Sozialistengesetze

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Gisele, 11. April 2005.

  1. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    Also dieser Rudolf von Bennigsen war Vorsitzender der nationalliberalen partei.
    Ludwig Windthorst war Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei und Widersacher Bismarcks im Kulturkampf.
    Wie waren denn die Verhältnisse Bismarcks zu den jeweiligen Parteien? Nicht so gut oder, da Windthorst ja schon im Kulturkampf gegen Bismarck war!!!??!??!?

    HILFE...
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Beim Zentrum waren sie klar: Kontra.
    Bei den Liberalen sah das schon komplexer aus:

    http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/innenpolitik/liberalev/
     
  3. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    hmhm...
    Von wann ist die Karikatur denn? von wem? Ich habe nur das Bild an sich gefunden, jedoch keine weiteren Informationen darüber :(
    Wieso hat bismarck denn jetzt eigentlich den reichstag aufgelöst??? Die nationalliberalen wollten Bismarck ja dann doch unterstützen, nachdem der Kaiser schwer verwundet wurde (durch das 2. Attentat Nobilings)?!?!?! Wieso hat Bismarck dann den reichstag auflösen lassen?
     
  4. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

  5. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    Also wer sind denn nun die zwei Männer rechts auf dem Bild?

    Ich hätte gesagt, dass der Mann mit dem Vollbart Wilhelm Liebknecht ist!!! und nicht wie ihr meint, dass das Rudolf von Bennigsen ist. vom bart her ist es liebknecht. Vom gesicht her eher rudolf von bennigsen...
    ach man... ich mag karikaturen nicht... :(
    Der kleine mann vorne mit der Brille ist Ludwig Windthorst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2006
  6. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Tatsache bleibt, dass die Mitglieder der SPD, die ja aufgrund des Sozialistengesetzes verboten war, als unabhängige Abgeordnete in den Reichstag gewählt wurden. Es waren nach den Sozialistengesetzen mehr sozialdemokratische Abgeordnete im Reichstag als vor den Gesetzen. Diese Gesetze wirkten für Bismarck kontraproduktiv. Man kann eben eine Gesinnung nicht per Gesetz verbieten.:grübel:
     
  7. Mercy

    Mercy unvergessen

    Die Karikatur stammt von 1884, und damit wird alles klarer.
    Die "Ostereier" waren "Für die Commission zur Berathung des Socialisten-Gesetzes" bestimmt.
    Am 9. Mai 1884 erfolgte die Abstimmung im Reichstag über die weitere Verlängerung des Sozialistengesetzes. Die Zentrumsfraktion zerfiel in zwei Flügel auseinander: in einen konservativen, der dem Verlängerungsgesetz zu einer knappen Mehrheit verhalf, und in einen mehr zur Mitte orientierten unter der Führung Windthorsts.
    Bismarcks Ziel war, das Zentrum zu spalten, um im Reichstag leichteres Spiel zu haben (was ihm nicht gelang).
    Lit: Lothar Gall, Bismarck.

    Demnach müssten beide Personen der Karikatur Zentrumsleute sein. Leider konnte ich die zweite nicht identifizieren.
     
  8. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    Danke Mercy ... jetzt versteh ich das ganze.
    hmmm... ja, jetzt würde ich nur zu gerne wissen welche Personen das sind.

    Achja... war das nicht der 12.Mai andem man über die Verlängerung des Sozialistengesetzes abstimmte?
    Was versteht man denn unter "zur Mitte orientiert"??? :confused:
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2006
  9. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    aus "was" bestand denn überhaupt die Commission im jahre 1884??!?!!?
     
  10. Mercy

    Mercy unvergessen

    Mehr als die Anmerkung bei Gall fand ich leider nicht, obwohl mich das Thema Centrum und Bismarck durchaus interessiert.
    Gall nannte den 9. Mai.

    Die "Mitte" im Reichstag war die eher "Linke" beim Zentrum. Sie setzte sich später innerhalb des Zentrums durch.
     
  11. FranziH

    FranziH Neues Mitglied

    hmmm..
    ja... was war denn damals die "kommission" ?
    Bei der Karikatur steht oben ja "für die Commission....."
     
    1 Person gefällt das.
  12. Mimmy

    Mimmy Neues Mitglied

    Also ich muss grade ein Referat über die SPD während der Kaiserzeit halten und hab dabei recherchiert, dass einer der Attentäter tatsächlich mit der Partei zu tun hatten, aber nur in sofern, dass er gerade kurz vorher ausgeschlossen wurde und der Andere, Nobiling glaub ich, hat einfach aus persönlcihen Gründen gehandelt....
     
