1939 - Der Krieg der viele Väter hatte

Nochmal, auch für die Unbelehrbaren!!! Polen trägt nullkommanix Mitschuld am WKII. Es wurde grundlos von Hitlerdeutschland überfallen!!!
Nein überhaupt nicht, das waren die reinsten Unschuldsengel schon immer , frag mal in Litauen nach. 1,2 Millionen deutsche Flüchtlinge in Friedenszeiten zeigen andere Bilder.
Ach ja , die Unschuldsengel haben sich auch noch bei der Zerschlagung der CSR mitbeteiligt, natürlich was das Gebiet sehr klein deshalb auch Nullkommanix*lach* , für die Unbelehrbaren.
 
Nochmal, auch für die Unbelehrbaren!!! Polen trägt nullkommanix Mitschuld am WKII. Es wurde grundlos von Hitlerdeutschland überfallen!!!
Nur sah das die damalige Bevölkerung ganz anders, waren bestimmt alle von der Propaganda völlig unbelehrbar geworden.
Ein Glück das ich mir noch Zeitgenossen anhören durfte, aus den Westpreußischen Gebieten. Wahrscheinlich waren die noch weit nach dem Krieg unbelehrbar gewesen, weil sie nicht nachplapperten was vorgegeben wurde.
 
Was soll das bitte, bleib mal beim Thema! Das eine hat gar nichts mit dem anderen zu tun.
Nochmal, da du es nicht wahrhaben willst, Nazideutschland hat Polen ohne Grund überfallen und egal welche Zugeständnisse es vorher gemacht hätte, besetzt worden wäre es so oder so, siehe auch Lebensraum im Osten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Nein überhaupt nicht, das waren die reinsten Unschuldsengel schon immer , frag mal in Litauen nach. 1,2 Millionen deutsche Flüchtlinge in Friedenszeiten zeigen andere Bilder.
Was haben denn die Auseinandersetzungen zwischen Polen und Litauen mit der deutschen Agression gegen Polen zu tun?

Ach ja , die Unschuldsengel haben sich auch noch bei der Zerschlagung der CSR mitbeteiligt, natürlich was das Gebiet sehr klein deshalb auch Nullkommanix*lach* , für die Unbelehrbaren.
Übrigens nachdem Hitler sie ausdrücklich dazu eingeladen hatte und die Überlassung Westpreußens, die angedachte Rolle als Vasall des NS-Reiches und den gewünschten gemeinsamen Krieg gegen die Sowjetuinion hatte Hitler in den 1930er Jahren Polen mehrfach mit Verschiebung von Teilen der Westukraine an den polnischen Staat schmackhaft zu machen versucht, wie wir nicht vergessen wollen.

Es zieht von dem her nicht, Polens durchaus auch expansionistische Politik zwischen den Weltkriegen heran zu ziehen um Warschau den schwarzen Peter zuzuschieben, denn Hitler hat ja nicht etwa versucht Deutschland gegen polnische Expansion zu schützen, sondern polnische Expansionswünsche gezielt eingesetzt um Polen (und übrigens auch Ungarn) als Juniorpartner für seine außenpolitischen Vorhaben zu ködern.
Er war also im Grundsatz überhaupt nicht gegen ein expansives Polen, sondern versuchte das für seinen "Lebensraum-Krieg" einzuspannen, zummindest bis sich nach der vollständigen Zerstörung der CSR endgültig zeigte, dass Warschau dafür nicht zu haben war.

Nur sah das die damalige Bevölkerung ganz anders, waren bestimmt alle von der Propaganda völlig unbelehrbar geworden.
Ein Glück das ich mir noch Zeitgenossen anhören durfte, aus den Westpreußischen Gebieten.
Nein, die deutschsprachige Bevölkerung in Westpreußen hatte einfach zum Teil ein Interesse wieder nach Deutschland zu kommen, weil das Leben unter polnischer Herrschaft für sie natürlich unangenehmer war als im deutschen Kaiserreich.

