Fremdenlegion im alten Rom

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Ephialtes, 19. November 2012.

  1. tejason

    tejason Aktives Mitglied

    Rekrutierungspraxis

    Ich habe nochmal zur römischen Rekrutierungspraxis (bei Le Bohec) nachgelesen. Während der Republik war die klassische Aushebung von Milizionären Praxis, der dilectus genannt wurde und niemals völlig abgeschafft wurde. Die Beauftragten hatten dann unter den Bürgern einer Gemeinde gemäß einem Zahlenschlüssel unter den geeigneten Männern mit Bürgerrecht eine Auswahl zu treffen. Die Stadt (Gemeinde), in welcher die Aushebung stattfand wusste über ihre Bürger Bescheid, da die Mitglieder einander (und ihren Rechtsstatus) kannten, selbst wenn nicht darüber Buch geführt werden sollte. Hier konnte sich ein Sklave wohl kaum unbemerkt einschleichen, es sei denn die Verantwortlichen schummelten mit der Gefahr einer persönlichen Haftung bei Auffliegen des Betrugs.
    Die prinzipielle Verantwortlichkeit für den dilectus blieb im Prinzipat ebenso gleich wie die grundsätzlich weiter bestehende Pflicht aller römischen Männer für die Heeresfolge, auch wenn nun Freiwilligkeit vorherrschte. Nun wurden Peregrine für die Hilfstruppen verpflichtet und römische Bürger für die Legion. Die Auxilien genannten Hilfstruppen wurden nun Teil eines stehenden Heeres unter letztlich vollständiger Kontrolle und Befehlsgewalt Roms. Seit dem Aufstand der Bataver unter Julius Civilis im Vierkaiserjahr 69 n.Chr. wurden dann von Verbündeten gestellte, stehende römische Truppen auch von römischen Offizieren geführt.

    Die Rekruten wurden einer Musterungskommision zur Prüfung vorgestellt. Bei dieser probatio wurde dann die körperliche Eignung überprüft, wozu eine Mindestgröße von ca. 1,65 m für einen Legionär gehörte. Der Mann musste unter Anderem Mindestkenntnisse in Latein (da Befehlssprache) vorweisen können. Nur von einigen Anwärtern, die dann weniger für den normalen Militärdienst vorgesehen waren, wurde auch die Kenntnis von Lesen und Schreiben verlangt. In den Schreibstuben des Militärs befanden sich darum auch Sklaven und Freigelassene, die aber nicht als Soldaten galten. Nach der Musterung galt der Mann als Rekrut und wurde als trio bezeichnet: Nicht mehr Zivilist aber noch kein Soldat. Nach Prüfung seiner rechtlichen Eignung erhielt er als äußeres Erkennungsmerkmal ein Stück Metall um den Hals gehängt, das man signaculum nannte. Von nun an war er ein signatus. Etwa 4 Monate dauerte nun die Probezeit an deren Ende die Vereidigung stand. Mit dem Schwur bei den Göttern und auf den Kaiser, dem iusigurandum wurde er ein vollwertiger Legionär. Natürlich wurde in Notzeiten ein beschleunigter Ablauf durchgeführt.
     
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  2. imperatorcaesar

    imperatorcaesar Neues Mitglied

    also,grundsätzlich war es natürlich möglich das ein Sklave der in Galien entlaufen ist,sich z.B.in Afrika unter einen falschen Namen in der Legion verpflichtet.Aber solange er das Röm. Bürgerrecht nicht hatte durfte er nur in den Auxiliar-Einheiten seinen Dienst antreten.Sollte er während seiner Dienstzeit aus irgend einen Grund das Röm.Bürgerrecht erhalten,was durchaus möglich war,hätte er auch die Möglichkeit gehabt in den regulären Legions-Einheiten seinen Dienst anzutreten und dort,sagen wir mal für einige Jahre unterzutauchen..
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Einen Fall erwähnt Cassius Dio (67,13) für die Regierungszeit des Domitian:
    Ein gewisser Claudius Pacatus hatte es sogar zum Centurio gebracht, ehe aufflog, dass er ein Sklave war. Domitian gab ihn seinem Herrn zurück.
    Das klingt zwar zunächst nach halbwegs glimpflichem Ende, aber wer weiß, was der Herr dann mit ihm machte.
     
