Sachsen-Anhalt - römische Lager, Funde, Interessantes

die Elbe liegt weiterhin in Reichweite und wird sich in diesem Bereich auch nicht großartig verändert haben
Schon die kleinste Kurve im Flussbett sorgt für unterschiedliche Erosion, dadurch "wandert" das Flussbett.
Es bilden sich Schlingen, die dann auch irgendwann durchstechen, dann verlanden und es bilden sich neue Schlingen.

Auch nach Hochwasser verlagert sich ein Fuss gerne mal.

Die alten Flussschlingen oder Flussbetten kannste eigentlich auf Satelitenbildern sehr sehr oft sehen.

In 2.000 Jahren wird die Elbe isicherlich ziemlich hin-und-her gewandert sein.

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Ist aber auch Nebensache, es wurde in Hinblick auf die "Funde" nur überlegt, ob genau da vor 2000 Jahren die Elbe langfloss.
 
Habe nur eine allgemeine gefunden bzw. nur von der Abteilungsleiterin Abteilung Bodendenkmalpflege.
Damit will ich sie nich belästigen.
Ich weiß ja nicht, wie die Bodendenkmalpflege in Sachsen-Anhalt aufgestellt ist, in NRW ist es mittlerweile so, dass die archäologische Datenerhebung (sprich die Grabungen) weitgehend in privatwirtschaftlicher Hand ist. Soll heißen: die Landesämter beauftragen Grabungsfirmen damit die Grabungsleitungen zu übernehmen, d.h. die Landesämter müssen nicht mehr so viele Grabungstechniker mehr unterhalten und keine Grabungshelfer mehr anstellen, sondern das liegt bei den Grabungsfirmen. D.h. die Landsämter sind auf die Verwaltung der archäologischen Bodendenkmale fokussiert, organisieren die wissenschaftliche Auswertung. (Kann sein, dass das so nicht ganz stimmt, aber das ist die Beobachtung die ich mache. das mittlerweile die Landesämter hier nicht mehr selber graben, sondern graben lassen und sich auf die Wissenschaft und Verwaltung konzentrieren.) Ich weiß nicht, ob das in Sachsen-Anhalt genauso läuft, aber wenn dem so ist, dann ist die Abteilungsleiterin der BDP genau die richtige Ansprechpartnerin. Und wenn nicht, dann leitet sie die Mail halt weiter. Das Schlimmste, was dir passieren kann, ist dass sie dir antwortet, dass sie nicht die korrekte Ansprechpartnerin sei ODER, dass sie dich ignoriert.

Da ich selber mal im Museum gearbeitet habe, weiß ich, dass spinnerte Laien, die meinen etwas gefunden zu haben, ziemlich nervig sein können. Aber das was du das hast, sieht recht interessant aus. Sonst hätte ich dir nicht geschrieben, dass du dich da melden sollst.
 
Dr. Ralf Schwarz
rschwarz lda.stk.sachsen-anhalt.de

Nicht 100% sicher, ob die Adresse stimmt, aber auf jeden Fall schon sehr netten Kontakt zu dem Herren bezüglich Luftbildauswertung gehabt.

Ansonsten ruhig an die Abteilungsleiterin schreiben. Das wird dann schon an die richtige Stelle weitergeleitet.

[Mod: @ aus der Addy rausgenommen, um das Postfach von Dr. Schwarz zu schützen.]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Vielen Dank an Zhane für die Mailadresse und an El Quijote für seinen informativen und ehrlichen Beitrag.

Dann werde ich Herrn Dr. Schwarz in den nächsten Tagen einmal anschreiben.
Mal schauen, wie ich das in der Mail formulieren werde.
 
Hallo BR110,

ich war Mal so frei und habe deine Fotos an Dr. Schwarz vorab gesendet. Ich habe ihm auch mitgeteilt, dass du die Koordinaten ihm noch selbst übermittelst - es ist ja schließlich deine Entdeckung. Soweit ich das überschaue sieht das Recht gut aus.

PS: Ich schaue ab und zu hier mal rein.

Grüße an Alle ins Forum

Euer Hermundure, der mit neuer Frau sehr gerne auf seinem zweirädrigen Pferd unterwegs ist...
 
Schon die kleinste Kurve im Flussbett sorgt für unterschiedliche Erosion, dadurch "wandert" das Flussbett.
Es bilden sich Schlingen, die dann auch irgendwann durchstechen, dann verlanden und es bilden sich neue Schlingen.

Auch nach Hochwasser verlagert sich ein Fuss gerne mal.

Die alten Flussschlingen oder Flussbetten kannste eigentlich auf Satelitenbildern sehr sehr oft sehen.

In 2.000 Jahren wird die Elbe isicherlich ziemlich hin-und-her gewandert sein.

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Ist aber auch Nebensache, es wurde in Hinblick auf die "Funde" nur überlegt, ob genau da vor 2000 Jahren die Elbe langfloss.
Zwischen Aken und Dessau haben wir aber nördlich wenig Auswanderung, da Hochufer. Die laufänderungen fanden südlich statt.
 
