Rohstoffversorgung im 1. Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von jschmidt, 17. Januar 2009.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die Rumänen haben bis 1916 geliefert. Dann gab und gibt es in Deutschland ja durchaus Vorkommen. Bei Celle fällt mir ein, auch im Elsass wurde gefördert. In Galizien gab es Vorkommen die im 1. WK ausgenutzt wurden.
    Das hat für den Kriegsbedarf wohl gelangt.

    Aber, wie gesagt, für den privaten Bedarf blieb nichts mehr. Und die Petroleumlampe spielte damals anscheinend eine große Rolle bei der Beleuchtung.

    OT: Meine Urgroßmutter starb 1911 an Verbrennungen als eine Kusine meiner Mutter eine Petroleumlampe umwarf.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Nochmal Verweis nach oben: wenn die 100.000 to strategischer Reserve - richtige Darstellung im Marinearchiv unterstellt - 6 Monate reichen sollten, und mit Bauumstellungen auf 18 Monate gestreckt worden sind, dann redet man für die Marine nicht über wirklich große Mengen.


    Anderer Aspekt: der Verbrauch für die Flugzeuge, der dürfte exorbitant im Kriegsverlauf gestiegen sein.
     
  3. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich denke mir auch, der Transportweg aus der Türkei wäre zu aufwendig. Obwohl, über die angefangene Bagdadbahn(?). So gab es z.B. für die Zeppeline extra bereitgestellte Züge mit Gastankwagongs, die durch das ganze Kaiserreich Wasserstoff transportierten. Auch bis Bulgarien (Jamboli), von wo aus die Zeppeline im Schwarzen Meer und der Adria operierten. Die Tanks der Wagongs speicherten den Wasserstoff bei 200 at. Der Wasserstoff wurde mittels über weißglühendes Eisen geleiteten Wasserdampf hergestellt. Das war nicht überall möglich.
    Aber der Zug an sich war im Allgemeinen wirklich einfach nur schon abgefahren. Es waren ja, rein von der Witschaft her gesehen eher Reaktionen als Aktionen. An sich war der ganze Erste Weltkrieg nicht geplant und man stolperte von der einen in die andere Katastrophe, bis man eben nicht mehr konnte.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ganz sicher,
    und, marinemäßig, der Verbrauch der U-Boote (Diesel-Motoren) muss ungeheuerlich gestiegen sein, war mit Sicherheit so nicht geplant.

    OT: Das U-Boot als Kriegswaffe ist ohne den Dieselmotor, der erst kurz vor dem 1. WK das Laborstadium überwand, fast untauglich.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Nee, ist nicht.
    Die Vorkommen in Mesopotamien waren zwar seit Jahrtausenden bekannt, gefördert wurde dort aber meines Wissens da noch nicht. Außerdem haben die Briten dort von Kuwait aus sehr früh angegriffen.

    Die Vorkommen bei Mossul sind im Zug der Bagdadbahn-Planung entdeckt worden, haben zu ganz erheblichen politischen Verwirrungen geführt, wurden aber auch erst Ende der 20er Jahre ausgebeutet.

    OT: Die Briten, die BP damals 100% im Besitz der Royal Navy, bezog ihr Rohöl im 1.WK aus Persien, wo sie eine 200km lange Pipeline betrieben, die deutsche Kommandotrupps mehrfach unterbrachen, insbesondere während der Dardanellen-Angriffe 1915.
     
  6. Ladislav

    Ladislav Neues Mitglied

    Du hast Einzelheiten in die Frage deutche Kommandotruppen gegen pipeline? Ich kenne nicht diese Truppen.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Googel mal nach Wilhelm Wassmuss

    hieraus:
    dies
    Sorry, ist ein Selbstzitat.
     
  8. admiral

    admiral Neues Mitglied

    War es nicht so, dass die Deutschen Truppen im Nahen Osten hatten (Asienkorps), kleinere Kontigente, letztendlich auch wegen der beschränkten Transportmöglichkeiten durch die Bagdadbahn? Diese (das bedeutet natürlich die Deutschen und die Türken, wobei letztere das Gros der Trupen stellten) hatten die Möglichkeit England durch einen Angriff gegen den Suezkanal oder die persischen Ölfelder anzugreifen. Colmar von der Goltz, der Kommandeur, wählte den Weg durch das Zweistromland Richtung Persien (vielleicht auch deswegen, weil es gute Möglichkeiten gab, den Schiffsverkehr durchs Mittelmeer durch U-Boote von der Adria zu stören). Ich denke, ein wesentlicher Grund hierfür war die Ölversorgung Englands aus dem Mittleren Osten zu unterbinden (ein Erfolg hätte weitere Operationen der Deutschen gestützt, z.B. die Niedermeyer-Hentig-Expedition Niedermayer-Hentig-Expedition ? Wikipedia, die Indien-Operation Hindu?German Conspiracy - Wikipedia, the free encyclopedia, auch den Osteraufstand in Irland Osteraufstand ? Wikipedia).
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2009
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Moment mal.
    Das Osmanische Reich war sehr groß. Vom Jemen aufwärts die ganze Nordküste des Roten Meeres, der heutige Irak, Syrien, Palästina auch Ägypten stand zumindest noch nominell unter osmanischer Herrschaft.

    Der Krieg in Mesopotamien fand überwiegend auf osmanischem Gebiet statt, also in der Verteidigung.
     
