Die Außenpolitik im Kaiserreich: Vergleich Bismarck u. Wilhelm II

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Kuhni Kühnast, 24. Juni 2006.

  1. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Im Deutschen Reich wurde die staatliche Arbeitslosenversicherung erst 1927 eingeführt (siehe http://www.uni-kassel.de/~haenlein/unterlagen/Publikationen/%A7%202%20H%E4nlein%20Tennstedt.pdf), in England bereits 1911. Vor WK-1 gab es eine Art Selbsthilfe, die im wesentlichen von den Gewerkschaften, zunehmend auch den Kommunen getragen wurde. Eine staatliche Erwerbslosenfürsorge wurde nach Kriegsbeginn Ende 1914 geschaffen, d. h. den Gemeinden wurden 200 Mio RM zur Verfügung gestellt (vgl. Walter Bogs: Arbeitslosigkeit II, in: HWB-SozialW, Bd. 1, S. 312 ff.).

    "Will man aufgrund aller Quellen eine Schätzung wagen, so waren vor dem Kriege im Durchschnitt 2-3 v.H. der gesamten Arbeiterschaft arbeitslos" (K. Kumpmann, Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenversicherung, in: HWB-StaatsW, Bd. 1, S. 791 ff. [801]). Es hatte vordem nur eine einzige unmittelbare Arbeitslosen-Zählung gegeben (1895); die Quote betrug sommers 1,77 %, winters 4,80 %. Weitere Zählungen wurden danach vereinzelt durch Kommunen vorgenommen; im Übrigen wurden die Zahlen geschätzt anhand der Zahl der Arbeitsnachweise usw. Wehlers Zahlen müssen unter diesem Vorbehalt betrachtet werden; er gibt dafür keine Quelle an, aber ich vermute, dass er sich bei Jürgen Kuczynski "bedient" hat (vgl. die Abb. in Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 2, S. 264).
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2008
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das Problem ist die Kennzahl (AL-Quote), die eine Erfassung der Gesamtheit der Arbeitssuchenden voraussetzt.

    Basis der Arbeitslosen-Registrierung waren mE die Sozialversicherungsstatistiken, so regelmäßig mit Zahlenmaterial im Statistischen Jahrbuch des Reichsstatistikamtes aufgenommen. Werte aus 1905-1910 schwanken so um die 3 - 4,5 Millionen. Daneben wurden jährlich Statistiken ausgeworfen: monatliche Kennzahl Arbeitssuchende/100 Einstellungen, mit Schwankungen 1910-1913 so von 120 - 300, im Krieg mangels Arbeitskräfte auf 80-60 zurückgehend.

    Die saisonalen Schwankungen waren im übrigen enorm, wie bereits aus der angabe von jschmidt hervorgeht.
     
  3. Großfürst Pavel

    Großfürst Pavel Neues Mitglied

    Da weder die Transitzeiten von Nord- in Ostsee noch die Kriegsflotten und Strategien der anderen Ostseeanrainer (zumindest seit 1905) eine große Präsenz der Kriegsmarine in der Ostsee erforderlich machten, bestand kein Grund warum die Kriegsmarine die Mehrheit ihrer Schiffe nicht in der verkehrsgünstigeren Nordsee stationieren sollte.

    Man benötigte grundsätzlich große Schlachtschiff, falls der Gegner selbst große Schlachtschiffe besaß, was auf die Gegner des Deutschen Reiches zu traf, um allein schon die schwächeren Schiffe der eigenen Kriegsflotte zu schützen. Einzige Ausnahme war falls man eine sehr stark defensiv ausgerichtete Strategie favorisierte, wie es die Baltische Flotte tat.
    Außerdem sind Schlachtschiffe für andere Aufgaben wie dem Bekäpfen von Küstenbatterie wie es die Gallipoli-Schlacht zeigte die bessere Wahl.
     
  4. Köbis17

    Köbis17 Gast

    :grübel:

    Die Antwort von mir ist aber neu beantwortet von Dir. Aber meine Antwort bezog sich darauf:
    Und nun das von Dir:


    :S Sicherlich ist es sinnvoll, sich zu Rüsten, wenn es der Gegner auch tut, aber das hatte mit den beiden o.g. Beiträgen nichts zu tun!
     