- Probleme sich wegen der polnischen Amtssprache in Behördenangelegenheiten verständlich zu machen oder bei Rechtsstreitigkeiten den eigenen Standpunkt im Alleingang vernünftig vertreten zu können (hier erleben die deutschsprachigen Einwohner Westpreußens halt dass, was im Kaiserreich die westpreußischen Polen und Kaschuben erlebt hatten, nämlich dass Minderheit in einem Nationalstaat sein, nicht immer angenehm ist, zumal anders als die Warschauer Regierung die lokale Bevölkerung und lokalen Autoritäten da zum Teil noch alte Rechnungen aus der "Kulturkampfzeit" in Preußen zu begleichen hatten).
- Im Kaiserreich gehörte Westpreußen zu den strukturell und wirtschaftlich abgehängten Gebieten, auf die Rücksicht genommen und in deren Interesse zum Teil auch Handels- und Wirtschaftspolitik betrieben wurde (Agrarzölle). In der 2. Polnischen Republik, war das eine der wirtschaftlich stärkeren Provinzen, die entsprechend fiskalisch stärker belastet wurde. Vom Zuschussgebiet zu einem Gebiet zu werden, aus dem fiskalisch Ressourcen eher abgezogen werden (wobei für den Ausbau von Gdynia wohl auch einiges in den Norden der Region ging), war sicherlich nicht angenehm.

Das die Situation der deutschsprachigen Minderheit in Polen nicht so erfreulich war, wie sie es gern gehabt hätte, belegt aber keine wie auch immer geartete außenpolitische Agressionsabsicht Polens gegenüber Deutschland anno 1939.
Das ist und bleibt ein Hirngespinst/Rechtfertigungsrhetorik.
 
1,2 Millionen deutsche "Flüchtlinge" aus Polen ist natürlich Unsinn. Es lebten in Polen nach den Grenzverschiebungen des Versailler Vertrags etwa 1,1 Millionen Personen, die polnischerseits als Deutsche gewertet wurden. Ca. die Hälfte dieser Deutschen ging zwischen 1919 und 1921 ins Reich.
Polen bestand ja vorher gewissermaßen nur auf dem Papier, es war geteilt zwischen Russland, Preußen und Österreich, der russische Teil wurde im WKI als Regentschaftskönigreich Polen bezeichnet, daraus entstand die polnische Republik, die dann eben auch zuvor zum Kaiserreich und Österreich gehörende Gebiete erhielt. In den Kaiserreichen waren die Polen, Kaschuben, Ukrainer etc. Menschen zweiter Klasse. Das ändert sich dann 1918/19: Plötzlich sind die Deutschen nicht mehr per Herkunft die Elite, sondern müssen sich mit polnischen Behörden herumschlagen, sie sind jetzt nicht mehr die Mehrheit mit dem Staat im Rücken, sondern die Minderheit. Joachim Rogall: "Die Vorstellung, nun unter polnischer Herrschaft zu stehen, erschien für viele Deutsche ehrenrührig."
Hinzu kam die durch den polnisch-sowjetischen Krieg ausgelöste Inflation, die es für Deutsche attraktiv machte, nach Deutschland zu gehen (war ja nicht klar, dass es dort zwei Jahre später eine Hyperinfaltion gebe). Insbesondere Städter gingen in Reich, die Landbevölkerung hingegen blieb häufiger. Gewissermaßen handelte es sich also bei vielen Deutschen, die aus Polen ins Reich gingen um Wirtschaftsflüchtlinge.
Es gab zwar antideutsche Ressentiments unter der polnischen Bevölkerung, die sich auch vereinzelt in Gewaltausbrüchen entluden, wie in Bydgoszsc/Bromberg, aber davon waren wenige Personen unmittelbar betroffen. In Bromberg etwa die dort erscheinende deutsche Zeitung. (Nicht verwechseln mit dem Bromberger Blutsonntag 20 Jahre später.)
Ab 1924 und verstärkt nach Piłsudskis Putsch 1926 gab es dann von der nationaldemokratischen Regierung eine gegen die deutsche Minderheiten gerichtete Politik, die gewissermaßen spiegelbildlich zur preußischen Minderheitenpolitik in der Kaiserzeit war, man torpedierte den deutschen Sprachunterricht an Schulen, entzog deutschen Zeitungen die Konzessionen, versuchte, Deutschen das Leben in Polen möglichst unattraktiv zu machen.

