Hitlers persönlichen Kontakten zu Juden

Ich hätte auch eine dritte Gruppe von Deutschen nennen können, nämlich eine Mehrheit von Menschen, die offen für neue Erkenntnisse und Schlussfolgerungen ist – eine Kategorie, zu der Sie (angesichts Ihrer Engstirnigkeit) nicht gehören. Dass Sie mich mit dem Autor dieses Buches gleichsetzen (weil ich sein Buch leidenschaftlich verteidige), rührt offenbar daher, dass Sie sich Ihrer Unfähigkeit bewusst sind, meinen Argumenten etwas entgegenzusetzen...
Bisher sehe ich da bei dir kaum stichhaltige Argumente, eher in erster Linie Behauptungen, Entgleisungen und Beleidigtsein.
 
Es war absehbar, dass es in Deutschland zu einem doppelten Widerstand gegen ein Buch wie „Hitler’s Jewish Biography“ kommen könnte; vielleicht ist der Autor deshalb vor der Veröffentlichung in die USA geflohen, wo Verlage weniger unter Engstirnigkeit leiden.
!!!!!!!!!!! Obacht mit solchen Aussagen! Wieso war so etwas deiner Meinung nach absehbar????
 
1) Deutsche, die insgeheim immer noch Bewunderung oder Sympathie für Hitler hegen, schrecken vor dem Gedanken zurück, dass er privat offenbar in der Lage war, gute Kontakte zu Juden zu pflegen. Schon allein dieser Gedanke ist für sie unerträglich.

Entweder ist dieser Gedankengang selbst antisemitisch oder er unterstellt mal eben 84 Millionen Deutschen Antisemitismus.

Sie behaupten fälschlicherweise, ich würde alle Deutschen des Antisemitismus bezichtigen, indem ich sage, dass es (natürlich) immer noch Deutsche gibt, die heimlich Hitler verehren, während ich gerade darauf hingewiesen habe, dass es in Deutschland zwei Arten von Widerstand gegen das Buch geben kann.

In der Tat kann ich aus "ViktorVW"s Aussage nicht herauslesen, dass 84 Millionen Deutschen Antisemitismus unterstellt wird. Dass es in der Tat Deutsche gibt, die insgeheim (oder gar offen) Bewunderung oder Sympathie für Hitler hegen, wird man wohl kaum in Abrede stellen können.

Andererseits ist dieses Phänomen nicht auf Deutschland beschränkt; in den USA wird mit weitaus mehr Hitler-Sympathisanten zu rechnen sein als in Deutschland.
 
In der Tat kann ich aus "ViktorVW"s Aussage nicht herauslesen, dass 84 Millionen Deutschen Antisemitismus unterstellt wird. Dass es in der Tat Deutsche gibt, die insgeheim (oder gar offen) Bewunderung oder Sympathie für Hitler hegen, wird man wohl kaum in Abrede stellen können.
Auch wenn ich den Satz gestern falsch gelesen habe: Einen Zusammenhang zwischen der kritischen Aufnahme dieses Buches und einer vermeintlichen Hitlerbewunderung herzustellen, ist allerdings eine besonders infame Art der Kritikimmunisierung.
 
meinen Argumenten

Ich bitte ja seit einiger Zeit um den Austausch von Argumenten zu sachlichen Fragen. Weder zur Behauptung, Ludwig Geyer sei Jude gewesen, noch zur Behauptung, er sei Richard Wagners leiblicher Vater gewesen, kam irgendein nachvollziehbarer Beleg.

Auf die Frage, welche neuen Erkenntnisse über Lanz und sein Verhältnis zu Hitler es gibt, kam keine Antwort, nur irrelevante Hinweise auf Sekundärliteratur. Eines der genannten Bücher (Hamann, Hitlers Wien) bestätigt sogar voll und ganz meine Sicht: Für ein Zusammentreffen zwischen Lanz und Hitler gibt es keine seriöse Quelle (Lanz ist definitiv keine seriöse Quelle).

Übrigens äußert Hamann auch erhebliche Zweifel an den Behauptungen von Kubizek über Hitlers damaligen angeblichen Antisemitismus.