  5. Großfürst Pavel

    Großfürst Pavel Neues Mitglied

    Ich meinte damit, das leistungsfähige Großkampfschiffe damals eine Notwendigkeit für der Schutz der restlichen eigenen Flotte waren, falls diese auch sicher außerhalb der eigenen Küstengebiete operieren und nicht rein defensiv bleiben wollte, da diese der flexibelste und damit beste Konter gegen feindliche Großkampfschiffe waren, welche die größte Bedrohung für Kreuzer & Co. darstellten.
    Welche Bedeutung schon einzelne neue Großkampfschiffe hatten, konnte man gut beim Krieg auf dem Schwarzen Meer sehen, wo beide gegnerischen Kriegsmarinen alle von mir im ersten Beitrag genannten Handlungen ausführten und einzelne Großkampfschiffe das Stärkeverhältnis jeweils erheblich veränderten.
    Da die anderen Großmächte über wachsende Kriegsflotten verfügten, war eine leistungsfähige Großkampfschiffflotte eine grundsätzliche Notwendigkeit für das Deutsche Reich, wenngleich das nicht auf die tatsächliche erreichte Gesamtstärke zutrift.
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Das ist so zwar richtig, aber es gab auch 2.rangige Marinen, die sich rein auf die Küstenverteitigung spezialisierten und einige Kreuzer besaßen, aber keine Schlachtsschiffe. Und nicht zu vergessen die Seekriegstaktik nach der Jeune Ecole, die keine Schlachtschiffe bedurfte.
    Also war es nicht zwingend notwendig, Schlachtsshciffe zu bauen.

    Gebracht hat es den Russen aber nichts, das sie 4 Großkampfschiffe aufstellen konnten. So wie in der Ostsee auch. Und das hat nichts damit zu tun, ob nun Großkampfschiffe vorhanden waren oder nicht. In diesen spezielen Fall setzte man auch lieber die Prä-Dreadnought´s ein, im Schwarzen Meer, wie in der Ostsee.
    Dabei wurde im Schwarzen Meer der gr. Kreuzer Goeben weit überbewertet, aber das sind taktische Fehler, die keine Rückschlüsse auf den Bau von Großkampfschiffen geben.

    Aber nur auf Großkampfschiffe würde ich mich nicht beziehen, denn sie sind lediglich ein verbessertes Schlachtschiff. Mehr so eine Typenbezeichnung.

    Die Aufteilung der Ära der Schlachtschiffe hatte ich schonmal benannt.

    http://www.geschichtsforum.de/f82/frage-zum-ausbau-der-deutschen-kaiserlichen-marine-23290/#8
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. November 2008
  7. nine

    nine Neues Mitglied

  8. EL_Mercenario

    EL_Mercenario Neues Mitglied

    Weil Deutschlands Verbündete Russland und Österreich-Ungarn miteinander verfeindet waren. Die Verträge waren ja nicht umsonst geheim. Sollte es zwischen Russen und Österreichern zum Krieg kommen, musste das Reich Farbe bekennen und so oder so einen Verbündeten einbüßen. Schon die Unterstützung in der Meerengenfrage konnte Bismarck Russland nur zusagen, weil er davon ausging, dass Österreich-Ungarn und England sich dem entgegenstellen würden.
    Bismarcks Vertragswerk war eine Schönwetterkonstruktion, ev. tauglich um in Friedenszeiten einen Kriegsausbruch abzuwenden, aber nicht viel wert, wenn es zum Ernstfall kam.

    Angeblich waren die Beziehungen zu GB aber auch 1914 ganz ordentlich. Jedenfalls gelang es auch Bismarck nicht den Briten irgendeine verbindliche Bündnis-Zusage zu entlocken.
     
  9. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Bismarck hat es mit seiner äußeren Politik letzlich immer wieder verstanden, das es zwischen Österreich-Ungarn und dem Zarenreich nie so weit gekommen ist. Wenn nötig wurde auf der einen oder anderen Seite ein wenig nachgeholfen, damit es zu einer Verständigung kommt. Genau mit dieser Technik hat Bismarck 1881 das Bündnis zwischen den drei Kaiserreichen begründet. Eigentlich zogen Russland und auch Österreich-Ungarn eine Allianz ausschließlich mit dem Deutschen Reich vor.

    Das ist eine Mutmaßung von dir, die nicht überprüfbar und deshalb spekulatv ist.
     