Mit dem Versailler Vertrag wurden Deutsche, die in Polen lebten und bereits vor dem Weltkrieg in den an Polen gefallenen Gebieten gelebt hatten, automatisch zu polnischen Staatsbürgern. Aber sie hatten die Möglichkeit, nach zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Davon machte etwa 1/6 der deutschen Bevölkerung Gebrauch, diese Menschen wurden fortan vom polnischen Staat als Ausländer betrachtet und wurden ggf. ausgewiesen. Ebenso agierte Polen mit Wehrdienstleistenden der Reichswehr und Studierenden, die ihren Wehrdienst oder ihr Studium nicht in den an Polen gefallenen Gebieten absolviert hatten, diese hatten nicht ununterbrochen in Polen gelebt und wurden somit auch als Ausländer gewertet. Das unterlief sicherlich den Gedanken des Versailler Vertrages. Hiervon waren etwa 1/10 der Deutschen betroffen.
Zudem wurde die seit 1886 durchgeführte Ansiedlungspolitik der Königlich-Preußischen Ansiedlungskommission in den Jahren ab 1925 rückabgewickelt, in diesem Zusammenhang wurde vor allem Landbesitz von deutschen auf polnische Besitzer übertragen. Dies war wiederum Land, dass zwischen 1886 und 1917 Polen entzogen und Deutschen zugeignet worden war.

Es gab also Elemente in der polnischen Minderheitenpolitik, die auf Repolonisierung/Rückabwicklung der Entpolonisierung ausgerichtet waren und andere, die auf Assimilation und Polonisierung oder Vertreibung der Deutschen ausgerichtet waren. Von 1,2 Millionen Flüchtlingen kann nicht die Rede sein und vor allem evoziert der Begriff Flüchtling hier falsche Vorstellungen, zumal manche auch ganz ohne irgendeine polnische Maßnahme ins Reich gingen, wie diejenigen, die wegen der Inflation in Polen Polen den Rücken kehrten oder denjenigen, die es als "ehrenrührig" empfanden, unter polnischer Herrschaft zu stehen.
Vertreibungen waren keine Folge staatlich orchestrierter Gewaltexzesse, sondern der Entzug der Residenzerlaubnis für deutsche Staatsbürger und von Polonisierungspolitik/Landenteignung, spiegelbildlich zur preußischen Politik der drei Jahrzehnte davor.
 
Es gab also Elemente in der polnischen Minderheitenpolitik, die auf Repolonisierung/Rückabwicklung der Entpolonisierung ausgerichtet waren und andere, die auf Assimilation und Polonisierung oder Vertreibung der Deutschen ausgerichtet waren. Von 1,2 Millionen Flüchtlingen kann nicht die Rede sein und vor allem evoziert der Begriff Flüchtling hier falsche Vorstellungen, zumal manche auch ganz ohne irgendeine polnische Maßnahme ins Reich gingen, wie diejenigen, die wegen der Inflation in Polen Polen den Rücken kehrten oder denjenigen, die es als "ehrenrührig" empfanden, unter polnischer Herrschaft zu stehen.
Vertreibungen waren keine Folge staatlich orchestrierter Gewaltexzesse, sondern der Entzug der Residenzerlaubnis für deutsche Staatsbürger und von Polonisierungspolitik/Landenteignung, spiegelbildlich zur preußischen Politik der drei Jahrzehnte davor.
Ich denke in diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zwischen administrativen Maßnahmen der Regierung und dem Verhalten der Bevölkerung und der regionalen Institutionen zu unterscheiden, gerade auch vor dem Hintergrund der "Germanisierungspolitik" im Kaiserreich.

Das Personen, die aus Posen oder Westpreußen oder Oberschlesien kamen erlebt hatten, dass man sie, diplomatisch ausgedrückt nicht unbedingt besonders freundlich behandelt hat, ist sicher etwas, was man von Zeitzeugen immer wieder gehört haben dürfte (solche Geschichten kursieren auch bei mir in der Familie, von der Generation der Urgroßeltern und deren Geschwistern her).
Dabei scheinen dann aber regelmäßig auch persönliche Feindschaften mit Nachbarn und nationalistisch eingestellten polnischen Gruppen etc. mit Maßnahem der offiziellen polnischen Politik durcheinandergeworfen worden zu sein.

Zumal das natürlich auch noch vor dem Hintergrund zu sehen ist, dass wegen der Abstimmungen in Masuren und Oberschlesien zum Teil ein regelrechter Wettberwerb an Nationalchauvinismus in den gemischtbesiedelten Gebieten vorhanden war, der Anfang der 1920er Jahre eben wegen dieser Abstimmungen zum Teil regierungsseitig gefördert wurde, sich danach zum Teil aber auch veselbstständigte.
 