Ich bin euch für eure Rückmeldungen sehr dankbar.
Bezüglich der Frage wegen der Lage - die Elbe liegt weiterhin in Reichweite und wird sich in diesem Bereich auch nicht großartig verändert haben. 10 Minuten Fußmarsch und man hat wieder frisches Wasser. Aken ist weiterhin in der Nähe.
Der Abstand erscheint mir ziemlich groß. Nun, da deine Ansprüche durch die Meldung gesichert sind, kannst Du auch etwas deutlicher werden. Und wenn Du einen Elektronikbastler kennst, könnte der mal mit einfacher Spule und Kompfhörer über die Vegetationsmarke laufen und auf Elektrosmog kontrollieren. Das geht ohne besondere Erlaubnis. Bei Starkstromleitungen reicht der Smog mehrere Meter weit.
 
Falls Sie ein Denkmal besitzen beziehungsweise es Ihr Eigentum ist – oder falls Sie beabsichtigen, ein unter dem Denkmalschutz des Landes Sachsen-Anhalt stehendes Kulturdenkmal zu erwerben –, ist Ihre erste Anlaufstelle für jegliche Auskünfte und Anträge Ihre örtlich zuständige Untere Denkmalschutzbehörde. In der Regel ist diese am Bauamt eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt angesiedelt. Eine Übersicht finden Sie nachstehend.
 
Habe Herrn Dr.Schwarz angeschrieben. :)

Ich vermute aber, dass das was ich vorgestellt habe, hier im Forum schon indirekt bestätigt wurde. Nämlich im Thema "Zugang zum römischen Marschlager".
Da erwähnt Hermundure kurz, dass er eine Info über ein weiteres, sehr großes Lager in der Nähe von Aken vom Luftbildarchäologen erhalten hat.

Wenn ich noch einmal auf 2020 zurückblicke, da hatte ich 500mx600m (30ha) ausgemessen. Dabei ist es wahrscheinlich doppelt so groß.
Damals fand ich den Wert utopisch. Mal abgesehen von der Lage. Heute ist es für mich mittlerweile realistischer.
Naja, kleiner Messfehler :cool:

60 ha würden reichen für 3 Legionen oder sogar mehr?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Bielefeld-Sennestadt hat 26 ha und gilt als Drei-Legionen-Lager.

  • Wikenburg in Niedersachsen ebenfalls, mit 30 ha.

  • Hachelbich wird als Ein-Legionen-Lager betrachtet, ist entsprechend kleiner, in der Größe aber nicht sicher bestimmbar : 23-40 ha.

Ein Problem liegt sicherlich darin, dass augusteische Lager nicht ohne weiteres mit späteren Lagern vergleichbar sind, nicht nur in Bezug auf Clavicula-Tore und Titula.

Die Marschlager aus den Markomannenkriegen müssten mit zum Vergeich herangezogen werden.
 
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Ich hatte wegen der Form, der Größe sowie die Maße des Titulum des Lagers bei Groß Rosenburg nach Auswertung der Luftbilder auf das 2. Jh. zuerst getippt. Es ähnelt sehr dem Lager in Charvatska Nova Ves. Es gibt kein einziges augusteisches Lager mit Titulum. Das Kleinlager in Oberbrechen mit Titulum wurde nach der Geophysik damals "hinein interpretiert". Die Auswertung ergab ein offenes Tor ohne vorverlegten Graben. Leider wurde in der gängigen Literatur Oberbrechen immer wieder mit Titulum dargestellt bzw. übernommen. Sehr zum Leidwesen meinerseits, da ich die Hoffnung für Aken auf die augusteische Periode hatte. Aber egal, ich freue mich auch so das erste Lager in Sachsen-Anhalt gefunden zu haben. Mein persönlicher Traum ist in Erfüllung gegangen.
Das Argument von @Hermundure klingt mir immer noch plausibel:
"Es gibt kein einziges augusteisches Lager mit Titulum."

Andererseits haben wir meines Wissens zum Vergleich kein einziges gesichertes Marschlager des Ahenobarbus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, klar. Aber es hätte ja sein können, dass es unter Ahenobarbus römische Marschlager mit Titulum gab, unter Drusus, Tiberius und Germanicus aber nicht.