  10. EL_Mercenario

    EL_Mercenario Neues Mitglied

    Aber eine Tendenz zur Seite Österreichs ist schon bei Bismarck zu erkennen. Und er konnte einige günstige außenpolitische Gegebenheiten nutzen, so die Kolonial-Streitigkeiten zwischen GB, Frankreich und Russland. Solange GB sich Russlands Drang nach Konstantinopel entgegenstellte, konnte Bismarck den Russen gegenüber so tun, als wäre er in diesem Punkt auf ihrer Seite.
    Ein Problem war auch, das Österreich zu schwächeln begann. Je schwächer die Österreicher im Vergleich zu Russland wurden, desto mehr musste das Deutsche Reich "stützen", also seine vorgeblich neutrale Position aufgeben.

    Klar. Aber die Annahme, dass es für das Deutsche Reich mit der Weiterführung der bismarckschen Außenpolitik (Verlängerung des Rückversicherungsvertrags), besser gelaufen wäre, ist eine Mutmaßung von dir und ebensowenig überprüfbar.
     
  11. admiral

    admiral Neues Mitglied

    ## 92, 90
    Die Dissertation des Historiker Boris Barth (Jacobs University Bremen) "Deutsche Hochfinanz und Imperialismen" (S. 170 ff.) von 1995 veranlaßt mich zu einigen Anmerkungen zur Krügerdepesche. Diese gilt als eine der bekannten Ungeschicklichkeiten von Wilhelm II. (Wortlaut bei Krüger-Depesche ? Wikipedia), mit der ohne Not des deutsch-englische Verhältnis schwer belastet wurde.

    Das Transvaal (Südafrikanische Republik) war seit 1884 - von England anerkannt - ein voll unabhängiger Staat. Ein Freundschafts- und Handelsvertrag mit Deutshland 1885 gehört zu den ersten (oder war gar der erste?) völkerrechtlichen Verträgen der jungen Rrepublik. Deutsche Unternehmen investierten in hohem Maße imTransvaal (die Zahlen sind sehr unzuverlässig, die Reichsregierung schätzte das Volumen 1896 auf 500 Mio. Reichsmark, von den europäischen Investitionen kamen 1/4 bis 1/3 aus Deutschland). Es handelte sich vornehmlich um spekulative, hochprofitablen Minenunternehmen (aber auch Eienbahnen, Kraftwerke, etc.). Am erfolgreichsten war die zur Deutschen Bank gehörende Firma Goertz, aber auch die Dresdner Bank Gruppe, Krupp, Siemens, etc. waren vertreten (die Reichsregierung unterstützte solche Investitionen). Die Niederländisch-Südafrikanische Eisenbahngesellschaft mit Sitz in den Niederlanden (Nederlandsch Zuid-Afrikaansche Spoorweg Maatschappij, gegründet 1894), aber von deutschem Kapital kontrolliert, schuf die Verbindung von Pretoria nach Lorenco Marques im portugiesischem Mosambique und machte das Transvaal von der Kapkolonie unabhängig (politisch nach der Unabhängigeit eine zwingende Maßnahme, was in der Kapkolonie natürlich äusserst ungern gesehen wurde). Eine weitere Maßnahme die Unabhängigkeit zu bewahren war die Gründung der Nationalbank (mit dem alleinigen Recht Banknoten auszugeben), die vornehmlich von Deutschen betrieben wurde (als Sitz war sogar Berlin im Gespräch, tatsächlich wurde es Pretoria). Als der geschäftliche Erfolg ausblieb, verloren die Deutschen das Interesse und die Regierung in Transvaal erhielt die Macht in der Nationalbank.

    Goldfunde machten das Transvaal zum wirtschaftlich wichtigsten Staat in der Region (die Kapkolonie verlor an Bedeutung) - brachten auch das das Problem der Uitlanders (Ausländer). Die englische Politik isolierte das Transvaal (kein Zugang zum Meer, keine Grenze mit deutschem Gebiet). Dies und die unklaren Grenzen im Inneren Afrikas führten zu Unstimmigkeiten zwischen Deutschland und England, die im Delagoa Bay Streit (es ging um Eisenbahnkonzessionen im - portugiesischem - südlichen Mosambique) endeten.