Hitlers Pläne für/mit Polen (nämlich als Juniorpartner im Krieg gegen die Sowjetunion) sind gut (sehr gut?) dokumentiert, etwa bei Rolf-Dieter Müller ("Der Feind steht im Osten"). Daraus (S. 99):

"Der durch ihn [Göring] überbrachte Vorschlag Hitlers, die Nichtangriffserklärung auf 25 Jahre zu verlängern, damit deutlich werde, dass die Beziehungen auf einer dauerhaften Grundlage standen, stieß hingegen bei Beck auf Interesse. Doch dieser erwartete im Gegenzug eine »entsprechende Behahndlung des Danziger Problems«, also den Verzicht Deutschlands auf eine Änderung des Status quo. Das blieb eine für Hitler nicht zuletzt auch innenpolitisch und strategisch schwer zu erfüllende Erwartung."

Das "Aufgeben" Danzigs zum Zwecke eines Bündnisses - ähnlich dem Abkommen mit Italien über Südtirol - hatte innenpolitisch offenbar auch eine Dimension der Unvorhersehbarkeit - selbst für den Propagandaapparat der Nazis.
 
Das "Aufgeben" Danzigs zum Zwecke eines Bündnisses - ähnlich dem Abkommen mit Italien über Südtirol - hatte innenpolitisch offenbar auch eine Dimension der Unvorhersehbarkeit - selbst für den Propagandaapparat der Nazis.
Naja, Südtirol war eben nie Teil des Kaiserreiches, sondern der Habsburgermonarchie gewesen. Das wird für die Bevölkerung in Deutschland kein so präsentes Thema gewesen sein, wie der Verlust der seit 1871 zum Kaiserreich und seit über 100 Jahren zu Preußen gehörenden Gebiete.

Der andere Punkt (von Regierunggsseite her) ist natürlich, dass eine Rückgabe Danzigs und Westpreußens (denn da ging Hitlers Ziel ja nochmal über Danzig hinaus), ein wichtiger Schritt gewesen wäre um Polen in die deutsche Abhängigkeit zu bringen, weil die Abtretung Polen natürlich in einen Binnenstaat verwandelt hätte, dessen Möglichkeiten nach Übersee Handel zu betreiben dann in erheblichem Maße von Deutschland abgehangen hätten, jedenfalls wenn es ganz Westpreußen betroffen hätte.

Das und die Energieproblematik im Zusammenhang mit den oberschlesischen Kohlegruben waren wichtige Erwägungen bei der Grenzziehung 1918 und nach der Abstimmung in Oberschlesien bei der Interpretation des Ergebnisses.

Der neue polnische Staat sollte weder hinsichtlich seines Außenhandels noch für die Energiegewinnung der entstehenden polnischen Industrie in Abhängigkeit Deutschlands geraten.
Das war die Konzeption der Entente-Mächte und das dürfte auch die Maxime der polnischen Regierungen gewesen sein.
 
Naja, Südtirol war eben nie Teil des Kaiserreiches, sondern der Habsburgermonarchie gewesen. Das wird für die Bevölkerung in Deutschland kein so präsentes Thema gewesen sein, wie der Verlust der seit 1871 zum Kaiserreich und seit über 100 Jahren zu Preußen gehörenden Gebiete.

Der andere Punkt (von Regierunggsseite her) ist natürlich, dass eine Rückgabe Danzigs und Westpreußens (denn da ging Hitlers Ziel ja nochmal über Danzig hinaus), ein wichtiger Schritt gewesen wäre um Polen in die deutsche Abhängigkeit zu bringen, weil die Abtretung Polen natürlich in einen Binnenstaat verwandelt hätte, dessen Möglichkeiten nach Übersee Handel zu betreiben dann in erheblichem Maße von Deutschland abgehangen hätten, jedenfalls wenn es ganz Westpreußen betroffen hätte.

Das und die Energieproblematik im Zusammenhang mit den oberschlesischen Kohlegruben waren wichtige Erwägungen bei der Grenzziehung 1918 und nach der Abstimmung in Oberschlesien bei der Interpretation des Ergebnisses.