  4. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Hab den Thread erst jetzt bemerkt. Wie wahrscheinlich wäre es denn zur Zeit von Caesars Gallienabenteuer gewesen, daß jemand mit 27 noch in die Armee eingestellt wurde? Ich dachte, das Rekrutierungsalter lag erheblich tiefer. Gab es solchen Bedarf, daß man jeden genommen hätte? Bürgerkrieg war ja schließlich noch nicht. Oder war er mit 18 in eine Legion gekommen und wird mit 27 entdeckt?
     
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Vegetius geht im 1. Buch seines Werkes zwar auf die Rekrutierung ein, gibt allerdings leider keine fixen Altersgrenzen an, sondern schreibt nur, dass der Beginn der Mannbarkeit der ideale Rekrutierungszeitpunkt sei, weil die Neulinge da am besten formbar und lernfähig seien.

    27 war wohl kaum der Normalfall, aber es wurden durchaus noch Leute bis Anfang 30 genommen. Gerade bei Caesars Gallischem Krieg kann ich mir das vorstellen, da er mehrere Legionen neu aufstellte und dafür hauptsächlich in Gallia Cisalpina rekrutierte. Da könnten die 17-20-jährigen irgendwann zur Neige gegangen sein.
     
  6. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Zumindest für ritterliche Offiziere (Praefekt aufwärts) wäre in der Kaiserzeit 27 normal gewesen. Die Struktur des Heeres war zwar in der Republik anders, aber annehmen darf man das auch hier.

    Der gemeine Legionär soll laut Berechnungen einiger Historiker im Schnitt über 20 gewesen sein, bei der Rekrutierung. Ich nehme mal an, da hat man auch einen mit 27 genommen. Insbesondere wenn es ein Immunis werden sollte: Metzger, Schuhmacher, Schmied, Schreiber, etc.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2014
  7. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Dem würde ich widersprechen. Die Auxiliartruppen bestanden aus Truppen von drei Kontinenten. Es gab u.a. afrikanische Reiter, asiatische Bogenschützen und europäische Schwertkämpfer. Diese unterschieden sich sowohl in ethnischer als auch religiöser Hinsicht enorm.
    Der Unterschied zwischen Auxiliartruppen und Fremdenlegion ist eher darin zu sehen, dass die Fremdenlegion nicht hauptsächlich aus Spezialisten für sonst untypische Waffengattungen besteht.
    Für die angestrebte Karriere des Sklaven im Roman müsste dieser allerdings freigelassen werden oder eine falsche Identität benutzen, sofern der Roman nicht in der Spätantike spielt, wo wegen Rekrutierungsproblemen auch Sklaven in die Armee eingegliedert wurden.
     
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  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich glaube eigentlich nicht, dass wir tatsächkich im Widerspruch zueinander stehen. Natürlich gab es Auxiliarii aus allen möglichen Gegenden des Reiches. So gesehen waren sie ethnisch heterogen. Eine Einheit bestand aber zunächst einmal aus Häduern, Batavern oder Balearen. Insofern waren sie zunächst jedenfalls ethnisch homogen.
     
  9. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Da gebe ich El Quijote Recht. Die einzelenen Einheiten waren anfangs sehr homogen. Einige Einheiten blieben das auch, wie etwa eine Ala Sagittaria aus Syrien, weil wegen der besonderen Qualifikation aus Syrien nachrekrutiert wurde.

    Bei der Mehrheit der Einheiten wurde aber zunehmend lokal nachrekrutiert. So findet man dann bei einer Ala Gallorum in Pannonien zunehmend Illyrer, und der Numerus Vandalorum in Ägypten bestand schnell fast nur noch aus Ägyptern.