    Der 5-tägige erfolglose Jameson-Raid 1895/1896 (Cecil Rhodes' - Premierminister der Kapprovinz - Idee, die Burenregierung wegzuputschen und das Transvaal in die Kapkolonie einzugliedern) führte zu erheblichen Verstimmungen. Der deutsche Botschafter in London wurde angewiesen um seine Pässe zu bitten, falls er den Eindruck habe, die britische Regierung billige den Jameson-Raid. Wilhelm II. konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, Truppen ins Transvaal zu senden (was vermutlich zum Krieg mit England geführt hätte). Wilhelm II. hat immer wieder das Verwandschaftsverhältnis zu den Buren (viele waren Rheinländer) herausgestellt, Deutschland war immerhin - u.a. - ein Nationalstaat. Offensichtlich war man der Auffassung, dass irgendeine Reaktion erfolgen müsse. Die Reichsleitung sandte schließlich - nach der Gefangennahme von Jameson durch Präsident Krüger - die bekannte Krügerdepesche (aufgesetzt von Paul Kayser, Leiter der Koloninalabteilung des Auswärtigen Amtes). Das Telegramm wurde in Deutschland gut, in England schlecht aufgenommen. Der deutsche Versuch, eine gegen Enand gerichtete diplomatische Konstellation herbeizuführen, scheiterte.

    Jameson hatte 560 Mann zur Verfügung, im zweiten Burenkrieg 1899-1902 brauchte das Empire eine halbe Million Sodaten (Massie, Schalen des Zorns, S. 236), eine - von Shermanns Marsch zum Meer inspirierte und von Hitler als verbrannte Erde weitergeführte - gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Kriegsführung - drei Monate nach Abschluß der Haager Verträge.

    Deutschland hatte beachtliche Interessen im Transvaal, allerdings keine Mittel diese zu schützen. Das erste Flottengesetz zum Schutz der Kolonien und des Außenhandels verabschiedete der Reichstag 1898. Die englischen Motive werden letztlich ausschließlich in der Eroberung des rohstoffreichen Landes gesehen. Könnte aber nicht ein mächtiges Transvaal (verbunden mit Deutschland) mit der Zeit die Kapkolonie bedeutungslos werden lassen?
     
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  12. Donnersberg

    Donnersberg Gesperrt

    Ich verstehe nach wie vor nicht, warum das Deutsche Reich sich zwischen 1890 und 1907 zwischen alle Stühle gesetzt hat. Natürlich - es gibt jede Menge guter Literatur zu dem Thema, und als Historiker habe ich auch gelernt, mich einem Thema mittels der Methode des 'erklärenden Verstehens' zu nähern. Weltpolitik war um die Jahrhundertwende "in", wie man heute sagen würde, ebenso die Überzeugung, nur mit einer starken Flotte könne man im Konzert der Großmächte mitspielen. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass erst unter Wilhelm II. der Weg in den Abgrund begann. Schon Bismarck hatte sich auf das dünne Eis der Kolonialpolitik begeben.

    Aber was ich bis heute nicht begriffen habe, dass ist die geschönte Sichtweise der Spitzenbeamtem im Auswärtigen Amt. So war man bis 1908 fest davon überzeugt, dass es nie zu einer Verständigung zwischen England und Rußland kommen könne.
    Hatte man die diplomatische Revolution von 1756, also das Zusammengehen von Österreich und Frankreich vergessen? Oder wussten die Verantwortlichen in der Marineführung nicht, dass England immer misstrauisch in Richtung Kontinent blickte, wenn eine Nation Anstalten machte, Kriegsschiffe zu bauen? Statt dessen glaubte man, England müsse auf das Kaiserreich zugehen, wenn Deutschland eine schlagkräftige Marine besäße.

    Ich glaube nicht, dass man in Berlin zielstrebig einen Krieg ansteuerte. Wilhelm II und seine Ratgeber wussten, dass Deutschland einen Mehrfrontenkrieg nicht gewinnen konnte. Aber warum dann dieses lautstarke Auftreten, dieses Säbelrasseln, das ja nicht nur auf die Person Wilhelms reduziert werden kann. Der letzte Kaiser repräsentierte eine Nation, die "nach oben" wollte (aber da stand man ja schon), einen jungen aufstrebenden Industriestaat, der an sich mit seinen Nachbarn (selbst mit Frankreich) in Frieden hätte zusammen leben können.