Der neue polnische Staat sollte weder hinsichtlich seines Außenhandels noch für die Energiegewinnung der entstehenden polnischen Industrie in Abhängigkeit Deutschlands geraten.
Das war die Konzeption der Entente-Mächte und das dürfte auch die Maxime der polnischen Regierungen gewesen sein.
Ja, danke für die Präzisierung. Polens Regierung hatte darüber hiaus ja durchaus Ambitionen, nur vermag ich diese nicht eindeutig auf eine klare Ausrichtung zuzuspitzen: Einerseits gegen die Sowjetunion auf die Ukraine schielend (expansionistisch, aggressiv) andererseits die Grenzen (und Beziehungen) mit dem Deutschen Reich konsolidierend (gemäßigt) und so eine Art "»Drittes Europa« zwischen Ost und West unter polnischer Führung" (Müller, S.107) organisierend. Vielleicht liegt darin aber auch die "Grand Strategy" begründet: Zuerst Grenzen mit dem DR konsolidieren, dann Stoßrichtung Osten.
 
Und im übrigen sind von dir zu deiner Mitschuldthese bisher noch keine belastbaren Tatsachen hier erwähnt worden!!!!!
Genau !
Das Schluesselwort in dem Satz ist 'belastbar'.
Ja, es gibt tatsaechlich nirgendswo in der credible Literatur, die die damaligen An- und Beschuldigungen der damaligen Nazi-Misinformationsmaschine bzgl polnische Aggressionen und Misshandlungen Deutscher in Polen bestaetigen. Dabei mag allerdings noch Luft fuer wenige Einzelfaelle drin sein.
Nein,ganz im Gegenteil, im Blue Book wurden sie vom engl. (?) Botschafter summarily als pure Erfindungen abgetan. Ich glaube sogar das Hetzbuch selber zu haben, hatte vor langer Zeit laenger drin rumgeschnueffelt, es enthaelt viele Grauengeschichten von 'Augenzeugenberichten', greuliche Photographien usw, doch jedem Menschen mit noch drei lauwarmen Synapsen sollte schnell klar werden dass das nix weiter als ein Sammelsurium von plumpen Luegen darstellt. Sehr vergleichbar mit 'Die Protokolle der Weisen von Zion'. Es gibt eben Leute die auf allen Quatsch reinfallen, so lange dieser sich mit deren Grundeinstellung deckt.
 
Nur sah das die damalige Bevölkerung ganz anders, waren bestimmt alle von der Propaganda völlig unbelehrbar geworden.
Ein Glück das ich mir noch Zeitgenossen anhören durfte, aus den Westpreußischen Gebieten. Wahrscheinlich waren die noch weit nach dem Krieg unbelehrbar gewesen, weil sie nicht nachplapperten was vorgegeben wurde.
Sieht stark danach aus ,dass Dein Gedaechtnis Tricks mit Dir spielt bzw Du Einiges vertuettelst.
Du erwaehnst 'Zeitgenossen anhören durfte, aus den Westpreußischen Gebieten.' Ja,man kann heute durchaus noch kleine Buecher, also Erinnerungen von 'Zeitgenossen aus den Westpreußischen Gebieten' oder deren Nachfolgennachlesen, die gibt es wohl, etwas teuer aber es gibt sie. Um sich eine Vorstellung ueber deren Glaubenswuerdigkeit zu machen, sollte man Gemeinsamkeiten erkennen , sozusagen einen roten Faden. Z.B. die Angst vor den Russen, die schwere Entscheidung die alteingesessenen Hoefe zu verlassen, die fuerchterliche Flucht meistens mit dem hochgeladenen 'Panjewagen' gen Westen mit Beraubungen usw. Die Suche nach Verwandten und deren Uebergluecklichsein wenn sie sich endlich wiedergetroffen hatten, der Mangel an Medizin, Nahrung und Babysachen. Absurde, schreckliche Zeiten.....
 