November 1933: Mussolinis jüdische Freundin Margherita Sarfatti wird vom Hitler-Regime gebeten, Mussolini davon zu überzeugen, ein Bündnis mit Hitler einzugehen. Sie nimmt diesen Auftrag mit großem Erfolg an. Sarfatti stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Familie und war seit zwanzig Jahren die Geliebte des faschistischen italienischen Führers. Sie lieferte ihm seine wichtigsten Ideen, finanzierte sein Regime, überredete ihn, den „Marsch auf Rom“ zu organisieren, der seine politische Karriere beschleunigte, und verfasste die erste Biografie über ihn. Das Buch mit dem Titel Das Leben von Benito Mussolini (1925) erschien in achtzehn verschiedenen Sprachen und machte Mussolini über Nacht weltberühmt.

(Quelle: hitlerbiography.com, gewidmet dem Buch von Thomas Frederik: Hitler's Jewish Biohraphy)

Im November 1933 wird man Margherita Sarfatti eher als Ex-Geliebte bezeichnen können. Ihr Einfluss auf ihn war schon sehr geschwunden.
1932 wurde zum zehnjährigen Jubiläum der faschististschen Herrschaft eine spektakuläre Ausstellung eröffnet, zu ihr schreibt Karin Wieland, Die Geliebte des Duce, München/Wien 2004, S. 312:

Insgeheim hoffte sie, daß diese Ausstellung ihr die Rehabilitierung als Faschistin und den Sieg über Farinacci einbringen werde. Tag für Tag wartete sie vergeblich auf die Einladung zuer Eröffnung. Schließlich beschloß sie, Alfieri selbst zur Rede zu stellen. Am Ausstellungsort angekommen, erfuhr sie, daß Mussolini die Vorbesichtigung beendet und das Haus soeben verlassen habe. Außerdem teilte man ihr mit, daß Dino Alfieri nicht für sie zu sprechen sei. Um sich das Ausmaß der Erniedrigung vorstellen zu können, muß man wissen, daß Mussolini am Vormittag der Eröffnung mit verdienten Faschisten zusammentreffen sollte und für den Nachmittag weit über zehntausend Eintrittskarten verteilt worden waren. Allein Sarfattis Name befand sich nicht auf der Liste. Sie zählte nun weder zu den verdienten Faschisten noch zu den wichtigsten Persönlichkeiten. Mussolini hatte Margherita Sarfatti von ihrer eigenen Geschichte ausgeschlossen und ließ sie nicht teilhaben an der Feier zum Erfolg des Faschismus, der auch ihr gemeinsamer Erfolg war. Er erklärte damit nicht nur ihre gemeinsame Gegenwart, sondern auch ihre gemeinsame Vergangenheit für beendet.
Am nächsten Tag - exakt zehn Jahre nach dem "Marsch auf Rom" - erschien ihr letzter Artikel in Il Popolo d'Italia.​

Eine Seite weiter lese ich:
Schließlich erhielt Farinacci vom Duce die Erlaubnis, seine ehemalige Geliebte öffentlich anzuklagen. Die Anklage lautete, sie gehöre der "Rasse der Shylocks" an. Das war im Juni 1933.​

Da wäre schon interessant, auf welcher Quelle (Quelle im eigentlichen Sinn, nicht Sekundärliteratur) die Story basiert, das Bündnis Hitler-Mussolini sei 1933 von Sarfatti eingefädelt worden.
 
Zur Erinnerung:
In Ungarn hatte zwei Jahrzehnte die rechts-nationale Orban-Administration regiert, in Polen 2015-2023 die Pis-Administration, mit gleicher Richtung. In Frankreich hat kürzlich der deutlich rechts stehende Vincent Bolloré den bedeutenden Verlag Grasset übernommen.
Hier in Deutschland gibt es die Junge Freiheit, den Kopp-Verlag, den Antaios-Verlag, gute Adressen für rechte, konservative, nationale Positionen.
In UK gibt es alles, konservativ bis reaktionär, national bis kolonial, vom 'Spectator' bis Arktos-Velag.

