Mein Theater-Chef verwirrt mich bezüglich meines Promotionsvorhabens

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Krusk, 19. Dezember 2007.

  1. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    Thema wird OT!

    Ich denke auch, dass das eigentliche Thema mittlerweile missachtet wird. Jetzt meinen manche mit mir über mein Thema diskutieren zu müssen statt darüber, was mein Theater-Chef gesagt hat. Vielleicht sollte man eine diesbezügliche Diskussion um die Arbeit woanders weiterführen.
     
  2. Sheik

    Sheik Neues Mitglied

    Kann dazu nicht viel sagen, aber wenn du das Gefühl hast, dass dein Theater-Chef recht hat, würde ich mich wirklich noch mal mit meinem Doktor-Vater zusammensetzen und explizit dieses Problem besprechen.

    Andersweitig kenn ich mich wohl noch schlechter als der Rest der Leute hier mit der Neuzeit aus, aber ich würde die Meinungen und Anregungen von vermeindlichen Laien nicht einfach so übergehen, da von dort aus häufig eine Blickrichtung kommt, die man als "Person im Thema" nicht mehr hat.
     
  3. Tekker

    Tekker Gast

    Na gut, weil du es bist, sag ich nochmal was dazu.
    Das tat er sicherlich aus gutem Grund, was dir die Diskussion in diesem Thread auch deutlich machen sollte. Ich nehme an, er kennt dich besser als dein Betreuer oder wir. Evtl. liegt die Skepsis deines "Chefs" mitunter in diesem Umstand. Denk mal drüber nach. :)
     
  4. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    Also ich weiss nicht, ob ich mich jetzt hier OT unterhalten soll.
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Wie eigentlich unterhält man sich OT und was heisst OT?
    Du musst wissen, ich kann keine Neusprache.
     
  6. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    OT=Offtopic.
     
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Aha. Und wie unterhält man sich, wenn man "Off" ist?

    Ich weiss nun schon, das es Themenfremd heisst. Nur das OFF geht mir nicht in den Kopf. Wenn ich bei meinem PC schaue, steht da OFF für aus.
    Vieleicht wollte dein Theaterchef dir ja auch nur klar machen, das dein Thema, so wie du es machen willst insgesamt OT ist. Denk mal drüber nach.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Dezember 2007
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das verstehe, wer will. :fs:

    Nach der Themenüberschrift soll hier also Gesprächsgegenstand ausschließlich Deine Verwirrung sein (wegen Theater mit Chef) ...

    ... und nicht Dein Thema: das sei Offtopic?

    Merkwürdig.:D
     
  9. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    @silesia

    Schriftliche Quellen.

    Nein, Diskussionsebene ist die Geschichte. In der Ökonomie wird nämlich überhaupt nicht über die Arbeit und ihre begriffliche Bedeutung diskutiert. Und selbst wenn man das machen würde, müsste man sich früher oder später mit der Geschichte befassen.

    Auch wieder falsch. Diskussionsebene dafür ist kritische Gesellschaftstheorie.

    Aber eben nur in der modernen Gesellschaft.

    Wenn dem so wäre, würde man Arbeitslose nicht als Faulenzer bezeichnen und von ihnen mittels diverser Repressionen verlangen, sich bis zum Erbrechen um auch die unpassenste Arbeit zu bemühen. Denn auch ein Arbeitsloser lebt von Arbeit, nur nicht von seiner eigenen.

    Den Koch möchte ich sehen, der von seinem Kochberuf lebt, aber dennoch nicht marktabhängig ist. Das wäre ein Widerspruch in sich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Dezember 2007
  10. Tekker

    Tekker Gast

    Womit du dann aber im falschen Board gelandet bist, dies ist ein Geschichtsforum.


    So, und nun reicht es lieber Krusk. Hier ist nicht der Platz, um deine wie auch immer geartete politische Weltanschauung unters Volk zu bringen oder Tagespolitik zu diskutieren. :motz:
     
  11. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    Kritische Gesellschaftstheorie hat viel mit Geschichte zu tun.

    Sag das 'silesia'.
     
  12. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Erinnerung an die Forenregeln:

     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Dezember 2007
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Na, jetzt kommen wir ja doch noch zum Diskurs. Vielleicht ergeben sich nützliche Anregungen.

    zu 1. welche? Den Nachweis hast du nicht gegeben.

    zu 2. ich vermute mal, dass Du aufgrund dieser Behauptung über keine ökonomische Vorbildung verfügst, sonst käme das sicher nicht so locker-flockig daher. "Arbeit" läßt sich unter verschiedenen Aspekten untersuchen: u.a. medizinisch, soziologisch, eben auch ökonomisch, dort noch volks- oder betriebswirtschaftlich. Die vorgenannten Gebiete können insofern Hilfswissenschaften für ökonomische Betrachtungen darstellen. Da hier die Tauschwirtschaft und die "essentielle Verknüpfung mit Überleben" angesprochen waren, kann es nur um wirtschaftliche Aspekte gehen. Oder hast Du beim "Überleben" in (arbeits-)medizinischen Kategorien gedacht ? ... :D Den Bereich müßte man also noch sauber abgrenzen.