    PS: Das begann schon im ersten Jahrhundert. Der OP ging aber von der späten Republik /frühes Prinzipat aus, wie ich gerade oben nachgelesen habe. Da können wir wohl von einer sehr großen Homogenität ausgehen. Wäre der Sklave also Gallier gewesen, dann hätte er sich vielleicht in der passenden gallischen Civitas, die für eine bestimmte Einheit Rekruten stellen musste, rekrutieren lassen können. Dazu hätte er sich aber erst in diese Civitas einschleichen müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Januar 2016
  10. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Hier spricht ein Kollege, hoffentlich verstehn´s die Historiker^^
     
  11. romanus00I

    romanus00I Aktives Mitglied

    Heißt das also, dass zum Beispiel ein Kelte in eine Einheit sarmatischer Reiter eintreten konnte, wenn diese in Britannien stationiert war? Weil niemand sich die Mühe machte, extra für diese Einheit an die Donau zu reisen um neue Rekruten zu finden?

    Bleibt die Frage der Ausrüstung. Blieb denn, trotz der ethnischen Veränderung, die Ausrüstung solcher Spezialeinheiten unterschiedlich - oder glichen sich mit der Angleichung an die lokale Bevölkerung auch die Ausrüstung der Auxiliare an einen Durchschnitt an?
     
  12. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Das scheint mir je nach Einheit unterschiedlich gehandhabt worden zu sein. Ich weiß nicht genau, wie der Numerus Sarmatorum in Britannien mit Rekruten ergänzt wurde. Bei sehr vielen Einheiten wurde aber lokal ergänzt.

    Die Ausrüstung der Auxiliarienheiten glich sich mit der Zeit an einen reichsweiten Standard an. Eine germanische Cohors unter Germanicus war sicher noch das, was man als leichte Infanterie mit germanischer Bewaffnung und Taktik bezeichnen kann. Keine 100 Jahre später standen die Bataver unter Agricola mit Lorica-Hamata, Spatha, Lancea und ovalem Schild den Pikten als schwere Infanterie gegenüber und erledigten den Job der Legionen, die in der Reserve gehalten wurden.

    Aber auch im zweiten Jahrhundert gab es immer noch Spezialeinheiten. Das waren dann oft keine Cohortes sondern Numeri. Aber auch manche Numeri entsprachen dem Standard. Umgekehrt blieben einige Alae und Cohortes nicht-standardisiert.

    Vielleicht wurde auch gemixt. Wenn ein guter gallischer Bogenschütze bei einer syrischen Cohors Sagittaria in Mainz anheuern wollte, dann mag das möglich gewesen sein. Aber dann eben mit Kompositbogen und dem langen syrischen Rock und der netten Mütze. Problematisch dürfte anfangs die Sprache gewesen sein. Auch wenn die Amtssprache Latein war, sprachen die frühen Auxiliare im täglichen Umgang wohl noch ihre Landessprache. Das scheint aber bald kein Problem mehr gewesen zu sein, sonst hätte die zunehmende lokale Rekrutierung nicht funktioniert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2016
  13. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Batavische Infanterie?

    Davon habe ich noch nie gehört. Die Bataver haben meines Wissens nach neun quingenare Kohorten schwerer Kavallerie mit der von Ihnen erwähnten Bewaffnung gestellt. Über Ihre Verdienste gegen die Pikten habe ich auch schon etwas gehört. Dass sie allerdings auch erstklassige Infanteristen gestellt haben sollen, ist mir neu; besonders mit dieser für die Infanterie untypischen Bewaffnung (spatha?!). Über mehr Informationen wäre ich dankbar.
     