Sollen dort die einheitlichen europäischen intellektuellen Eliten zu finden sein, die einheitlich was tun?
Oder sind es die 'linken' einheitlichen europäischen intellektuellen Eliten, die die 'Wahrheit' in konzertierter Aktion verhindern wollen?
Daher nochmals Teile meines Beitrags weiter oben hier gepostet. Vielleicht können Sie dem ein paar Gedanken Ihrerseits widmen, @ViktorVW

Sofern Sie das Buch hier offerieren und dann auch verteidigen wollen, tun Sie dem Autor bislang keinen großen Gefallen, meine ich. Die vermeintliche Sensation des Bandes ist keine. Schaut man drauf und rein, so erscheint es mir eher als clevere Zusammenstellung unbekannter, kleiner und großer Namen, nach dem Modell: Oh, schaut mal, mit so vielen 'Juden' gab es 'Beziehungen', Konflikte.....
Das steht Ludwig Wittgenstein neben Freud, Bloch wird zu einer Art Hausarzt gleich der ganzen Familie (er behandelte nur 1907 die Mutter H.'s)

Und das soll was erklären? H war in Wirklichkeit was??
n den USA ist beim Verlag TrineDay ein umfangreiches Buch erschienen, das ausschließlich Hitlers persönlichen Kontakten zu Juden oder Personen jüdischer Herkunft gewidmet ist. Das Buch trägt den Titel Hitler’s Jewish Biography (auf Deutsch: Hitlers jüdische Biografie) und wurde von Thomas Frederik verfasst. In neunzig Kapiteln werden zahlreiche jüdische Personen vorgestellt, zu denen Hitler offenbar freundschaftliche Beziehungen unterhielt.
Er hatte keine Bekanntschaft, keine Freundschaft mit Freud oder Wittgenstein....
Achso, inzwischen haben Sie ja ergänzt, @ViktorVW , dass im Buch auch (persönliche??) 'Konflikt-"Beziehungen" ' zu 'Juden' gezeigt werden. Ok....zu Freud und Wittgenstein, hm
 
Ach ja: Manipulation schriftlicher Texte…
Halleluja, dieses abscheuliche Delikt - "schriftliche" Texte coram publico zu manipulieren, also dümmlich direkt unter den Augen aller, die mitlesen - wird ganz gerne auch von Verfassern "schriftlicher Texte" kurioserweise mit den eigenen solchen betrieben :D um es mit Tom Lehrers unmanipulierten Worten (in Originalsprache) einzuleiten:
(Intro zu The Vatican Rag) "I have a modest example":
Der Autor erklärt in dem betreffenden Kapitel, dass er diese Schlussfolgerung anhand bestimmter Elemente in Wagners privatem Wohnsitz ziehen konnte
dass der Autor behauptet, dies sei in Bezug auf Wagners WOHNSTÄTTE geschehen...!
...so windet man sich also um die Antwort auf eine Nachfrage zu einem Detail herum, ohne zu bemerken, wie lächerlich man sich damit macht. Da fallen mir nur - unmanipuliert (Ehrensache) - schriftliche Texte, die sich sogar reimen, von Heine ein:
„So folgt Jeder der Methode,
Dran er nun einmal gewöhnet, (...)"
Heine, Disputation

Warum reite ich auf diesem nebensächlichen Detail herum? Das hatte ich längst deutlich gemacht, nämlich aus Interesse: ich kenne einen großen Teil der Sekundärliteratur zu Richard Wagner, auch der biografischen, und da wirkt so etwas
Aus dem Buch geht hervor, dass Richard Wagner im fortgeschrittenen Alter selbst die Liebesbriefe entdeckte, die seine eigene Mutter und ihr jüdischer Liebhaber Ludwig Geyer einander geschrieben hatten – und zwar in der Zeit, bevor er (Richard Wagner) selbst geboren wurde...
recht sensationell. Denn wenn irgendwo, sei es aus Nachlässen, sei es aus Archiven, seien es Zufallsfunde, bislang noch nicht katalogisierte/untersuchte Originalquellen zu Wagners Biografie und familiärem Umfeld auftauchen, dann landen die - schon allein, um ihre Echtheit zu prüfen - bei den zuständigen Forschungsstellen. Und sollte dergleichen, was oft vorkommt, auf Auktionen zum Kauf geboten werden, dann muss ebenfalls die Echtheit geprüft werden. (ich habe nicht den Eindruck, dass ein @ViktorVW oder ein Thomas Frederik über die Expertise dafür verfügen). Kurzum: vermeintliche Originaldokumente müssen als solche verifiziert werden, übrigens auch schon im Interesse derjenigen, die damit sensationsheischend herumhantieren wollen! (sollten Briefe aufgetaucht sein, die belegen oder andeuten könnten, dass Wagners Mutter schon um 1812 herum eine außereheliche Beziehung mit Ludwig Geyer hatte, werden diese mit Sicherheit von der biografischen Forschung berücksichtigt - an der Genealogie, an der Herkunft Geyers, werden sie nichts ändern)

