Getränke im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Aswin, 19. August 2006.

  1. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Also ist Kwas nun quasi der Vorgänger des heutigen Bieres, oder wie muss ich das verstehen?
     
  2. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Eher als ein dem Dünnbier (Alkoholgehalt <2%) entsprechendes, aber mehr säuerlich schmeckendes Getränk in Osteuropa.
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das ist nichts weiter als vergorene Stutenmilch. In der Mongolei sehr beliebt.
    Schmeckt sauer und ist ekelhaft für uns.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2009
  4. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Was Du meinst ist Kumis. Kwas wird aus Brot gemacht
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ja, das habe ich wohl schon wieder verwechselt, obwohl ich beides schon geniessen durfte.
     
  6. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Kwas ist lecker. Kumis könnte doch so schmecken wie Ayran oder wie Kefir, oder? Mag ich jedenfalls beides nicht :D
     
  7. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Ich mag Ayran und Kefir sehr gern. Kumys schmeckt allerdings wie eine vergammelte Variante davon. :S
     
  8. Yggdrassill

    Yggdrassill Neues Mitglied

    Man sollte bedenken das die Ernährung im Mittelalter stark durch die jeweilige Regionen geprägt wurden. Man aß und trank letztendlich meistens das was in der näheren Umgebung angebaut wurde besonders im Frühmittelalter. Von daher ist es möglich das in Weinanbaugebieten in Frankreich und vor allem im Mittelmeergebiet der Wein Alltagsgetränk war. Während er in bestimmten Gebieten eher selten und von der Obrigkeit getrunken wurde. Wo Bier, Most und Met eine wichtigere Rolle spielten. Alkoholische Getränke waren die Regel wenn die meisten Getränke auch eher schwach Alkoholisch waren.
     
  9. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Was Kwas hat Alkohol wenn das meine Oma müsste die hat mich mit dem Zeug als Kleinkind vollgedrünt.
     
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  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

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  11. Jipster

    Jipster Neues Mitglied

    ich habe im Schloss Heidelberg (neben dem Großen Fass *mjamm*) erfahren, dass früher schon Kinder Wein getrunken haben, da das Wasser damals nicht gerade in sauberem Zustand gefunden werden konnte, da häufig Bäche durch Gerbereien und andere Wirtschaftszweige verschmutzt wurden.

    Auf meine Frage ob das denn nicht ungesund war antwortete mir ein Mann, dass damals der Wein jedoch noch nicht soviel Alkohol enthielt und recht fade schmeckte, weshalb man ihn mit Gewürzen etwas "aufpeppte"
     
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  12. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Also, kurz mein Senf:
    Met war und ist wohl was für besondere Tage.
    0,5-1 kg Honig für 1 Liter Met, also soviel Honig, wie die Mittelaltermarktbeschicker in einer Saison ausschenken, stand damals wohl nicht zur Verfügung
     
  13. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Ich dachte immer, der Alkohol-Spielraum beim Wein läge zwischen 8 und 14 Prozent. Auch wenn die meisten gängigen Weine heute zwischen 10 und 12 Prozent Alkohol liegen - so viel schwächer wären 8 Prozent ja auch nicht. Nicht so richtig gesund für Kinder jedenfalls ...

    Die Antwort würde wohl eher für Bier stimmen. Da waren wohl 2-3 Prozent üblich statt der heutigen 5 Prozent - das ist schon deutlich verträglicher.
     
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  14. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Wir hatten das Thema vor kurzem auch bei den Römern. Die verdünnten den Wein mit Wasser und übertönten den faden Geschmack des Wassers mit Essig, auch ein Weinprodukt.
    Gab es diese Weinverdünnung / -mischung und Wasserwürze auch im Mittelalter?

    (Ich habe den Thread nicht gelesen, falls es irgendwo schon diskutiert wurde.)
     
  15. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Natürlich tranken die ärmeren Schichten einen qualitativ schlechteren Wein, als die Reichen und "gepanscht" wurde vermutlich auch schon.
    Mit der Zugabe von Zucker während der Gärung z.B. kann der Alkoholgehalt erhöht werden, da es die Aktivität der Hefe steigert.
    Zucker (ob Traubenzucker, oder zugesetzter) und Hefe entscheiden über den Alkoholgehalt.

    Der im weiteren genannte "Tresterwein" wird eigentlich aus Rückständen gewonnen. Heutzutage wird der Trester sogar verfüttert oder zur Düngung eingesetzt. Bisweilen wird daraus auch ein Brandwein, also Tresterbrand gewonnen.

    Bei Bruno Lauricoux "Tafelfreuden im Mittelalter" finden sich folgende Aussagen zur Weinherstellung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2010
    2 Person(en) gefällt das.
  16. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Nachtrag:
    Hier hab ich noch ein bischen Info zum Wein im Mittelalter. Ich habe auch an anderer Stelle die Information gefunden, dass viele Güter Weinbau betrieben, sich zumindest an Rebsorten versuchten, um unabhängig zu sein/werden. Auch viele Klöster versuchten sich am Weinbau.
    Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch - Klosterwein
     
  17. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Wer sich für das Destillieren bzw. die Schnapsbrennerei im Mittelalter interessiert findet bei Hieronymus Brunswig (1450-1512), der eigentlich Chirurg war, reichlich Literatur. Klar dürfte sein, dass er selbst den Alkohol eher zur Wundbehandlung/Desinfektion einsetzte.
    Hieronymus Brunschwig ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2010
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  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bezweifle, dass das vor dem 19. Jhdt. ein Thema war.
     
  19. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Jedenfalls hat er "Buch der Cirurgia. Hantwirckung der Wundartzny" geschrieben, das sich bereits sehr detalliert mit der Wundbehandlung, und eben der Vermeidung von Wundbrand etc. auseinandersetzt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. September 2010
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dass er dieses Buch geschreiben hat ist ja gut und schön. Ein Beleg dafür, dass er Alkohol zur Desinfizierung verwendet hätte - er hat ja auch Bücher über das Destillieren geschrieben - wäre aber nur eine Textstelle, die das ausdrückt. Dass es diese gibt, bezweifle ich, da vor Ignaz Semmelweis die Desinfizierung absolut nicht zum medizinischen Standard gehörte.
    Da die Bücher von Brunswig online sind, dürfte es nicht allzu schwer sein, einen Nachweis zu führen, dass Brunswig seiner Zeit voraus war - wenn er es denn gewesen ist.
     

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