  14. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    QUOTE=romanus00I;762471]Bleibt die Frage der Ausrüstung. Blieb denn, trotz der ethnischen Veränderung, die Ausrüstung solcher Spezialeinheiten unterschiedlich - oder glichen sich mit der Angleichung an die lokale Bevölkerung auch die Ausrüstung der Auxiliare an einen Durchschnitt an?[/QUOTE]

    Die Auxiliare waren ja spezialisierte Einheiten, die wegen ihrer besonderen Bewaffnung so taktisch wertvoll waren. Sie benutzten die für ihren Volksstamm typischen Waffen und blieben - soweit ich weiß - auch dabei. Andernfalls hätte man die entsprechende Einheit ersetzen müssen. Wenn bspw. plötzlich 1000 syrische Bogenschützen, die gegen die starke feindliche Kavallerie benötigt werden, zu leichter Infanterie werden, dann ist die Armee im Nachteil. Ob es jedoch Einzelfälle gab, in denen so etwas doch passiert ist, kann ich nicht ausschließen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2016
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Lies nach im 36. Kapitel von Tacitus' Agricola-Biographie über die Schlacht am mons Graupius, wo der Einsatz der Bataver geschildert wird. Aus der Schilderung geht klar hervor, dass es sich um einen Infanteriekampf handelte. Ihre Ausrüstung wird dort allerdings nicht so genau angegeben.
     
  16. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Wie ich bereits erwähnt hatte, blieben Spezialeinheiten bei ihrer landestypischen Bewaffnung und Tracht. Dazu gehörten etwa Bogenschützen oder berittene Bogenschützen und auch die numidische/maurische leichte Kavallerie und Andere.

    Die meisten Infanteriekohorten wurden aber zunehmend standardisiert: Lorica Hamata, Spatha, ovaler Schild, Lancea (ähnlich der Hasta). Die ideale Bewaffnung für den Schutz der Flanken gegen Kavallerie und leidlich auch zur Unterstützung der eigenen Kavallerie. Außerdem perfekt für Grenzsicherung und kleinere assymetrische Gefechte, die im Patrouillendienst üblicher waren.

    Damit verloren sie weitgehend ihre ethnische Eigenständigkeit und waren nicht mehr als leichte Infanterie zu bezeichnen. Sie waren vielseitiger ausgerüstet als die schwere Infanterie der Legionen mit Scutum und Gladius, weshalb sich ihre Ausrüstung wohl auch langfristig durchsetzte. In der Spätantike übernahmen die Legionen die Ausrüstung der Auxiliare des Prinzipats weitgehend.

    Aber die Auxiliare des späten ersten Jhdts, waren eben nicht mehr leicht. Man würde sie vielleicht als mittlere Infanterie bezeichnen. Die Römer versuchten das teilweise durch Numeri zu kompensieren, die die Rolle der hochbeweglichen leichten Infanterie übernehmen konnten. Zahlenmäßgig so richtig erfolgreich war das allerdings nie. Aber grundsätzlich konnte jeder römische Soldat, Teile seiner Ausrüstung ablegen (insbesondere die Lorica) und die Rolle der leichten Infanterie erfüllen, sofern er dafür ausgebildet war. Wie dies bereits die Legionäre des Julius Caesar als Antesignani gezeigt hatten.

    Die Bataver stellten sowohl Cohortes und Cohortes equitata als auch Alae. Ich meine sogar mehr Infanterie (siehe https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Roman_auxiliary_regiments). Und auch sie waren von dem Prozess der Standardisierung betroffen.

    Auch die Kavallerie machte diesen Prozess durch. Die normale Ala war wohl bereits Ende des 1ten Jhdts. mit der kurzen Lorica Hamata und der Spatha ausgerüstet, dazu Contus und/oder Wurflanzen. Damit gilt sie als mittlere Kavallerie und ist nicht mehr wirklich leicht. Die obengenannten Spezialeinheiten (Mauren, Syrer, etc. ...) waren davon ausgenommen. Die Bataver gehörten aber nicht dazu. Es mag sein, daß sie noch im frühen Prinzipat mit germanischer Bewaffnung und Taktik kämpften, aber unter den Flaviern war das wohl schon vorbei. Die römische Armee wurde im Laufe des 1ten Jahrhunderts massiv standardisiert.