...ein Herr Frederik müsste eine bislang unerforschte "Wohnstätte" des Komponisten entdeckt haben (oder noch kurioser: unbeobachtet in einer bekannten solchen gewühlt und irgendwas gefunden haben, was alle übersehen hatten) welche dieser in seinen späten Jahren nutzte und welche originales Interieur aus dem Besitz des Komponisten enthält. Wäre ihm das gelungen, würde er diese Sensation melken und sich als Wagnerforscher feiern, statt viel Zeit damit zu verplempern, Dutzende von irrelevanten Kapiteln über Hitler zu schreiben...

zu guter Letzt, wie das Zitat oben zeigt, weicht unser zänkisch-hochtrabender @ViktorVW beratungsresistent nicht davon ab, Wagners Stiefvater Ludwig Geyer eine jüdische Herkunft anzudichten: er bezeichnet ihn als "ihr (meint Wagners Mutter) jüdischer Liebhaber" (siehe oben, fett markiert) - man beachte, dass es sich um ein unmanipuliertes Zitat aus einem schriftlichen Text handelt.

...bei dieser Sorte Quellendokumentation und Kenntnisstand werde ich davon Abstand nehmen, das hoch gepriesene belgisch-amerikanische Wunderbuch zu lesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jemand mit offenkundig wenig (eigener) Expertise im Bereich hat ein für ihn/sie vermeintlich sensationelles Werk entdeckt.
Gewisse Arbeitsweisen des Autors erwecken in seiner/ihrer vielleicht etwas laienhaften Vorstellung den Eindruck, das ganze Werk sei sehr wissenschaftlich fundiert.

Der Widerstand hier wird anscheinend ebenso schlicht verstanden & die Erwiderungen spiegeln wohl die Unbeholfenheit, aber auch Unbelecktheit, angesicht von teils ollen Kamellen an Vorurteilen, die damit offeriert werden.
 
der Autor selber hat übersetzt

der Autor selber hat übersetzt

auch polnisch, französisch, englisch, italienisch gibt es "Hitlers jüdische Kontakte" bei "Brave New Books" und man kann jeweils die ersten 12 Seiten als Vorschau lesen.

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da sich @ViktorVW bzgl. der Wagner-Details in Schweigen hüllt, habe ich hier hereingeschaut:
aber da gehören die Wagner-Details leider nicht zur Vorschau.

meine Vermutung: das ist ein erweiterter Neuaufguss von "Hitlers jüdische Kontakte"; letzteres fand und findet in der Fachliteratur wohl kaum bis keine Beachtung, so mein Eindruck, aber im Gegensatz zu Wagner-Fachliteratur kenne ich mich in Sachen Hitler bestenfalls oberflächlich aus.
 
Thomas Frederik schreib in der Einleitung als wohl zentrale Feststellung u.a.:

All These historians easily oversee the fact that behind the Scenes, the Führer established friendships with with many different Jews. How could this be reconciled?
(deepl-Übersetzung: All diese Historiker übersehen nur allzu leicht die Tatsache, dass der „Führer“ hinter den Kulissen Freundschaften mit vielen verschiedenen Juden pflegte. Wie ließ sich das miteinander vereinbaren?)

Das ist in dieser Formulierung m.E. schlicht falsch. Diese Rechnung kann nur funktionieren, wenn alle möglichen beliebigen, kurzen und nicht beliebigen 'Kontakte' zu persönlichen Freundschaften verwandelt werden, und alle Nachfahren 3. Grades und mehr zu 'Juden', Hinter den Kulissen?

Eine gewisse Übersicht bietet der deutschsprachige WP-Artikel 'Geltungsjude'. Der zeigt auch, dass durchaus hierzu verschiedene HistorikerInnen aus der BRD publiziert haben.
 