    Fritz Stern hat die deutsche Geschichte bis 1945 mal unter den Titel "Verspielte Größe" gestellt. Ich finde das als Überschrift sehr gelungen.
     
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  13. EL_Mercenario

    EL_Mercenario Neues Mitglied

    Ich finde vor allem die ziellosen Versuche seltsam, die außenpolitische Situation zu verbessern. Das ist nichtmal harte imperialistische Politik - das Ziel Weltherrschaft fest im Blick - sondern einfach Herumgeeier. Die Marokkokrisen sind da das Paradebeispiel. Erst bläst man die Krise bis an den Rand eines Krieges auf, dann kneift man den Schwanz ein und gibt sich mit ein paar Quadratmeilen Wüste zufrieden. Nicht die Marokkokrise 1905 nutzt man, um per Angriffskrieg zur Hegemonialmacht aufzusteigen, nein es wird bis 1914 gewartet und dann, wenn keine reelle Siegeschance mehr besteht, heißt es auf einmal "jetzt oder nie" und die Balkankrise wird zum Weltkrieg hochgekocht.
     
  14. Dr.House92

    Dr.House92 Neues Mitglied

    Deutschlands Außenpolitik- Konflikte

    Hallo zusammen,
    habe eine Frage:

    Wie sah die Beziehung von Deutschland mit anderen Mächten im Zetiraum von der Reichsgründung(1871) bis zur Jahrhundertwende (1914) aus?

    Es gab ja in der sog. Wilhelmische Zeit mehrere Konflikte mit anderen Staaten.
    ich habe folgende kennengelernt:
    Bagdag-Bahn (konflikt mit england)
    Krüger Depesche (ich meine auch mit England,einmischung in england´s Innenpolitik)
    hunnen-Regel (ich meine mit england)
    Marokko-Krisen ( mit Frankreich)

    Könntet ihr mir die Konflikte erläutern und besonders auf den Konflikt mit England eingehen?
    wäre sehr hilfreich für mich.

    schreibe nämlich eine Klausur im Lk darüber und die soll gut werden

    ich bedanke mich im vorraus
     
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Es ist hilfreicher, wenn du zuerst dein Wissen hier aufschreibst, bevor hier gross erläutert wird.
     
  16. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  17. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Der Hauptknackpunkt im Verhältnis zu England war die deutsche Flottenrüstung. GB, das die Weltmeere als "Hauseigentum" betrachtete, konnte und wollte eine Herausforderung, noch dazu so dicht am Mutterland nicht hinnehmen. Frankreich hatte wegen Elsass-Lothringen sowieso noch eine Rechnung offen und mit Russland gab es Probleme des verbündeten Ö.-Ungarns auf dem Balkan. Zudem war Wilhelm für seine markigen Sprüche bekannt, so dass er kein diplomatisches Fettnäpfchen ausließ.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2009
  18. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Ein sehr wichtiges Beispiel für historische Zusammenhänge des "Wetterbauers Zeusinger", der mit dem schwarzen Gürtel in Geschichte:
    "Kräht der Hunne auf dem Mist, bleibt der Hunne wo er ist."=):autsch::D

    Sorry konnte ich mir nicht verkneifen. Ist nicht böse gemeint:red:
     
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  19. Walter

    Walter Gast

    Die deutsche Flottenrüstung wird immer überbewertet im Bezug auf die schlechten Beziehungen zu Großbritannien. Grundsätzlich war aber nicht die Flottenrüstung der Grund, sondern die imperialen Interessen, bei denen sich die Schwerpunkte für die schlechten Beziehungen dieser beiden Länder ergeben.

    Die britische Flottenrüstung sah noch bis 10 Jahre vor dem 1.WK in der deutschen Flottenrüstung keinen Gegner oder fühlte sich gar unter Druck gesetzt. Die Rüstungsspirale hat Großbritannien 1889 mit dem Naval Defense Act begonnen und mit dem Bau der HSM Dreadnought 1906 selbst gegen Deutschland neu begonnen.

    Das "Mitziehen" der deutschen Flottenrüstung nach 1908 spielte natürlich bei den Beziehungen zu Großbritannien nicht grade eine positive Rolle und verlagerte die strategische Ausrichtung der britischen Marine des Two Power Standards weg von den Seegegner Frankreich und Russland, hin zu Deutschland.

    Aber es war nicht der Hauptgrund führ die schlechten Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland.;)
     
  20. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

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