Mittelalterlager
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Lassen sich die Flußläufe und die Topographie zur römischen Zeit gut nachweisen?
Hast Du da eventuell entsprechendes Kartenmaterial?
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Die Elbe änderte ihren Verlauf nur innerhalb des ca. 15km breiten Urstromtals. Aus der Römerzeit gibt es kein Karten-Material. Erst die Laufänderungen im Mittelalter sind dokumentiert. Aber nicht ganz glaubhaft, denn die Burgen lagen schon vor dem angeblichen "großen Elbesprung" direkt mit wenigen Ausnahmen (Kühnau, Reina) am heutigen Verlauf. Am Neekenschen Werder prallte der Fluss einst gegen das Hochufer und floss dann nach Westen. Hier gibt es noch den Tot-Arm "Alte Elbe". Nach dem großen Hochwasser verlagerte sich das Rosslauer Hufeisen nach Osten und der Kühnauer See wurde nicht mehr durchflossen. Er wurde jetzt ausgebaggert und brachte Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit, aber keine römischen. Richtung Aken gibt es noch ein paar Alt-Arme (Ober- und Untersee), leider ohne datierbare Funde.Lassen sich die Flußläufe und die Topographie zur römischen Zeit gut nachweisen?
Hast Du da eventuell entsprechendes Kartenmaterial?
Die Messtischblätter der preußischen Landaufnahme sind schon ein nettes Werkzeug, aber sie zeigen halt den Zustand und teilweise Namen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung an. Man erkennt Altarme, Seen, Bäche und sogar verlandete Flussschleifen, aber man sieht nicht ob es pleistozäne oder holozäne Verläufe sind!Mit dem Kartenmaterial hatte ich Topographische Karten (1:50.000) gemeint (zufern es neue überhaupt noch gibt), hier sieht man meistens ganz gut alte Flußläufe, verlandete Altarme und einiges mehr.
Zwischen Aken und Dessau sind im Luftbild einige Schleifen sichtbar. Nicht sichtbar sind mittelalterliche Großwallanlagen (Thieleburg, Schadehalle), die zum Hochwasserschutz errrichtet wurden und in voller Größe im Gelände noch vorhanden sind. Aus der Thieleburg-Großwallanlage wurde schon mal ein Tiberiuslager gemacht. Wann die Elbe darum herum floss, ist nicht erkennbar.Die Messtischblätter der preußischen Landaufnahme sind schon ein nettes Werkzeug, aber sie zeigen halt den Zustand und teilweise Namen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung an. Man erkennt Altarme, Seen, Bäche und sogar verlandete Flussschleifen, aber man sieht nicht ob es pleistozäne oder holozäne Verläufe sind!
Ein kurzer Blick auf Aken in GoogleEarth zeigt doch einige Hinweise auf Flussverlagerungen die durch Mäanderwanderung, Grinnenverlagerung, Flusslaufverlagerungen oder Altarmbildung entstanden sein könnten.
Also die Karten sind schon nützlich, aber man muss sie auch als „Geologe“ lesen können.
Das behaupten Hermundure und du in diesem Forum ja mindestens seit 2018, dass in Pömmelte römisches sei. Das angebliche Zangentor von Pömmelte ist aber für die Römer viel zu schmal (siehe auch Beiträge von @Sepiola diesbezgl.) und Meller/Zirn und Spatzier haben verschiedenes vorgelegt, da liest man was von Glockenbecherkultur und Aunjetitzer Kultur, sprich Spät- und Endneolithikum und Frühbronze. Es wird eine Siedlungskontinuität bis ins erste Jahrtausend vor Christus angenommen. Von einem römischen Pömmelte wissen weder Meller/Zirn noch Spatzier etwas. Zumindest in keiner der Publikationen, die das Deutsche Archäologische Institut über Pömmelte gesammelt hat. (Suche :: Zenon )Es gibt zumindest Merkwürdigkeiten. So die slawische Siedlung in offensichtlich römischem Marschlager in Pömmelte.
Soll der geneigte Leser sich jetzt durch sieben Jahre Forengeschichte wühlen?Ich erinnere an die Deckungsgleichheit mit Vetera1. Siehe Diskussion.
Dann erwarte ich zumindest alternative Vorschläge.Soll der geneigte Leser sich jetzt durch sieben Jahre Forengeschichte wühlen?
Wie gesagt, von den in Pömmelte tätigen Archäologen erwähnt keiner die Römer in Bezug auf Pömmelte.
Im SpätMA versuchte man mittels mit Kräutern vollgestopfter Schnabelmasken die Pest von sich fern zu halten. Das Faktoid: Die Pest übertrüge sich über schlechte Luft. Tatsächlich überträgt sie sich über ein Bakterium, dass durch Flöhe von deren eigentlichen Wirtstier, der Ratte, mangels Wirtstier auf den Menschen übertragen wurde. Das war für mittelalterliche Menschen nicht feststellbar. Hätte nun ein mittelalterlicher Mensch gesehen, dass die Schnabelmasken mit Kräutern nicht wirkten, aber keine Erklärung dafür gehabt, was der tatschliche Übertragunsgweg für die Pest war, so hätte er trotzdem Recht mit seiner Kritik gehabt.Dann erwarte ich zumindest alternative Vorschläge.
Als in Pömmelte gegraben wurde, war an Aken 1 und 2 noch nicht zu denken. Heute wissen wir, dass Römer mehrmals hier waren. Die klaren Linien, die sauber gerundeten Ecken und das Vetera- ähnliche Zangentor schließen vorgeschichtliche Urheber aus. Karolingische Funde fehlen. Als die Slawen ankamen, war das Lager schon vorhanden. Hochmittelalter scheidet deshalb aus. Die Erbauer des Lagers müssen zumindest ein Römerlager einmal gesehen haben.genauso ist es hier: die Feststellung, dass hier ein Faktoid vorliegt, dass Pömmelte ein Römerlager sei, verpflichtet nicht dazu, weitere Hypothesen in die Welt zu schmeißen, was es denn stattdessen war.
Aber ich habe durchaus einen Vorschlag (der natürlich anhand des Befundes zu überprüfen wäre(!)): Warum soll es sich nicht um die Umfriedung der spätneolithischen und/oder frühbronzeitlichen Siedlung handeln?
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