  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Lieber @repo, wo ist bei dir Norden? :devil:
    Wie dem auch sei, die Türken waren nicht offensiv. Nach der Katastrophe im Kaukasus 1915 und einem halbherzig geführten Raid gegen den Sueskanal waren sie eigentlich nur noch bemüht, sich irgendwie durchzuwursteln.
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Dann meinetwegen die Nordostküste.:pfeif: Auf jeden Fall von Sana über Mekka und Medina, Akaba bis Gaza alles osmanisch.
    Doch nach Persien sind sie auch noch mal eingerückt. Was aber keineswegs die Zustimmung der Deutschen hatte.
    Die Unterbrechung der Pipeline waren Kommandounternehmen, keineswegs irgendwelche Offensiv-Operationen. Hast Du recht.

    Am Suez waren die glaube ich sogar mehrfach, aber auch Kommandos, mehr haben sie vermutlich gar nicht durch den Sinai durchgebracht.
    Irgendwo habe ich ein Bild, deutscher Doppeldecker über den Pyramiden von Gizeh. Technisch sicher eine große Leistung, aber sonst eben Episode.
     
  12. admiral

    admiral Neues Mitglied

    Die Schlacht von Kut-al-Amara war im Dezember 1915 eigentlich ein entscheidender türkischer Sieg in Mesopotanien Siege of Kut - Wikipedia, the free encyclopedia. Der Sieg wurde von den Türken nicht richtig ausgenutzt, letztlich weil von der Goltz im April 1916 starb (manche sagen, er wurde vergiftet).
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Letztlich aber aus der Verteidigung heraus.
    Die Briten standen ja schon kurz vor Bagdad, aus Kuwait kommend.

    Die Osmanen (Türken ist eigentlich falsch) hatten da "Oberwasser" für einige Zeit.
    Die Dardanellen waren erfolgreich verteidigt worden, und durch den Sieg über die Serben konnten die Osmanen erstmals direkt versorgt werden.
    Zuvor musste über Rumänien geliefert werden, was da schon problematisch war.
     
  14. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Zumindest meint Wikipedia, dass Deutschland sich mit Bagdadbahn und der darausresultierenden Sicherung der Erdölvorkommen im Kaukasus, Anatolien und Mesopotamien sich von den US-amerikanischen Erdölimporten unabhängig machen wollte.
    Ob diese Importe schon 1914 gestoppt wurden oder erst Anfang 1917 - keine Ahnung.
    Das deutsche Interesse für die britischen Erdölfelder von Baku (Kaukasus) war schon vor dem 1. Weltkrieg vorhanden.
     
  15. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Zweimal gingen Deutsche und Türken in großer Besetzung Richtung Kanal vor (mit Patrouillen natürlich öfter):

    • im Februar 1915 mit ca. 20.000 Mann, 2 türkische Kompanien konnten auf einer Pontonbrücke ans Westufer gelangen, wurden aber dort gefangen genommen
    • Ende Juli/Anfang August 1916, freilich bereits 40 km östlich des Kanals aufgehalten und zum Rückzug gezwungen
    (nach: "Jildirim" Deutsche Streiter auf heiligem Boden [Schl. d. Weltkr., 4], 1925, S. 16 ff., dort S. 19 auch Hinweis auf Bombenabwürfe aufs Westufer, deren "moralische Wirkung [...] gewaltig" gewesen sein, aber offenbar nicht gewaltig genug.
     
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  16. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es gab von Anfang an die brit. Seeblockade, die Deutschland aushungern sollte. Da kam nichts mehr aus Amerika.
     
  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ich habe schon mehrfach nach Angaben dazu gesucht.

    Sämtliche Nahrungsmittel kamen erst im Oktober 1915 auf die Konterbandeliste. Bis dahin dürften doch die Transporte neutraler Schiffe in die holländischen Häfen, von dort nach Deutschland, weitergelaufen sein,

    oder?
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ok, das neutrale Holland wie Dänemark hatte ich jetzt nicht im Blick. Dieses "Schlupfloch" ist ja dann auch dicht gemacht worden.
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Aus Mesopotamien kam damals kein Erdöl, obwohl die Vorkommen seit Jahrtausenden bekannt waren.
    Die Bagdadbahn war nicht fertig.

    Über die Ausbeutung der Ölfelder in Verbindung mit der Bagdadbahn (Kirkuk+Mossul) hat man sich unmittelbar vor Beginn des 1. WK mit den Briten geeinigt. Aber bis Ende der 20er Jahre wurde dort ebenfalls nichts gefördert.
    Das kaukasische Öl, insbesondere Baku gehörte zum Zarenreich, zB die Rothschilds waren dort investiert. Kam also auch nichts.
    Die Iranisch/persischen Vorkommen waren in britischer, sogar Navy, Hand.
    Auch dort wurde schon gefördert, aber nix drin für das Kaiserreich.

    Weiter oben habe ich speziell zu diesen Themen schon einiges verlinkt, kann man nach dem Anklicken lesen:mad:

    Ein Selbstzitat (da links nicht gerne geöffnet werden)
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2009
  20. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Bei Ratifizierung des Londoner Abkommens wären die Luftlöcher geblieben, aber ohne...
    Es wird schon noch eine gewisse Zeit etwas gekommen sein, aber die Briten sind ja dann recht rigoros vorgegangen.
    Die Bezüge der Neutralen wurden auf dem Vorkriegs-Niveau gedeckelt und dies laufend überwacht. Hat sich das gehabt.

    Bekannt sind ja die Ägyptischen Baumwoll-Lieferungen über Italien bis 1915.
     

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