Für die Antike gilt leider eher:
Es sind Schlachten, die
geschrieben sind.
Ich hatte mich zuletzt mit den Fortschritten der Wissenschaft beschäftigt.
Findet man die Skelette der Kämpfer, so kann man mit DNA-Analysen feststellen werden den die Kämpfer der Karthager, Perser, Römer, Griechen usw. waren. Die sog. Haplogruppen der wichtigsten Völker hat man rekonstruiert.
Dazu muss man das Schlachtfeld finden.
Es gibt ganz neue Scan-Techniken, wie man z.B. unterirdische Strukturen nahe der Pyramiden auf dem GIZA-Plateau gefunden hat, bzw. die Myonen-Technologie, die Hohlräume in den Pyramiden entdeckte.
Und natürlich gibt es weiterhin Metalldetektoren. Auf dem Markt erhältliche Geräte können bis 5 Meter tief gelegene größere Objekte entdecken.
Unis dürften hier noch bessere Geräte haben.
Wie sieht es aus mit Issos, Gaugamela, Canae & co ?
Die Bedeutung ist klar, wird hier nochmal zusammengefasst:
The study of ancient battlefields is a fascinating branch of archaeology that reveals insights into past conflicts, military strategies, and the experiences of warriors. By uncovering weapons, armor, skeletal remains, and other artifacts, archaeologists piece together the narratives of long-forgotte
www.thearchaeologist.org
Aber: Die Schlachtfelder wurden noch gar nicht gefunden.
Was eine Enttäuschung. Ohne diese Funde, keine Nachweise der Schlachten, keine DNA-Analysen der Kämpfer.
Man kann nur hoffen, dass sich das ändert.
Deine These oder Schlussfolgerung zusammengefasst ist dass wir über antike Schlachtfelder im Grunde praktisch nur literarische Beschreibungen haben aber praktisch keine oder so gut wie keine archäologischen Funde von antiken Schlachtfeldern- wenn ich das richtig verstanden habe.
In den letzten Jahrzehnten sind ja doch eine recht spektakuläre archäologische Funde bekannt geworden. Kalkriese und Harzhorn.
Da ist einmal natürlich Kalkriese dazu gibt es hier im Forum Diskussionen rauf und runter. Da ist zumindest die Deutung, dass man dort einen Schauplatz der Varus-Schlacht gefunden hat, nicht ganz abwegig.
Ein anderer Fund war der vom Harz-Horn, da war es nun so, dass man darüber keine literarischen Quellen hat, nur etwas in der Historia Augusta über den Germanienfeldzug des Maximinus Thrax. Dieser Fund war eine Sensation, da man den Römern, in der Zeit der Reichskrise keine Operationen so tief in die Germania libera zugetraut hätt.
Ein weniger bekannter Fund aus der Türkei war ähnlich gelagert. Da gibt es den Fund von Kremna. In der Zeit des Kaisers Probus eroberte der Lokaldynast Lydios die Stadt Kremna in Pisidien und nahm die Bevölkerung als Geisel und verschanzte sich in Kremna.
Gegen ihn soll Probus eine Strafexpedition geführt haben. Die Römer bauten eine Rampe, eine circumvallatio und contravallatio. Lydios führte ein Terrorregiment, gab nur Lebensmittel aus an Frauen, die seinen Männern zu willen waren. Als Lydios durch eine Schießscharte guckte, schoss man ihn mit einem Katapult ab.
In Kremna war es so, dass es nur die Historia Augusta und einen Bericht des byzantinischen Historiographen Zosimos.
In Kremna wurde nun tatsächlich bei Grabungen entdeckt, dass dort zur fraglichen Zeit dort tatsächlich eine Belagerung stattfand. Es wurden Katapultbolzen, Militariafunde und auch der Belagerungsdamm der Römer gefunden.
Dann ist da Masada, die Zelotenfestung, da ist die Belagerung recht gut erforscht. Erforscht auch, dass die Belagerung gar nicht so lange dauerte, wie manche glauben. Der Film Masada von 1981 mit OPeter O Toole ist schon sehenswert, aber die Belagerung dauerte nicht drei Jahre, und die Römer kamen nicht im Sommer. Sie dauerte nicht annährend so lange.
Die Schätzungen wie lange gehen von 6 Wochen bis maximal 6 Monaten.
Was kann man auch nach Tausenden von Jahren überhaupt erwarten auf einem Schlachtfeld zu finden?
Der Sieger behauptete das Schlachtfeld, und er nahm alles mit, was er noch brauchen konnte.
Manchmal errichtete man ein Trophäum ein Siegesdenkmal.
Die Spartaner errichteten bei den Thermopylen ein Denkmal, die Thebaner bei Leukra.
Bei Chaironea fanden mehrere Schlachten statt, die berühmte 338 v. Chr. und später eine zwischen Sulla und Mithradates VI. Eupator. Schon Plutarch hat darüber berichtet, er wohnte in der Nähe.
Leichen wurden in Massengräbern beigesetzt oder verbrannt oder auch von Tieren gefressen.
Die Beschreibung von großen Schlachten war ein Lieblingsprojekt antiker Historiographen seit Herodot die Perserkriege beschrieb.
Über einige antike Schlachten gibt es recht detaillierte literarische Berichte, einige antike Schauplätze von Schlachten lassen sich recht genau geographisch lokalisieren, nur kann man bei den meisten nicht erwarten, eine Funddichte zu erwarten wie auf den "killing fields" in Flandern, in der Picardie, im Artois und in der Champagne.
Es gibt aber auch Schlachten, Feldzüge, über die man nur ganz geringe literarische Quellen zur Verfügung hat und auch einige, von denen man nur durch archäologische Funde erfahren hat.