  13. Mimmy

    Mimmy Neues Mitglied

    Ach ja und wurde die Sozialgesetzte nicht gemacht um der SPD die Grundlage zu entziehen, also damit die Arbeiter sagen:" och das ist doch alles gar nicht mehr so schlimm jetzt mit Krankenversicherung und so da müssen wir ja nicht das ganze Theater der PSD mitmachen..."
    > hatte aber doch eine ganz andere Wirkung oder???:confused::grübel:
     
  14. wilkenjan

    wilkenjan Neues Mitglied

    Machtpolitik

    Ich denke, dass Bismarck ein reiner Machtpolitiker war, dem daran gelegen war, das gerade geschaffene Deutsche Kaiserreich in der geschaffenen Form stabil zu halten,da es nur so in der europäischen Konstellation funktionierte. Insofern kann man ihn durchaus als deutschnational bezeichnen. Er hat die Arbeiterbewegung in erster Linie als Störgröße für den Nationalstaat betrachtet und durch die Sozialgesetze einen stabilisierenden Faktor geschaffen, um diese neue Kraft in den Nationalstaat zu integrieren, als das Verbot nicht die erhoffte Wirkung zeigte. Ich denke, das wäre bei jeder anderen gesellschaftlichen Strömung ähnlich verlaufen, erst Repression und dann Integration.
     
  15. IronDuke

    IronDuke Neues Mitglied

    Bismarck sah wahrscheinlich in der SPD bzw. ihrer Vorläufrepartei deshalb eine Gefahr für die bestehende Ordnung, weil das sozialdemokratische Parteiprogramm marxistische und revolutionär orientierte Inhalte aufwies. Tatsächlich haben die Sozialdemokraten eigentlich nie wirklich revolutionäre oder marxistische Politik betrieben, ihnen ging es mehr darum in der Tagespolitik pragmatische Verbesserungen für ihre Wählerschaft zu erreichen. Politische Veränderungen sollten gerade nicht revolutionär, sondern im Rahmen legaler Möglichkeiten bewirkt werden. Damit unterschied sich die SPD deutlich von anderen Bewegungen jener Zeit wie dem Kommunismus und dem Anarchismus.
    Gleichwohl machte sie die verbale Anlehnung an den Marxismus und der Wille einer gesellschaftlichen Umwälzung für die herrschenden Kreise verdächtig. Neben dem Adel in dem immer noch ständisch ausgerichteten Reich bestanden diese herrschenden Schichten auch aus dem Großbürgertum, d.h. Kaufleute und Industrielle, die von Bismarcks Reich am meisten profitierten und natürlich staatstragende höhere Beamte und Militärs. Sie alle hatten ein Interesse an dem Erhalt der bestehenden Ordnung und da waren marxistische Ideen zu radikalen Gesellschaftsveränderungen "unerwünscht". Man darf nicht vergessen, dass Bismarck in der Tat zu allererst Preusse war, die Reichseinigung 1864 bis 1871 wurde von ihm gerade deswegen betrieben, um die Macht und den Einfluß des preussischen Königs und des dahinter stehenden Systems, für das er so sehr einstand, zu erhalten.
     
  16. Benniii

    Benniii Neues Mitglied

    Bismarck - Sozialistengesetz

    Hey :)
    Ich soll kurz nach den Ferien eine Präsentation über Bismarck & sein Sozialistengesetz halten. Da ich aber weniger der Geschichtsfreak bin, würde ich euch bitten, mal eben über mein Referat zu schauen. Kritisiert, was er nur zu kritisieren gibt. Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar kleine Tipps.

    MfG :yes:
     

    Anhänge:

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  17. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Benniii

    Die Gliederung des Referates ist schon ganz o.k.; wichtig wäre natürlich zu wissen, welche Jahrgangsstufe Du bist.

    Folgende Empfehlungen:

    Ich verlinke Dich mit dem Wiki-Artikel über das Deutsche Reich.

    Es könnte nützlich sein, daß nachstehende Begriffe in Deinem Referat zumindest auftauchen

    - "Gründerjahre" und "Gründerkrach", 6.2.
    - "Kulturkampf" 6.1.2.
    - "Schutzzollpolitik" 6.3.2.
    - "Einführung der Sozialversicherung" 6.3.3.
    - "Kartellpolitik und konservative Mehrheiten" 6.3.5.

    Hinsichtlich des Parteiprogrammes schau auch hier nach:

    Kritik des Gothaer Programms – Wikipedia

    Wenn Du Dein Referat überarbeitet hast, stell es einfach wieder in diesen Thread.


    M.
     