Wenn die Hypothese ist "Augusteische Marschlager haben kein Titulum", würde ein einziges augusteisches Lager (meinetwegen auch des Ahenobarbus) mit Titulum diese Hypothese falsifizieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Steffen,
deine Bodenanomalie ist wirklich sehr interessant. Der Graben hinter dem mutmaßlichen Titulum scheint nicht unterbrochen zu sein, was aber nicht zwingend ein Ausschlusskriterium gegen ein Titulum sein muss. Vielleicht wurde der Graben nach dem Bau des Titulums dann doch noch geschlossen.
Die Lage an sich ist immer noch sehr nah an der Elbe und auf einer leichten Anhöhe gelegen (ca. 60 m über Null an der höchsten Stelle). Ich kann auf den mir vorliegenden Luftbildern nur den nördlichen und den östlichen Graben erkennen. Was mich etwas stutzig macht ist die Tatsache, dass diese beiden Gräben ebenfalls auf den Luftbildern aus dem Jahr 2000 recht gut zu erkennen sind, da die hier angebaute Feldfrucht normalerweise nicht so deutliche Spuren erkennen lässt.
Die Gräben im Süden und Westen kann man auf dem Luftbild von 2000 jedoch nicht erkennen. Auf dem relevanten Messtischblatt und der Karte der preußischen Landesaufnahme sind jedenfalls keine Gräben zu erkennen, was gegen ehemalige kleine Wassergräben sprechen dürfte.
Weißt du welche Feldfrucht gerade im Bereich des südlichen und westlichen Grabens angebaut wird? Sollte es sich um Weizen, Gerste oder Roggen handeln, wäre der Monat Mai der ideale Zeitpunkt um eine kleine Exploration mit einer Drohne durchzuführen. Handelt es sich um einen Graben eines römischen Marschlagers, könntest du ihn ggf. so erkennen. Insbesondere in Zeiten wenn es sehr trocken ist. Also JETZT!
Alternativ würde ich den Bauern mal fragen, ob du im Herbst oder Winter einen kurzen Schnitt auf seinem Feld durchführen darfst. Nach ca. 1 Stunde weißt du, ob du es mit einem Spitzgraben zu tun hast oder nicht.
Grüße aus der Altmark von einem, der hier immer noch ein römisches Marschlager sucht und weiß, dass es sie gibt. ;)
 

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Habe mir die Situation nochmal angesehen. Die Entfernung zur Elbe, die dort im Mittelalter einen kleinen Sprung gemacht hat, wäre gerade noch akzeptabel. Dort haben wir ein Hochufer mit Hohlweg. Und den wichtigsten Elbübergang der gesamten Mittelelbe. Hier sollte schleunigst eine Messung ohne Grabung erfolgen. Römische Funde gibt es, außer ein paar offensichtlich getürkten, auf dem Hochufer oder im Fluss nicht. Dafür aber Briquetage, was für das Alter des Übergangs (Furt) spricht.
 
Es wurden einige auch lesenswerte Beiträge gelöscht, die sich auf einen - um es vorsichtig auszudrücken - irrealen und nebenbei zu Ordnungswidrigkeiten aufrufenden Beitrag bezogen.
 
Und den wichtigsten Elbübergang der gesamten Mittelelbe. Hier sollte schleunigst eine Messung ohne Grabung erfolgen. Römische Funde gibt es, außer ein paar offensichtlich getürkten, auf dem Hochufer oder im Fluss nicht. Dafür aber Briquetage, was für das Alter des Übergangs (Furt) spricht.
Ob das der wichtigste Übergang über die gesamte Mittelelbe war, dass sei dann mal dahingestellt, allerdings wird man dann konzedieren müssen, dass der Übergang dort auch in späteren Zeiten noch bedeutsam gewesen sein wird, was die Chance signifikant erhöht, dass vorhandene Strukturen in dem Gebiet auch aus späteren Epochen stammen und darauf ausgelegt gewesen sein könnten, den wichtigen Übergang zu sichern/Kontrollieren.

Um so mehr wäre es wahrscheinlich angezeigt, sich zunächst mal mit der Ortshistorie zu befassen und zu schauen, ob da aus späterer Zeit etwas überliefert ist, was man an dieser Stelle erwarten könnte, Feldlager aus dem 30-Jährigen Krieg, dem 7-Jährigen Krieg oder der Napoléonik zum Beispiel.

In der Zeit wird natürlich die strategische und kommerzielle Bedeutung anderer Elbübergänge und Brücken, bzw. Orte mit solchen, wie Magdeburg größer gewesen sein, als die Furt, allerdings, werden diese in der Regel auch besser gesichert gewesen sein, was es für eine Armee logisch hätte machen können auf die Furten, statt Brücken in befestigten Orten zu setzen um schnell den Fluss zu queren und sich eine langdauernde Belagerung zu ersparen, oder einer anderen Kriegspartei eine solche Querung abseits der strategischen Strongpoints zu verunmöglichen und den Fluss als nasse Barriere gegen eine, möglicherweise zahlenmäßig überlegene gegnerische Macht einzusetzen.
 
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Mehrere wichtige Handelsstraßen in Nord-Süd-Richtung querten die Elbe an dieser Stelle. Eine slawische Wasserburg wurde zur anhaltischen Burg ausgebaut. Wenn die Mauerwerksfunde am heutigen Südufer stimmen, könnte es sogar eine Brücke gegeben haben. Im Mittelalter war der Ort wichtiger, als das junge Zerbst. Erst ein großes Hochwasser brach die Elbe gradlinig durch und zerstörte die Anlage.
Es ergibt sich die Frage nach der Marschrichtung der Truppen.
- von Aken aus nordöstlich der Elbe in Richtung Fläming (wasserlos und trocken wie die Streusandbüchse)
- von Süden über die Elbe in nördlicher Richtung (Sigillata-Funde bei Deetz)
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