Leider gibt es keine Vorschau auf das Kapitel mit Alfred Rosenberg, nur die Überschrift "Alfred Rosenberg. Hitler's Jewish Party ideologist".
Hm.
Tatsächlich hielten vor Jahren ein jüdischer Freund und ich das Hauptmachwerk Rosenbergs in den Händen (Mythos des 20. Jh,, Originaldruck) und waren beide ratlos. Ich sagte da nur: "Well, Rosenberg, Rosenberg..." und wusste nicht weiter, und er sagte: "Okay, if there is a Jewish name it's Rosenberg." Wobei ich einfach nicht glauben konnte, dass ein Jude oder auch nur Halbjude einmal engster Verbündeter und sogar Parteileiter der NSDAP gewesen und diese "intellektuelle" Schmierschrift verfasst haben soll. Das war mir dann doch zu viel. (Erhard Milch war mir bspw. ein Begriff, aber der war "Halbjude" und Luftwaffengeneral.)

Daraufhin habe ich die Biographie von Ernst Piper "Alfred Rosenberg" gelesen. Man muss dazusagen, dass Rosenberg Este war und dieser Name durchaus zu Anfang des 20. Jh ein gängiger Name war, höchstwahrscheinlich ohne Verbindung zum Judentum.

Erst mal zum Stammbaum der Mutter:

Rosenbergs Mutter Elfriede Caroline Siré stammte wohl ursprünglich aus einer Hugenottenfamilie. Sie wurde 1868 in St. Petersburg geboren und starb schon mit kaum 25 Jahren, kurz nach Alfreds Geburt. Sie war evangelisch wie sein Vater und ist auf dem Friedhof von St. Olai bestattet, jener Kirche, an der Traugott Hahn Pastor war, der Alfred taufte und ihn später durch seine tiefe Religiosität so beeindruckte. ... Alfred Rosenbergs Taufpaten kamen sämtlich von der mütterlichen Seite. ...

Und dann der Vater:

Mütterlicherseits lassen sich Rosenbergs Vorfahren weit zurückverfolgen, wobei es eine lettische Urgroßmutter gibt, auf der väterlichen Seite ist das nicht möglich. Wir kennen noch den Urgroßvater, den Schmied Johann Rosenberg, der 1781 in Dickeln geboren wurde, und dessen Frau Marie Kamping-Graefenfels, doch dann vcrsiegen die Quellen. Über weitere Ahnen Rosenbergs haben wir lediglich den dürren Hnweis: »Unter seinen Vorfahren sind Letten aus der Umgebung von Rujen in Nordlivland, aber die einschlägigen Archivmaterialien sind in der deutschen Besatzungszeit vernichtet worden.«
Wir wissen nicht, ob es sich um einen zufälligen Kriegsverlust handelt. Ich halte das aber für unwahrscheinlich, da die Überlieferung ansonsten gut ist. Eher ist anzunehmen, dass es sich um eine intendierte Aktenvernichtung handelt. Darauf deuten Gerüchte hin, die Rosenberg auch nach 1933 immer wieder zu schaffen machten. Der Journalist Franz Szell verbreitete »in Tausenden von Exemplaren«" einen offenen Brief an Rosenberg, in dem er behauptete, der Großvater Martin Rosenberg sei Lette, die Mutter Elfriede Siré Französin, die Großmutter des Großvaters Saly Rosenberg Jüdin und der Großvater der väterlichen Großmutter H. Sram Mongole und Leibeigener. Der Autor dieser Vorwürfe soll sich, je nach Quelle, in Reval, Kowno oder Tilsit aufgehalten haben.


Ein verbreiteter Name:

In einer estnischen Zeitung wurde dann der Archivar Otto Luv zum Urheber dieser Erkenntnisse, wobei dieser umgehend energisch dementierte. Vor allem in kirchlichen Kreisen wurden die Gerüchte über die undeutsche, womöglich gar nichtarische Abkunft des Verfassers des »Mythus des 20. Jahrhunderts« noch eine ganze Zeit lang genüsslich kolportiert, Rosenberg veranlasste auch einige Recherchen, doch die ganze Angelegenheit verlief letztendlich im Sande. Auch jenseits dieses Anlasses war der in deutschen Ohren jüdisch klingende Name Rosenberg immer wieder Gegenstand von Witzen und Spekulationen, die aber haltlos waren. Auch im Deutschen Reich gab es genügend nichtjüdische Rosenbergs und unter den Deutschbalten war es ein verbreiteter Name. ...

