Du rutschst in int. Seerecht ab.
Nein, dass ist die gleiche Diskussion. Kriegsvölkerrechtliche Trennung von Kombattanten und Nichtkombattanten gilt selbstredend auch zur See, denn ansonsten hätte es ja keinen Grund gegeben sich über den uneingeschränkten U-Boot-Krieg zu beschweren.
Die Frage ob hier zivile Opfer bewusst in Kauf genommen werden durften, um ein militärisches Ziel zu erreichen, ist ganz die Gleiche, wie beim Luftkrieg, wurde aber von britischer und amerikanischer Seite binnen 20 Jahren dadurch, dass man nach dem 1. Weltkrieg die Protagonisten des U-Boot-Krieges auf deutscher Seite als Kriegsverbrecher ausgeliefert sehen wollte, während man später im Bezug auf den Luftkrieg auf Anklagen verzichtete um sich nicht auch mit den eigenen Leuten zu befassen, völlig konträr beantwortet.
Roosevelt's fast schon ueberemenschliche Zurueckhaltung DEU nicht den Krieg zu erklaeren, nachdem DEU friedliche amer. Schiffe ( wird als 'innocent passage' bezeichnet) angegriffen und versenkt hatte, ist schon beachtlich.
Weder hat die deutsche Seite vor der Kriegserklärung an die USA gezielt Jagd auf US-Amerikanische Schiffe gemacht, noch hat Roosevelt im Bezug auf NS-Deutschland besondere Zurückhaltung an den Tag gelegt.
Ohne ZUstimmung des Congress einfach mal den Krieg erklären, konnte er als Präsident überhaupt nicht und der damalige Widerwille in den USA sich nochmal in einen europäischen Krieg hineinziehen zu lassen, ist ebenso bekannt, wie der Umstand, dass Roosevelt z.B. in Fragen des Verkaufs von Zerstörern und Gleitschutz, so wie die Weitergabe von Positionen deutscher U-Boote im Atlantik so weit ging, wie er eben konnte, ohne formal den Krieg erklären zu müssen.
Ueber den ARCADIA Vorfall bist Du nur oberflaechlich informiert. Die Gustloff Katastrophe ist in der Tat einmalig. Doch wir sind hierbei beim Seerecht etc, also andere Thematik.
Ich kann mich nicht erinnern die Arcadia oder die Gustloff überhaupt erwähnt zu haben, außerdem wäre ich neugierig zu erfahren, woher du auf meinen Informationsstand bezüglich der Arcadia schließen möchtest?
Wenn ich oben von gewissen Schiffen auf der Nordatlantik-Route schrieb, war selbstverständlich der 1. Weltkrieg gemeint.
Spekulationen, z.T. irrealistisch.
Du darfst gerne näher begründen, was Spekulation oder irrealistisch daran sein sollte, das Dresden nicht unbedingt das Herz der Schwerindustrie in Deutschland oder für die Endfertigung noch bedeutender Waffensysteme besonders wichtig gewesen wäre.
Und du darfst auch gerne begründen warum Mitte Februar 1945, unter dem Eindruck des zeitgleichen Zusammenbruch Deutschlands in Ost und West seit Ende 1944, Anfang 1945 die Annahme, der Krieg ginge seinem Ende entgegen und würde kaum mehr als noch einige Wochen/Monate andauern hätte unrealistisch sein sollen.
Aus dem Vormarschtempo der alliierten Streitkräfte in den vorrangegangenen Monaten wäre diese Vermutung durchaus abzuleiten gewesen.
Nicht 'in Angst zu versetzen' sondern auch deren Ueberlebensmoeglichkeiten zu nehmen, i.e. sie wurden von der Ausuebung gewisser Berufe verstossen.
Das war bereits deutlich vor der "Pogromnacht" 1938, was die Herausdrängung aus bestimmten Berufsfeldern angeht, dass allerdings mit den Berufsverboten ein Abschneiden der Überlebensmöglichkeiten eingetreten wäre ist wiederrum eine offensichtliche Übertreibung.
Die von den Nazis verhängten Berufsverbote gegen als jüdisch eingestufte Personen, betrafen den Staatsdienst, dass Justizwesen und verschiedene andere Berufsfelder und Schritt für Schritt wurden Juden durch sogenannte "Arisierungen" auch aus Inhaber- oder Leitungspositionen in der Privatwirtschaft herausgedrängt, allerdings verboten diese Maßnahmen als jüdisch eingestuften Menschen nicht grundsätzlich privaten Besitz zu haben oder einen Beruf auszuüben um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Das war eine verbrecherische Diskriminierung, aber zu diesem Zeitpunkt noch kein Mordplan in Ausführung. Der wäre in meinen Augen wie gesagt frühestens bei der "Pogromnacht" Ende 1938 anzusetzen.
Diesmal teile ich nicht Deine Meinung mit der Du wohl nicht alleine stehen wirst. Tatsache jedoch ist, dass das HC Museum in Washington diese Gesetzgebung als Teil des HC's betrachtet. Ditto das 'Yad Vashem Holocaust History Museum' in Jerusalem. Dort werden in einer eigenen Gallery die Folgen der Nuernberger Gesetze als Teil des HC's in Wort, Bild und Film praesentiert.
Man kann diese Gesetze natürlich als eine vorbereitende Handlung zum Völkermord betrachten.
Nur ergibt sich für mich da wie gesagt das Problem, dass es sie nicht nur in Deutschland gab, sondern eben zum Beispiel auch in Italien, wo sie aber anders als in Deutschland nicht in vergleichbarer Form in den Völkermord führten.
Insofern gibt es jedenfalls keinen Automatismus, der von einem zum anderen führte, was für mich dafür spricht beides nicht unbedingt als Einheit zu sehen.
Ich werde natürlich anderen nicht vorschreiben, wie sie die Geschichte zu interpretieren haben, ich lege nur da, warum ich das so sehe.
FRA hatte seine Juden by the trainload nach DEU verschickt,auch Italien.
Und das ist gerade falsch. Das Vichy-Regime in Frankreich hat dies tatsächlich von sich aus getan, das italienische Regime vor dem deutschen Einmarsch hat demgegenüber keine eigenen Staatsbürger an Deutschland ausgeliefert bzw. sie systemtisch deportiert um sie den deutschen Mordprogrammen zuzuführen.
Deportationen aus Italien gab es nach dem deutschen Einmarsch und der Einrichtung der RSI als Marionettenstaat von Hitlers Gnaden mit Mussolini an der Spitze, allerdings wird man hier konzedieren müssen, dass auf Grund der deutschen Besatzungstruppen die Möglichkeiten der italienischen Seite sich vollständig zu verweigern zu diesem Zeitpunkt begrenzt waren.
So lange Italien bis 1943 seine souveränen, eigenen Entscheidungen traf, unterschied sich das Regime Mussolinis in dieser Beziehung von dem Hitlers, obwohl es von NS-Deutschland die antisemitischen Rassengesetze mehr oder weniger übernommen hatte.