Ach ja: Manipulation schriftlicher Texte…
Halleluja, dieses abscheuliche Delikt - "schriftliche" Texte coram publico zu manipulieren, also dümmlich direkt unter den Augen aller, die mitlesen - wird ganz gerne auch von Verfassern "schriftlicher Texte" kurioserweise
mit den eigenen solchen betrieben

um es mit Tom Lehrers unmanipulierten Worten (in Originalsprache) einzuleiten:
(Intro zu
The Vatican Rag) "
I have a modest example":
Der Autor erklärt in dem betreffenden Kapitel, dass er diese Schlussfolgerung anhand bestimmter Elemente in Wagners privatem Wohnsitz ziehen konnte
dass der Autor behauptet, dies sei in Bezug auf Wagners WOHNSTÄTTE geschehen...!
...so windet man sich also um die Antwort auf eine Nachfrage zu einem Detail herum, ohne zu bemerken, wie lächerlich man sich damit macht. Da fallen mir nur - unmanipuliert (Ehrensache) - schriftliche Texte, die sich sogar reimen, von Heine ein:
„So folgt Jeder der Methode,
Dran er nun einmal gewöhnet, (...)"
Heine, Disputation
Warum reite ich auf diesem nebensächlichen Detail herum? Das hatte ich längst deutlich gemacht, nämlich aus Interesse: ich kenne einen großen Teil der Sekundärliteratur zu Richard Wagner, auch der biografischen, und da wirkt so etwas
Aus dem Buch geht hervor, dass Richard Wagner im fortgeschrittenen Alter selbst die Liebesbriefe entdeckte, die seine eigene Mutter und ihr jüdischer Liebhaber Ludwig Geyer einander geschrieben hatten – und zwar in der Zeit, bevor er (Richard Wagner) selbst geboren wurde...
recht sensationell. Denn wenn irgendwo, sei es aus Nachlässen, sei es aus Archiven, seien es Zufallsfunde, bislang noch nicht katalogisierte/untersuchte Originalquellen zu Wagners Biografie und familiärem Umfeld auftauchen, dann landen die - schon allein, um ihre Echtheit zu prüfen - bei den zuständigen Forschungsstellen. Und sollte dergleichen, was oft vorkommt, auf Auktionen zum Kauf geboten werden, dann muss ebenfalls die Echtheit geprüft werden. (ich habe nicht den Eindruck, dass ein
@ViktorVW oder ein Thomas Frederik über die Expertise dafür verfügen). Kurzum: vermeintliche Originaldokumente müssen als solche verifiziert werden, übrigens auch schon im Interesse derjenigen, die damit sensationsheischend herumhantieren wollen! (sollten Briefe aufgetaucht sein, die belegen oder andeuten könnten, dass Wagners Mutter schon um 1812 herum eine außereheliche Beziehung mit Ludwig Geyer hatte, werden diese mit Sicherheit von der biografischen Forschung berücksichtigt - an der Genealogie, an der Herkunft Geyers, werden sie nichts ändern)
...ein Herr Frederik müsste eine bislang unerforschte "Wohnstätte" des Komponisten entdeckt haben (oder noch kurioser: unbeobachtet in einer bekannten solchen gewühlt und irgendwas gefunden haben, was alle übersehen hatten) welche dieser in seinen späten Jahren nutzte und welche originales Interieur aus dem Besitz des Komponisten enthält. Wäre ihm das gelungen, würde er diese Sensation melken und sich als Wagnerforscher feiern, statt viel Zeit damit zu verplempern, Dutzende von irrelevanten Kapiteln über Hitler zu schreiben...
zu guter Letzt, wie das Zitat oben zeigt, weicht unser zänkisch-hochtrabender
@ViktorVW beratungsresistent nicht davon ab, Wagners Stiefvater Ludwig Geyer eine jüdische Herkunft anzudichten: er bezeichnet ihn als "ihr (meint Wagners Mutter) jüdischer Liebhaber" (siehe oben, fett markiert) - man beachte, dass es sich um ein unmanipuliertes Zitat aus einem schriftlichen Text handelt.
...bei dieser Sorte Quellendokumentation und Kenntnisstand werde ich davon Abstand nehmen, das hoch gepriesene belgisch-amerikanische Wunderbuch zu lesen.