    Tacitus sagt in der Tat wenig zur Ausrüstung. Aber die Lager der Auxiliarkohorten, wie etwa Vindolanda, wo auch Bataver lagen, sprechen heute immmer noch.

    PS: Wenn die Auxiliarkohorten des Agricola nicht in der Lage gewesen wären, im Schildwall als schwere Infanterie zu kämpfen, dann hätte sie Agricola wohl kaum gegen die Pikten in die erste Reihe gestellt, und den Kampf ohne Unterstützung durch die Legionen, die er in der Reserve hielt, siegreich ausfechten lassen. Sie kämpften sicher anders als Legionen mit Scutum und Gladius (eher wie Hopliten), aber höchstwahrscheinlich in enger Formation.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2016
  17. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Danke für die Info, Ravenik!
     
  18. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Das habe ich inzwischen recherchiert und tatsächlich wurden die von mir o.g. Kohorten der Bataver später in vier milliarische Regimenter und eine ala umgewandelt. Die Mehrzahl dieser Kämpfer war also Infanterie. Dennoch sind die Bataver eher für ihre Kavallerie berühmt gewesen, die angeblich in voller Rüstung und Montur Flüsse ohne Hilfssmittel schwimmend überqueren konnte. Außerdem stellten sie im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. einen großen Teil der berittenen kaiserlichen Leibgarde, weshalb diese auch später noch "Batavi" genannt wurde.
     
  19. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Aufgrund der Lorica Hamata, des ovalen Schilds und der Lancea nehme ich an, das soll sich auf die auxiliaren Infanteriekohorten beziehen. Diese Ausrüstung entspricht auch weitgehend meinen Informationen. Bezüglich der Spatha jedoch bin ich nach wie vor skeptisch.

    Zwar unterscheidet Tacitus in seinen 'Annalen' zwischen kürzeren 'gladii' und längeren 'spathae', letztere nach ihm von den Auxiliaren verwendet. Doch zeigen Grabsteine Auxiliare in der Regel mit Kurzschwertern, also den taciteischen 'gladii'. Daher wird der Begriff 'spatha' heute zumeist für römische Kavallerieschwerter mit längerer Klinge verwendet.

    Der Grund für Tacitus' Unterscheidung und die Bezeichnung der Schwerter der Auxiliaren als 'spathae' könnte möglicherweise darin liegen, dass die Hilfstruppen z.B. gladii hispaniensis verwendeten, während die regulären Truppen mit Schwertern der Typen Mainz oder Pompeji ausgerüstet waren.

    Die taciteische Unterteilung ist jedenfalls aus wissenschaftlicher Sicht mit Skepsis zu betrachten, da er 1. im Rückblick und ohne dabei gewesen zu sein schreibt und 2. sein Werk AUCH Literatur ist (bspw. die von ihm geschilderten Ereignisse im unmittelbaren Vorfeld der Schlacht bei Sentinum sind doch mehr als unwahrscheinlich).

    P.S.: Ein gutes Buch über die Bewaffnung von römischen Legionären und Auxiliartruppen, sowie über die Bedeutung des Krieges in der römischen Geschichte ist:

    James, Simon (2011): Rom und das Schwert. Wie Krieger und Waffen die römische Geschichte prägten. Verlag Phillip von Zabern

    Darin erfährt man auch, dass die Länge der römischen Schwertklingen durchschnittlich immer weiter zunahm. Daher ist es durchaus möglich, dass in der Spätantike einige Soldaten das trugen, was man heute als 'spatha' klassifizieren würde. Zu Zeiten Caesars halte ich das eher für unwahrscheinlich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2016
  20. Der_Princeps

    Der_Princeps Neues Mitglied

    Hier die oben erwähnte Grafik über die Länge der Schwertklingen (leider wird sie nicht richtig gedreht angezeigt :-( ):
     

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    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2016

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