Klimageschichte

Weniger in Andalusien sondern eher an der Algarve u. im Alentejo, mich verzückt die ausgetrocknete Landschaft zum Ende des Sommers/Beginn des Herbstes ein ums andere mal. Dort versuche ich allerdings kein Obst/Kraut/Gemüse reif zu kriegen - die aktuell gegebenen "andalusischen" Bedingungen im eigenen Garten sind reich an Frust.
 
Ich habe heute im Vorbeifahren mehrere Laubbäume gesehen, die bereits ihr Laub abwerfen (aufgrund von Hitze und Dürre). Das hatte bereits etwas herbstliches.
 
Ich habe heute im Vorbeifahren mehrere Laubbäume gesehen, die bereits ihr Laub abwerfen (aufgrund von Hitze und Dürre). Das hatte bereits etwas herbstliches.
Ja, der Punkt ist auch der, das viele Bäume auch insgesamt anscheinend weniger Blattmasse tragen. Zumindest mir fällt das auf, es gibt da schon Auffälligkeiten. Wenn ihr mal auf Eichen achtet, viele davon machen am Stamm unter der Krone Seitentriebe, das geschied häufig unter Trockenstress.
 
Wenn's so weitergeht fürchte ich einen extrem pilzarmen Herbst, mein persönlicher Trockenstress schon jetzt.

Von den eigentlich erwartbaren 220-250 l Apfelsaft werden uns bis zur Ernte vermutlich 30%+x der Äpfel an den Bäumen verschrumpeln, bei einigen Sorten auch regelrecht verbrennen. Unsere Hobbygärtnerei bietet weitere eindrückliche Einblicke wie kurzfristig eingetretene hitzige Klimaveränderungen einst gewirkt haben müssen - gedanklich übertragbar auf Kalt-nass-dunkel-Szenarien - damals als kein Wasserhahn mal eben in Fluss gebracht werden konnte, oder Institutionen wie Supermärkte und Online-Bestellung noch mehr als Science-fiction war.
 
Eindrücklich sind auch "indirekte" Hitze-Auswirkungen wie die explosionsartige Erdfloh-Invasion im Gemüsegarten in diesem Sommer, Rucola wird gänzlich weggefresst, Kohlblätter weitgehend, aber auch Tomaten-, Zucchini- und Kartoffelngrün fies perforiert.
Ich habe den Winter 2004/05 an der Algarve verbracht, als erstmals ein afrikanischer Heuschreckenschwarm übers Meer nach Europa kam. Dem Spuk wurde zeitnah durch regenreiche Stürme ein Ende bereitet und die Auswirkungen hielten sich in Grenzen, und dennoch war's krass anzusehen was die Viecher in Kürze bewerkstelligen - eben war die Pflanze noch da.

Heiße Sommer und Winde verursachten bspw. auch folgendes:
"Im Jahr 1749 fühlten sich die Menschen an das biblische Ägypten erinnert. Nicht nur der kaiserliche Hof ordnete Bittgänge an, auch die Bischöfe. Gleichzeitig erinnerten sich die Menschen ihrer Tatkraft, um die Heuschrecken zu bekämpfen.
Im Hochstift Würzburg wurden 1000 Soldaten und dann auch Beamte dazu beordert, die Insekten zu töten. Im kurfürstlich-bayerischen Landau (heute Rheinland-Pfalz) gingen die Menschen mit Dreschflegeln gegen die Plage vor. Die toten Tiere erreichten hier innerhalb von drei Tagen eine Menge, die Gefäße mit einem Fassungsvermögen von zusammen 220 000 Litern füllten. Und dennoch blieben die Schwärme laut einem Augenzeugen so bedrohlich, als wenn "gar keiner wäre umgebracht worden"."
 
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Regengebiete scheinen kleiner zu sein als früher und lokal abzuregnen. Während mein Garten immer mal einen kurzen Starkregen abbekommt und grüner als im letzten Jahr ist, ist der Garten einer Kollegin, die nur ein paar Kilometer entfernt wohnt, total trocken. Interessant ist es, die Regengebiete auf der Wetterapp zu verfolgen, wie sie oft nach Gewitterwarnung dann doch knapp vorbeiziehen und man das Donnergrollen in der Ferne hört.
 
Regengebiete scheinen kleiner zu sein als früher und lokal abzuregnen.
Diesen Trend unterschreibe ich für die hiesige Region, abgesehen vom vergangenen durchschnittlich deutlich feuchteren Frühjahr mit seinen auffallenden Folgen wie stärkerem Pilzbefall (bspw. Schrotschuss-Krankheit). Mehrtägige Landregen gibt's hier immer weniger, entsprechend wird die Tiefendurchfeuchtung der Böden immer mieser. In der Lokalpresse gibt's nach meinem Empfinden häufiger als früher Berichte von kellerauspumpenden Feuerwehren im nahen Umfeld während man selbst die Grillwurst genossen hat.
Vor kurzem ist hier ein Starkgewitter in Sichtweite niedergegangen, bei uns fiel kein Tropfen. Die in weniger als einem Kilometer Luftlinie entfernt liegenden, kurz vor der Ernte stehenden Getreidefelder der 3 im Ort verbliebenen Landwirtschaften wurden arg in Mitleidenschaft gezogen.
Die Vorstellung subsistenzwirtschaftend weitgehend auf eben diese Ernte angewiesen zu sein...
 
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