Resumee Pipers:

Alfred Rosenberg..., der eben einen im deutschbaltischen Mittelstand vergleichsweise häufigen Namen trug, der ganz sicher nicht jüdischen Ursprungs war.
(Piper, Alfred Rosenberg, 2005, S.22-24)

Nun ja, vielleicht dieser eine Hinweis: "die Oma des Opas war Jüdin", das macht A.R. dann zum 1/16-Juden, wenn ich richtig gerechnet habe, da ja die mütterliche Seite zweifelsfrei "arisch" war. Daraus aber die Überschrift "Alfred Rosenberg. Hitler's Jewish Party ideologist" zu machen, ist schon stark, falls nicht etwas Gegenteiliges im Kapitel steht.
 
Der "Vorwurf" einer jüdischen Herkunft - Vorwurf natürlich nur im Rahmen der in diesen Kreisen üblichen Ideologie - beschäftigte Rosenberg tatsächlich immer mal wieder. Er wurde offenbar sowohl in der Partei als auch bei nationalkonservativen Konkurrenzorganisationen wie dem Stahlhelm ab und an hochgekocht und von Rosenberg selbst stets vehement bestritten. Auch hier ist aber weniger entscheidend, ob irgendein Vorfahr des "Reichsleiters" tatsächlich jüdischen Glaubens gewesen ist oder nicht, sondern wie das NS-Regime ihn einsortierte.

Aber mal eine ganz andere Frage: Kann es sein, dass wir hier gerade einem KI-generierten Werk auf den Leim gehen? Wenn es stimmt, dass das vielhundertseitige Buch praktisch sofort in verschiedenen Übersetzungen vorlag, ist das doch sehr eigenartig? Ich musste es auch mit dem genauen englischen Titel googeln, um das Cover überhaupt zu finden, es scheint also noch kaum bekannt zu sein. Dann wäre das übertrieben wirkende Lob des Fadenerstellers vielleicht ein (in Teilen geglückter) Versuch, uns auf die Seiten der verschiedenen Online-Versandhandlungen zu locken, um das Buch bei irgendwelchen Algorithmen nach vorn zu bringen.

Im Augenblick werden hier ja ohnehin überraschend viele eigenartige Fäden mit spektakulären Behauptungen oder ganz allgemeinen Bemerkungen zu allen möglichen Themen eröffnet, oder bin ich da zu misstrauisch?
 
Im Kapitel über Rosenberg weist Thomas Frederik darauf hin, dass Rosenbergs jüdischer Hintergrund sogar in einem Artikel der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“ erwähnt wurde. (Ausgabe vom 15. September 1937, für die Quellenliebhaber unter euch.)

Und ausgerechnet der Vatikan verfügt über den bestinformierten Geheimdienst der Welt, mit mehr als einer Milliarde potenzieller Informanten! (Das Letzte sage ich, Viktor, und nicht Thomas Frederik). Schließlich leben in fast jedem kleinen Ort der Welt Geistliche, die bereit sind, sensible Informationen direkt an den Vatikan weiterzuleiten. Und, ach ja: Ich gebe zu, dass ich mich entschieden weigere, Passagen aus dem Buch in diesem Forum wörtlich wiederzugeben, sie sozusagen einfach so preiszugeben. Ich habe bei Amazon ordnungsgemäß bezahlt, um ein digitales Exemplar zu erwerben, und da ich Respekt vor dem Autor habe (der meiner Meinung nach eine mühsame Arbeit geleistet hat), weigere ich mich, diese Passagen zu veröffentlichen. Das käme einer Art Piraterie gleich, genau wie das illegale Herunterladen von Musikalben. Dieser Respekt vor Künstlern ist bei einigen von euch offenbar schwer zu finden... Manche hier stellen Erkenntnisse, denen jahrelange Forschungsarbeit vorausging, einfach so in Frage, allein auf der Grundlage kostenloser Wikipedia-Artikel – schäm!