    zu 3. Der These kann ich nicht zustimmen. Ein Grundproblem wäre, wenn Historiker sich der Volkswirtschaftslehre als Hilfswissenschaft verschließen würden. Die kritische, fachlich anzuerkennende Würdigung bestimmter historischer Entwicklungen wäre dann ausgeschlossen. Ebenso bleibt "Kritische Gesellschaftstheorie" (also politologisch?) eine Worthülse, wenn sie keine fachbezogenen bzw. fachlich originär anerkannten Maßstäbe verwendet. Leider, leider ist es in der Praxis so, dass ein weitverbreiteter Irrglaube steht, man könne sich seine ökonomischen Modelle oder Theorien flugs selber basteln. Das scheint beklagenswerterweise ein Fachgebiet zu sein, auf dem sich wie beim Fußball jeder für kompetent hält. :cry:
     
  14. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    @silesia


    Sagte ich das nicht bereits? Beschwerden mancher Grundherren über die Arbeitsweigerung der Unterschichten; der Wunsch vieler Unterschichten nach einem eigenen Stück Land statt Arbeit; die Empfehlung eines Gutsherren, den Unterschichten bloß nicht zuviel Land zu geben, dass sie nicht mehr arbeiten gehen, sondern von ihrem Land leben würden.

    Also in der bisherigen Einstiegsliteratur in die Wirtschaftswissenschaften habe ich bislang noch nichts über eine Diskussion über die Arbeit gelesen.

    Nicht von mir. Ich verknüpfe Tauschwirtschaft nicht mit einer ahistorischen Überlebensnotwendigkeit.

    Also das ist lächerlich. Seit wann muss, damit sich eine Theorie etablieren kann, der Maßstab von "anerkannten" Fächern verwendet werden?

    Nicht flugs, aber doch selber. Was wäre daran falsch?

    Wer bestimmt denn, wer kompetent ist und wer nicht?
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    :confused: Geld ist doch keine moderne Erfindung! Was ist mit den lydischen Elektron-Münzen des siebten vorchristlichen Jahrhunderts? Den ersten römischen Münzen die einen bos taurus zeigten, um zu signalisieren: dieser Barren entspricht dem Gegenwert eines bos taurus? Was ist mit Kauri-Muscheln in Afrika und Asien oder Kakao-Bohnen bei den Azteken? Alles Währungsmittel und alles andere als modern und diese Bsp. stehen nur in einer ganzen Reihe der Währungsgeschichte. Wozu aber brauchte man Währungsmittel, wenn nicht um in einer komplexen Wirtschaftswelt zu tauschen?
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber gerade die Empfehlung des Grundherren, Unterschichten nicht zu viel Land zu geben (oder zu belassen?), damit sie eben keine Subsistenzwirtschaft betreiben könnten, zeigt doch, dass Deine These vom negativen Arbeitsbegriff falsch ist. Es geht darum ein Abhängigkeitsverhältnis zu schaffen bzw. diesem zu entgehen.
     
  17. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    @el

    Nein, es geht darum, dass man versuchte, die Unterschichten zum arbeiten - im Gegensatz zum eigenen Feldbau - zu bewegen. So interpretiere ich es zumindest. Diese Interpretation stützt auch eine Quelle, in der sich ein Grundbesitzer beschwert, dass sich die Unterschichten weigern zu arbeiten - im Sinne einer Lohnarbeit.

    Das habe ich auch nicht gesagt. Ich wollte nur sagen, dass die ausschließliche bzw. primäre Abhängigkeit vom Tausch erst seit dem Kapitalismus existiert.

    Waren keineswegs existenzbestimmend für eine ganze Gesellschaft, sondern nur eine Randerscheinung der jeweiligen Gesellschaften. Zumindest für die Vormoderne in Europa kann man das behaupten.
     
  18. Tekker

    Tekker Gast

    Was ich mich bei dir die ganze Zeit schon frage:

    Ist das eigene Stück Land bearbeiten keine Arbeit? :confused:
    Das eigene Getreide erntet sich auch nicht allein vom zugucken. Davon abgesehen braucht es mehr als ein Stück Land und ein paar Kühe. Kleidung und Möbel z.B. wollen auch hergestellt werden. Das von dir mittlerweile überstrapazierte Beispiel/Argument vom Gutsherren, der sich über nicht arbeiten wollende "Unterschichten" (wer is das eigentlich konkret?) beschwert, hat El Quijote m.E. sehr gut entkräftet, indem er darauf hinwies, daß es dabei darum ging,
    :fs:

    Ach so, btw., denk doch mal beim Geschenkeauspacken diese Tage daran, daß deren Erwerb (Tausch) letztlich auch ach so grausame Arbeit (nicht auf dem eigenen Feld) zugrunde liegen dürfte.
     
  19. Krusk

    Krusk Neues Mitglied

    @tekker

    Das ist eben die Frage. Wir würden heute sagen ja. Aber vor der Aufklärung sagte man wahrscheinlich meistens nein. Ansonsten lies dir noch mal meinen längeren Beitrag oben über den Arbeitsbegriff durch. Ich wiederhole mich hier nicht noch einmal.
     
  20. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Im römischen Reich war die Geldwirtschaft keine Randerscheinung; besonders in der Spätantike sogar von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Das nur mal als Anmerkung.
     

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