Ist Hitlers Politik Strategie oder Kalkül?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Drebin893, 26. April 2011.

Schlagworte:
  1. Drebin893

    Drebin893 Gast

    Oben steht die Frage..

    meine Meinung nach eigentlich Strategie, weil er klar Bündnisse abschließt (Nicht-Angriffs-Pakt mit Polen und Russlandvertrag) und damit das Bündnissystem der Franzosen kontert.
    Was sagt ihr dazu?
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hallo Drebin893,

    ist das eine allgemeine Frage von Dir, die Dich interessiert? Was verstehst Du unter der Differenzierung Strategie/Kalkül?
     
  3. Drebin893

    Drebin893 Gast

    Servus.. Haben nen Thesenpapier von unseren Lehrer bekommen.. Sollten das mal durcharbeiten, weiß selber nicht genau was gemeint ist.

    Aber eig. ist Kalkül das selbe wie Strategie.. ziemlich verwirrend..
     
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Was für Thesen sind denn da drauf?
     
  5. Zweterpegat

    Zweterpegat Neues Mitglied

    Ich denke auch ideologische Hintergründe steckten in der Politik Hitlers. Mit der Besetzung Teschechiens zB, erfüllte er ja seine Ideologie vom "Lebensraum im Osten". Wenn man von dieser Annahme ausgeht und weiß das der NS-Staat ohne die Besetzung der Tschechoslowakei fast pleite gewesen wäre, kann man vllt. sogar ein zwar nicht direkt gewollten, aber Hitler gelegend kommenden ideologischen Hintergrund in der Wirtschaftspolitik erkennen, wie zB ähnlich der Ausbeutung der Juden aus wirtschaftlichen Gründen wie zB der Historiker Götz Aly behauptet.
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine Antwort aus einem ähnlichen Thread. Eigentlich wollte ich nur den Beitrag zitieren mit Verweis. Aber irgendwie klappte das mit der Technik, bzw. meinem Verständnis der Technik, nicht so richtig.

     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2011
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  7. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Ich finde Deine Darstellung gut vertretbar, wobei es im Detail natürlich Gesprächsbedarf gibt. Das gilt insbesondere dann, wenn man die "Gesamtsicht" auflöst in einzelne Politikfelder und z.B. Hitlers Kirchenpolitik betrachtet. Hier sehe ich auch ein Problem der Fragestellung.

    Das andere Problem: "Strategie" und "Kalkül" - wenn das partout Gegensätze sein sollen - stehen in gewisser Weise begrifflich quer zu Macht/Machiavellismus, Improvisation, Pragmatismus usw. Vielleicht besteht ein Ausweg darin, Strategie als das langfristig-ideologische Konzept zu nehmen und Kalkül als das kurzfristig-situative?
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das sieht mir nach der vernünftigen Auflösung aus. Kalkül als situativ-kurzfristiger Ansatz deckt dann auch pragmatischen Aspekte der NS-Politik ab.
     
  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Meine Ausführungen bezogen sich lediglich auf die außenpolitische Situation.

    Im Buch von Weinberg entwirft er jedoch eine geradezu apokalyptische Sichtweise auf die Situation der Kirchen in einem Groß-Germanien.

    Visions of victory: the hopes of ... - Google Bücher

    Im Prinzip geht Weinberg von einer gigantischen Säuberungswelle aus, die ideologisch motiviert, die Kirchen als eigenständige Machtzentren nach einem erfolgreich geführten Krieg im Osten und im Süden mittel- bis langfristig ausgelöscht hätte.

    Vor diesem Hintergrund ergibt sich auch in diesem Fall, aus meiner Kenntnis sehr oberflächlich beurteilt, ein grundsätzlich vergleichbares Verhaltensmuster.

    Pragmatismus und arrangieren mit einem rivalisierenden Partner und bekämpfen und auslöschen in dem Moment, wenn andere "Handlungsfelder" erfolgreich gelöst sind.

    In der erste Phase zurückgehaltene ideologische Begründungen, die in der zweiten Phase dominant in Erscheinung treten.

    Zur sematischen Differenzierung von Strategie und Kalkül: Auch eine Strategie kann man ins Kalkül einer Handlungsweise einbeziehen. Eine Strategie ist aus meiner Sicht ein Handlungssystem inklusiver einer Zeitschiene. Ein Kalkül wäre aus meiner Sicht dagegen ein kognitiv ausgerichteter Kriterienkatalog, der handlungsrelevant sein kann bzw. mentale Prozesse steuert.

    In diesem Sinne ist die Triade Taktik, Operativ und Strategie eine sinnvollere Dimension, um das Konstrukt zu entwickeln, da mit jeder Stufe die Komplexität bzw. Mächtigkeit zunimmt.

    Aber letztlich ist es ja eh alles eine intersubjektiv ausgehandelte Definitionsfrage, welche Begriffe für welche Konstrukte verwandt werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2011

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