  18. Benniii

    Benniii Neues Mitglied

    Hey
    Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Die Präsentation ist für Jahrgangsstufe 12 - Gymnasium, und sollte so etwa 20 - 25 Minuten dauern. Das Thema umfasst Bismarcks Sozialistengesetz.

    Hier die derzeitige Version der Präsentation. Gibt es daran was zu kritisieren bzw. zu verbessern?

    Hat wer einen Tipp für einen Interesse weckenden Einstieg ?
    Zudem muss die Bewertung einen Aspektes, sowie eine Quellenanalyse ( z.B. Karikatur ) gemacht werden. Was bietet sich denn dafür an?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2010
  19. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Also ich finde deine bisherige Präsentation zu kurz. Zudem kommst du erst auf deiner letzten Folie zum eigentlichen Thema. Oder sollen die vier Folien nur eine Gliederung darstellen?

    Ich finde auch das Layout nicht wirklich gelungen. Wird das bei euch mitbewertet, oder ist das egal? Der ADAV heißt ausgeschrieben übrigens auch Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (erste Folie).

    Zur Bewertung eines Aspekts sowie zur Quellenanalyse bieten sich beim Thema Sozialistengesetze natürlich die Sozialistengesetze per se zur Quellenanalyse und Bewertung an, oder muss es im Rahmen der Quellenanalyse eine Karikatur sein?
     
  20. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Benniii

    "... und sollte so etwa 20 - 25 Minuten dauern"

    Präsentationstechnik:

    Pro Chart rechnet man mit 3 bis 4 Minuten Präsentationszeit, also benötigst Du für 20 bis 25 Minuten ca. 7 bis 9 Charts.

    Deine Idee Bismarck mit "bubble charts" zu versehen, finde ich o.k. und jahrgangsstufengerecht.

    Es fehlt die Überschrift; Vorschlag, nimm einfach "Sozialistengesetze 1878 bis 1890" und vergiß nicht, die Charts zu numerieren.

    Nun zu den Charts:

    1. Chart "Vereinigung der beiden Arbeiterparteien"

    Ziel ist natürlich die "Verbesserung der Lage der Arbeiter", das "Kästchen Sozialdemokratie" würde ich weg lassen. Why? Die Sozialdemokratie war nicht das Ziel an sich, wenn Du ein zweites "Zielkästchen" haben möchtest, dann nenn es "Beendigung der Spaltung der Arbeiterbewegung".

    3. Chart "Der Weg zu den Sozialistengesetzen"

    In die Kästchen mit den beiden Attentaten gehört das exakte Datum und der Name des Attentäters, Daten findest Du hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)

    2. Chart

    Nicht "Reichsfeind" sondern "Reichsfeinde".

    Erweitern könnte man die "bubble charts" durch "Beendigung des Kulturkampfes" und "Neue Reichstagmehrheiten", "Gründerkrach und Verschärfung der sozialen Lage" sowie "Schutzzollpolitik ante portas?".

    Mein Vorschlag, Chart 3a.

    "Von diesen Grundsätzen ausgehend, erstrebt die deutsche Arbeiterpartei mit allen gesetzlichen Mitteln den freien Staat - und - die sozialistische Gesellschaft; die Aufhebung des Lohnsystems mit dem ehernen Lohngesetz - und - der Ausbeutung in jeder Gestalt; die Beseitigung aller sozialen und politischen Ungleichheit."

    zitiert: Karl Marx - Kritik des Gothaer Programms (Vergl. dort II)

    Key word ist "gesetzlichen". Da die deutsche Sozialdemokratie der Revolution im Gothaer Programm abschwor, hätte es der Sozialistengesetze auch nicht bedurft. Also gab es auch keine tatsächliche "Revolutionäre Bedrohung" sondern höchstens einer angenommenen. Daher Dein Kästchen "Revolutionäre Bedrohung" raus oder ergänze um "gefühlte".

    Mein Vorschlag Chart 3b.

    "Verschärfung der sozialen Lage durch den Gründerkrach 1873".

    Schau hier:

    Gründerkrach – Wikipedia

    Nun zu weiteren Quellen:

    Zuckerbrot und Peitsche – Wikipedia

    Wilhelm I. - Deutscher Kaiser 1871 - 1888

    Gesetzgebung zur Sozialversicherung

    Hier findest Du Karrikaturen:

    Bismarck in der Karikatur

    Viel Spaß bei der Erarbeitung des Referates/Präsentation, wenn Du meinst, daß Du fertig bist, stell einfach die Datei wieder in den Thread ein.


    :winke:

    M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2010
    1 Person gefällt das.

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