicht Platz, trotzdem eine kleine, unbedeutende Anmerkung:

    Wenn Du schon ganze Texte abschreibst, dann bitte mit Angabe der Quelle.

    Quelle: Schulungsplakate

    Quelle:
    Geschichte — www.deustchland-postkolonial.de
     
  4. savage dog

    savage dog Neues Mitglied

    So nun habe ich schon einiges gefunden und mein plakat beinahe fertig.
    nun brauch ich noch eine kleinigkeit
    hat jemand einen link oder weis was für krankheiten zu den kolonien eingeschleppt worden sind von den europäern und was für krankheiten wir von den schutzgebieten mitnahmen?
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Auf die Schnelle mal damit versuchen. Tropenkrankheit - Wikipedia

    Dass direkt in größerem Umfang Krankheiten ein- und ausgeschleppt wurden kann man so nicht sagen. Allerdings war es häufig der Fall, dass sich Europäer die Malaria zuzogen und die Folgen zeitlebens auch in der Heimat zu tragen hatten.
    Recht beachtliche Erfolge erzielte die Kolonialverwaltung bei der Bekämpfung einheimischer Krankheiten, besonders der Schlafkrankheit.
     
  6. Tekker

    Tekker Gast

    In Bezug auf die Schutzgebiete habe ich da noch nie von gehört. :confused:

    Ich denke aber mal, daß da eher nichts zu finden sein dürfte, da ja bereits vor Inbesitznahme entsprechende Kontakte zw. Europäern und der dortigen Bevölkerung vorhanden waren.

    Es wäre nett, wenn du uns noch ein Bild des fertigen Plakats vorstellen würdest. :)
     
  7. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Ich weiß von der Rinderpest, die aus Europa kam:

    namib.info - Die Geschichte von Namibia: Die Deutsche Kolonialmacht

    Aber scheinbar kamen auch menschliche Erreger. Versuchs mal mit:

    Tuberkulose

    TB history

    Wiley InterScience :: Session Cookies

    Masern und Windpocken

    South Africa

    Dazu kommen natürlich noch "soziale" Zivilisationskrankheiten:

    - Bakterielle und virale Infektionen durch Urbanisierung und mangelnde Hygiene
    - Mangelernährung durch Landraub
    - Depression
    - Alkoholmissbrauch
    - Karies durch Coca Cola
    ...
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Pope, leider bekomme ich nicht alle Links auf. Wenn ich an Tbc, Masern und Windpocken denke, vermute ich dass die Khoisan besonders gefährdet waren, weniger die viehzüchtenden Bantus, die ähnliche Erreger in ihren Tierbeständen hatten. Der Staupeerreger, der die Löwen gefährdet (wie bei uns die Seehunde) kommt doch wahrscheinlich auch von außen, oder?
     
  9. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Ich denke, dass bereits der Austausch mit Arabien, Nordafrika und die Begegnungen mit den Europäern vor 1800 viele Krankheiten aus dem Norden nach Afrika brachte. Da die Kontakte aber nur punktuell und die Bevölkerungsdichte "überschaubar" waren, waren große Epidemien vielleicht selten.

    Die besondere Situation Amerikas bei Ankunft der Europäer ist sicherlich nicht übertragbar.

    Aber was weiß man schon, was sich vor den Europäern in Afrika tummelte?
     
  10. Arne

    Arne Premiummitglied

    Sehe ich auch so. Die deutsche Zeit war doch im Vergleich zu der südafrikanischen Periode so kurz, daß - wenn man die Südafrikaner fragen würde - die sich Stabilität und wirtschaftliche Erfolge an die Brust heften würden. Die Deutschen haben dafür eher eine kleine Initialzündung geliefert.
     
  11. Vitruv

    Vitruv Gesperrt

    Es geht ja um die Frage der real aufgebauten Strukturen. Auf anderer Ebene stellt sich die Frage, ob dies das Bewusstsein der jetzigen Einwohner prägt oder nur von Außen eininterpretiert wird- positive wie negative Aspekte der kolonialen Vergangenheit.

    Aber die Argumentation, dass die einzelnen Entwicklungsschübe wie im Bergbau mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin angestoßen worden wären, vernachlässigt die Fakten der realen Umstände. Aus dieser Perspektive könnte man alle möglichen Entwicklungs-Prozesse analysieren und relativieren nach der Devise, das wäre ja vielleicht auch an anderer Stelle einiges Tages durch eine andere Person entwickelt werde- dazu brauchte es z. Bsp. Hippodamos von Milet in Kleinasien eigentlich nicht, der wäre als konkretes Subjekt zu vernachlässigen. Ich muss da schon von den Fakten ausgehen.

    Südwest läßt sich nicht als Paradigma für alle deutschen Schutzgebiete nutzen. Ich sollte mal vor einigen Jahren eine Ausstellung zur Kolonialarchitektur vorbereiten. Soweit ich mich nach dem Literaturstudium entsinne, waren die einzigen Schutzgebiete, die letztendlich profitabel gearbeitet haben, die Gebiete um Samoa. Alle anderen haben bedeutend mehr an Investitionen z. Bsp in die verkehrliche und technische Infrastruktur erfordert als an Erlösen jemals erwirtschaftet worden wäre.