Wer in dieser Debatte über das Buch einen ausgewogenen Beitrag leisten will, muss das Buch vollständig lesen – so einfach ist das. Was manche hier tun (sie glauben, eine objektive Einschätzung des Inhalts eines Buches abgeben zu können, ohne dieses Buch gelesen zu haben), ist genauso lächerlich wie ein Journalist, der eine Rezension über ein neues Porsche-Modell schreibt, aber in seinem Leben noch nie in einem anderen Auto als einem Lada gefahren ist... ;)
 
Im Kapitel über Rosenberg weist Thomas Frederik darauf hin, dass Rosenbergs jüdischer Hintergrund sogar in einem Artikel der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“ erwähnt wurde.
...du Pirat :D:D:D
Manche hier stellen Erkenntnisse, denen jahrelange Forschungsarbeit vorausging, einfach so in Frage, allein auf der Grundlage kostenloser Wikipedia-Artikel – schäm!
bevor hier pseudoschlaubergerisch an Wikipedia gemäkelt wird: es geht einfach schneller, das, was dort korrekt ist, zu verlinken als aus nicht digitalisierten Büchern langwierig abzuschreiben.
(bevor Sprachgenies in Tobsucht ausbrechen: ich hätte oben "langwierig Zitate abzuschreiben" ausschreiben sollen)
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ansonsten:
Was manche hier tun (sie glauben, eine objektive Einschätzung des Inhalts eines Buches abgeben zu können, ohne dieses Buch gelesen zu haben), ist genauso lächerlich wie ein Journalist, der eine Rezension über ein neues Porsche-Modell schreibt, aber in seinem Leben noch nie in einem anderen Auto als einem Lada gefahren ist...
der u.a. auch Journalist Heine, Heinrich, schrieb Rezensionen über eine Berliozsinfonie sowie über Chopins Klavierspiel - der elende Schmierenskribent hatte nie ein Orchester geleitet, konnte nicht mal die leichteren der Chopinetüden auch nur halbwegs klimpern...

...mir genügt übrigens, was ich in der Vorschau des Vorgängermodells bei "Brave New Books" lesen durfte, um das en passent angeblich auch über Wagner grandiose Neuigkeiten enthaltende Meisterwerk sicher nicht in meine Kaufentscheidungen zu integrieren.
 
Dieser Respekt vor Künstlern ist bei einigen von euch offenbar schwer zu finden...
Künstler? Geht es hier also eher um Belletristik als um ein Sach- oder gar Fachbuch?
Manche hier stellen Erkenntnisse, denen jahrelange Forschungsarbeit vorausging, einfach so in Frage, allein auf der Grundlage kostenloser Wikipedia-Artikel – schäm!
Was spielt das für eine Rolle, ob die Wikipedia-Artikel kostenlos sind oder nicht? Jeder kann ein Buch veröffentlichen und behaupten, da stecke jahrelange Forschungsarbeit hinter und dann für teures Geld verkaufen. Das bedeutet keineswegs, dass das mehr Hand und Fuß haben muss als ein kostenloser Wikipedia-Artikel.
Wer in dieser Debatte über das Buch einen ausgewogenen Beitrag leisten will, muss das Buch vollständig lesen – so einfach ist das.
Man kann hier nur über Dinge sinnvoll diskutieren, wo die relevanten Informationen auch hier im Forum gepostet werden.

Also entweder ist der Thread nur als Werbung für das Buch gedacht. Dann sollte er imho wieder gelöscht werden.

Oder Du willst ernsthaft über einzelne Thesen des Autors diskutieren. Dann musst Du hier auch soviel zitieren, dass das sinnvoll möglich ist.
 
@Stradivari die von mir in #90 erwähnten Varianten von "Hitlers jüdische Kontakte" sind teils mit Copyright 2021, jeweils laut Inhaltsverzeichnis rund 120 Seiten.
Eigenartig. Im ersten Beitrag wirkt es so, als handle es sich um ein ganz neues Werk mit (angeblich) vielen erstmals vorgestellten Erkenntnissen. In welcher Sprache ist es denn zuerst veröffentlicht worden? Auch das Verhalten des Fadenerstellers mit seinem dauernden Insistieren, man müsse das Werk unbedingt lesen und seine Hinweise auf "ordnungsgemäßes Bezahlen" bei Amazon nähren offen gestanden meinen Verdacht, dass wir hier ausgenutzt werden sollen - unabhängig davon, ob es nun um einfache Werbung oder um irgendwelche Vorteile des Autoren bei Amazon geht und auch davon, auf welche Weise das Buch überhaupt entstanden ist und übersetzt wurde.
 
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