1,2 Millionen deutsche "Flüchtlinge" aus Polen ist natürlich Unsinn. Es lebten in Polen nach den Grenzverschiebungen des Versailler Vertrags etwa 1,1 Millionen Personen, die polnischerseits als Deutsche gewertet wurden. Ca. die Hälfte dieser Deutschen ging zwischen 1919 und 1921 ins Reich.
Bye bye 'Selbstbestimmung', eine der Grundelemente der sog. 'Atlantic Charter', und Impetus und Vorgabe fuer die Charter der U.N.O. die damals ja schon bestand. 'What Stalin wanted, Stalin got' in Yalta.
Gewissermaßen handelte es sich also bei vielen Deutschen, die aus Polen ins Reich gingen um Wirtschaftsflüchtlinge.
Racheflüchtlinge!
Es gab zwar antideutsche Ressentiments unter der polnischen Bevölkerung, die sich auch vereinzelt in Gewaltausbrüchen entluden, wie in Bydgoszsc/Bromberg, aber davon waren wenige Personen unmittelbar betroffen.
Meine Heraushebung.
Heh??
Mit dem Versailler Vertrag wurden Deutsche, die in Polen lebten und bereits vor dem Weltkrieg in den an Polen gefallenen Gebieten gelebt hatten, automatisch zu polnischen Staatsbürgern. Aber sie hatten die Möglichkeit, nach zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Davon machte etwa 1/6 der deutschen Bevölkerung Gebrauch, diese Menschen wurden fortan vom polnischen Staat als Ausländer betrachtet und wurden ggf. ausgewiesen.
Die Deutsche Staatsangehoerigkeit wurde zum ping-pong Spiel der Politik.
Ebenso agierte Polen mit Wehrdienstleistenden der Reichswehr und Studierenden, die ihren Wehrdienst oder ihr Studium nicht in den an Polen gefallenen Gebieten absolviert hatten, diese hatten nicht ununterbrochen in Polen gelebt und wurden somit auch als Ausländer gewertet. Das unterlief sicherlich den Gedanken des Versailler Vertrages.
Kam in Paris nie zur Rede. (siehe dazu D.L. George's 'Memoirs
Zudem wurde die seit 1886 durchgeführte Ansiedlungspolitik der Königlich-Preußischen Ansiedlungskommission in den Jahren ab 1925 rückabgewickelt, in diesem Zusammenhang wurde vor allem Landbesitz von deutschen auf polnische Besitzer übertragen. Dies war wiederum Land, dass zwischen 1886 und 1917 Polen entzogen und Deutschen zugeignet worden war.
Genau. Um spaeter wieder neu zugewiesen zu werden = ping-pong game.
Es gab also Elemente in der polnischen Minderheitenpolitik, die auf Repolonisierung/Rückabwicklung der Entpolonisierung ausgerichtet waren und andere, die auf Assimilation und Polonisierung oder Vertreibung der Deutschen ausgerichtet waren.
Verstehe ich nicht was Du meinst.
Von 1,2 Millionen Flüchtlingen kann nicht die Rede sein und vor allem evoziert der Begriff Flüchtling hier falsche Vorstellungen, zumal manche auch ganz ohne irgendeine polnische Maßnahme ins Reich gingen, wie diejenigen, die wegen der Inflation in Polen Polen den Rücken kehrten oder denjenigen, die es als "ehrenrührig" empfanden, unter polnischer Herrschaft zu stehen.
"ehrenrührig"?
Staatsangehoerigkeit ist ein quid-pro-quo = der individuelle Mensch spuert rightly or wrongly,tief im Herzen seine Loyalität zu einem Staat und ist bereit dafuer viel zu opfern. Des Staates erste Aufgabe ist es, seine Angehoerigen vor Unbill/Schasden zu schuetzen. Mit Vaterlandsliebe kann man nicht ping-pong spielen.
Das ist jetzt nicht gegen Dich gerichtet.
Vertreibungen waren keine Folge staatlich orchestrierter Gewaltexzesse, sondern der Entzug der Residenzerlaubnis für deutsche Staatsbürger und von Polonisierungspolitik/Landenteignung, spiegelbildlich zur preußischen Politik der drei Jahrzehnte davor.
OMG! *rolls eyes"
 
'What Stalin wanted, Stalin got' in Yalta.
Du bist 25 Jahre nach der Zeit, über die ich geschrieben habe!

Meine Heraushebung.
Heh??
Wie gesagt: du bist 25:Jahre später unterwegs.


Kam in Paris nie zur Rede. (siehe dazu D.L. George's 'Memoirs
Ich kenne diese Memoiren nicht, aber wir haben an anderer Stelle schon mal klargestellt, dass Memoiren an und für sich eine mitunter problematische und nur mittelbare Quelle sind und eben keine unmittelbare, wie etwa Protokolle.