    Daß dies strukturell bis heute entsprechend nachwirkt, ist gewiss mehr als zu vermuten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2008
  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Kann ich mir schlecht vorstellen.
    Welche Kosten/Investitionen sind denn eingerechnet worden?
    Auch das erforderliche Militär aus Sicht des Deutschen Reiches?
     
  13. Vitruv

    Vitruv Gesperrt


    Also das wird wohl fürchte ich eine etwas analoge Dynamik entwickeln wie meine Bemerkung zur französischen Luftwaffe. Einen kleineren Teil der Literaur habe ich noch hier eingelagert.

    Soweit ich das aber erinnere, waren in den Kosten die Maßnahmen für die Infrastuktur wie Häfen, Straßenbau, Eisenbahn, Elektrifizierung, Aufbau von Plantagen wie in Deutsch-Ostafrika (umfangreiche Anlagen in Usambara u.ä.) etc. eingerechnet. Das völlige Mißverhältnis zwischen Investitionen und Erlös wurde mehrfach betont- bis eben auf den Leuchtturm Samoa. Ich schau mir das morgen noch einmal an...

    Grüße

    Vitruv
     
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Keine Hektik, war nur eine Frage. Solche Berechnungen interessieren mich halt.

    Das ist doch schon mal etwas plastischer.
    Die militärischen Kosten und die Stützungen für heimische Unternehmen fehlen, ich denke da insbesondere an Samoa?
     
  15. Vitruv

    Vitruv Gesperrt

    Die Kosten für die miltärische Infrastruktur war auch eingerechnet. Das war aber außer Tsingtau kein so großer Posten. Die zivile Infrastruktur umfasste alles vom Hafen über die Eisenbahn (über 4.000 km) bis zum Krankenhausbau... Man hat den Kolonialiserungsauftrag sehr ernst genommen, wie W II so treffend formulierte: Deutsch sein, heißt eine Sache um ihres Selbst wegen zu tun...

    Da waren eine Menge entsprechender Tabellen. ich schau mir das Material in
    den Kisten morgen mal daraufhin an...

    Grüße

    Vitruv
     
  16. Vitruv

    Vitruv Gesperrt

    Zu den DHM Quellen im Internet und deren hoch eingeschätzte Seriosität auch in Bezug auf Themen des Kolonialismus möchte ich doch mal kurz etwas anmerken.

    Es fehlen fast durchweg alle Quellenangaben zu den einzelnen Themenschwerpunkten und man ist oft verwundert, von der schlechten Grafik mal ganz abgesehen. Zuweilen stellt man sich die Frage, wer da eigentlich die Themen abarbeitet? Denn gerade in Bezug auf die verwendeten Daten ist die Quellenauswahl sehr einseitig, was nirgendwo begründet oder in irgendeiner Weise problematisiert wird.

    Dazu heute diese Nachricht in der SZ zur Personalpolitk des DHM:

    Praktikanten Die Ausnutzungsverträge - Job & Karriere - sueddeutsche.de

    Grüße

    Vitruv
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2008
  17. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Nur mal so nachgefragt, aber was hat das mit den deutschen Kolonien zu tun?
     
  18. Vitruv

    Vitruv Gesperrt

    Hallo Köbis,

    das war jetzt aber superschnell- ich war noch beim Optimieren des Layouts.....

    Es bezieht sich im Prinzip auf die Einleitungsartikel hier im Kolonial-Thread, wo jeweils die DHM-Artikel als eine der Vorzugs-Quellen genannt werden. Ich wundere mich schon oft über deren Internet Darstellung- dazu fiel mir heute der Artikel als Initial ins Netz...

    Grüße

    Vitruv
     
  19. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Ach Dir geht es um genaue Quellennachweise?

    Na das ist für viele bestimmt nicht so einfach.
    Vor allem hier im Internet, ich möchte nicht wissen, wieviele Texte aus Büchern oder Internetquellen übernehmen, ohne die Quellen anzugeben und ggf. gegen Urheberrechte verstoßen, oder?
    Ich kenn mich da auch nicht so gut aus, gebe halt immer die Quelle an, wenn ich irgendwelche Daten hir in Beiträge schreibe, die ich aus Büchern gesammelt habe.
    Und wenn ich etwas zusammenfasse, dann kann es passieren, das die Daten nicht richtig verstanden werden von den lesenden. Siehe gestern, zu dem Thema Seekriegsleitung.
     
  20. Vitruv

    Vitruv Gesperrt

    Es geht mir nicht um eine demonstrative und zwanghafte Professionalitätneurose, aber gerade das DHM nutzt teilweise die Quellen sehr einseitig ohne irgendeinen Bezug herzustellen. Solche Quellenangaben muß man nicht von jedem Nutzer erwarten, aber von einer Institution wie dem DHM sollte man schon Minimalstandards erwarten können.

    Bei allem Verständnis für Vorbehalte in Bezug auf Internetquellen und deren mangelnder Qualtätskontrolle: Da ist Wikipedia diesem oft haushoch überlegen.

    Grüße

    Vitruv
     

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