Verstehe ich nicht was Du meinst.
Was ist daran nicht zu verstehen? Es gab Elemente in der polnischen Minderheitenpolitik, Deutschen das Leben wirtschaftlich zu erschweren, spiegelbildlich zu den drei vorherigen Jahrzehnten, wo Polen das Leben wirtschaftlich erschwert wurde, 1924 df. mit dem Ziel, die Deutschen ins Reich zu vertreiben. Gleichzeitig gab es eine Assimilierungspolitik, um Deutsche zu polonisieren. Die Politik war eben widersprüchlich.

"ehrenrührig"?
Staatsangehoerigkeit ist ein quid-pro-quo = der individuelle Mensch spuert rightly or wrongly,tief im Herzen seine Loyalität zu einem Staat und ist bereit dafuer viel zu opfern. Des Staates erste Aufgabe ist es, seine Angehoerigen vor Unbill/Schaden zu schuetzen. Mit Vaterlandsliebe kann man nicht ping-pong spielen.
Was der einzelne Mensch fühlt, ist wohl eine Sache des Einzelnen.

OMG! *rolls eyes"
Du stehst mehr auf populistische als differenzierte Betrachtungen, ja?
 
aber auch nach dieser differenzierenden Interpretation sind mir "Racheflüchtlinge" ein Rätsel: irgendwer rächt sich, indem er flieht? Oder aus Rache wird irgendwer vertrieben, d.h. zur Flucht gezwungen? Ich verstehe nicht, was das Kompositum bedeuten soll.
 
Ich kenne diese Memoiren nicht, aber wir haben an anderer Stelle schon mal klargestellt, dass Memoiren an und für sich eine mitunter problematische und nur mittelbare Quelle sind und eben keine unmittelbare, wie etwa Protokolle.
Memoiren prominenter Politiker,nicht nur in diesem Fall, stuetzen sich auf eigene Erfahrungen, unzaehlige Briefe ,Protokolle, Briefings, Kabinettspapiere, Memoranda etc atc. No need to belittle.
Was ist daran nicht zu verstehen? Es gab Elemente in der polnischen Minderheitenpolitik, Deutschen das Leben wirtschaftlich zu erschweren, spiegelbildlich zu den drei vorherigen Jahrzehnten, wo Polen das Leben wirtschaftlich erschwert wurde, 1924 df. mit dem Ziel, die Deutschen ins Reich zu vertreiben. Gleichzeitig gab es eine Assimilierungspolitik, um Deutsche zu polonisieren. Die Politik war eben widersprüchlich.
ok. Das sehe ich ein.
Was der einzelne Mensch fühlt, ist wohl eine Sache des Einzelnen.
Natuerlich.
Aber auch eine ganze Nation kann das Gleiche fuehlen, mehr noch ,mehrere Staaten , z.B. grausames Entsetzen ueber abscheuliche Verbrechen, das wird als 'Conscience of the world' bezeichnet.
Du stehst mehr auf populistische als differenzierte Betrachtungen, ja?
Eigentlich versuche ich mir mit common sense, imperativem Wissen und Logic selber ein Bild von Angelegenheiten zu machen. Hat mit einigen Ausnahmen ziemlich gut geklappt bisher.
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Der Titel des Buches von dem ich neulich gesprochen habe und ,als milde gesagt. voellig unserioes bezeichne, lautet "DIE POLNISCHEN GREUELTATEN AN DEN VOLKSDEUTSCHEN IN POLEN" Die polnischen Greueltaten an den Volksdeutschen in Polen : Hans Schadewaldt : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
 
aber auch nach dieser differenzierenden Interpretation sind mir "Racheflüchtlinge" ein Rätsel: irgendwer rächt sich, indem er flieht? Oder aus Rache wird irgendwer vertrieben, d.h. zur Flucht gezwungen? Ich verstehe nicht, was das Kompositum bedeuten soll.
Es ist anders rum: Leute flohen weil sie berechtigter Weise die Rache ihrer vormaligen Mitmenschen fuerchteten. Das war in der Tschechei, FRA, POL der Fall gewesen.
 
Es ist anders rum: Leute flohen weil sie berechtigter Weise die Rache ihrer vormaligen Mitmenschen fuerchteten. Das war in der Tschechei, FRA, POL der Fall gewesen.
Auf diese Bedeutung deines innovativen Kompositums "Racheflüchtlinge" wäre ich nie gekommen, Danke für die Klärung (dennoch glaube ich nicht, dass sich dieses Wort im Duden einbürgern wird)
 
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