Illyrische- Kultur, Sprache und deren Nachkommen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Dardha, 5. Januar 2019.

  1. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Natürlich nicht!

    Niemand hat behauptet, dass sich ein altenglisches Wort ins Albanische eingeschlichen hat!

    Hast Du den Hinweis auf Proto-Indo-European *bʰérus überlesen?

    Du musst den Unterschied zwischen Lehnwörtern und Erbwörtern beachten! Bitte lies noch einmal den Beitrag 14 von El Quijote, sonst reden wir aneinander vorbei.

    Das altenglische Wort und das gotische Wort gehen natürlich auf ein älteres, germanisches Wort zurück. Es handelt sich um ein Erbwort. Dieses hängt etymologisch zusammen mit den Wörtern für Geburt (engl. birth), die wiederum mit entsprechenden Wörtern in anderen indoeuropäischen Sprachen zusammenhängen, z. B. proto-slawisch *berďь ('schwanger')...

    Und das Zitat bezog sich auf Namen.
    Sorry, aber das kann man nun wirklich nicht ernst nehmen. Hier werden ganz naiv Namen einer Sprache A mit irgendwelchen ähnlich klingenden Wörtern einer Sprache B "erklärt". Mit dieser Methode kann man auch Schweizer Ortsnamen aus dem Japanischen "erklären", z. B. Muri von jap. mura ('Dorf') oder Zürich am gleichnamigen See als Fischerort“

    Um zu wissen, was ein Name bedeutet, muss man wissen, aus welcher Sprache der Name kommt. Mit der Methode, Namen einer Sprache A mit Wörtern einer Sprache B zu "erklären", kann das nicht funktionieren. Da lässt sich nicht erkennen, ob an den Erklärungen etwas dran ist, oder ob es sich zu 100% um Zufall handelt.
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die Frage ist, ob das auch für die Uralbaner vor 2500 Jahren oder mehr gegolten hat.

    Bei Vladimir Orel, A Concise Historical Grammar of the Albanian Language: Reconstruction of Proto-Albanian (Leiden/Boston/Köln 2000) lese ich, dass bereits Blutsverwandtschaft zweiten Grades in der protoalbanischen Gesellschaft anscheinend keine Rolle gespielt hat. Jedenfalls wurden die entsprechenden Wörter aus dem Lateinischen entlehnt:

    upload_2019-1-15_0-41-13.png

    Ich wäre zwar grundsätzlich vorsichtiger mit solchen Schlussfolgerungen, wie sie Orel zieht.

    Noch vorsichtiger sollte man mit Schlussfolgerungen nach dem Motto ziehen: "Wenn etwas vor hundert Jahren so war, dann wird es wohl auch vor zweitausend Jahren genauso gewesen sein."
     
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  3. Dardha

    Dardha Mitglied

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    Die Meisten sind sich da einig.
    Auch ein Matzinger sieht das Albanische als eine urbalkanische Sprache auch wenn er selber die Illyrer-These nicht unterstütz.

    Auch da sind wir uns aber einig dass, das Illyrische nur spärlich überliefert ist und die sprachwissenschaftliche Sicht von Matzinger, eine Sicht von vielen ist.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Letztlich ist das argumentativ der Versuch, Matzinger zu bagatellisieren.

    Das ist eine Variante des Autoritätsarguments ("Argumentum ad verecundiam"). Wissenschaftliche Erkenntnisse werden allerdings nicht per Akklamation oder Mehrheitsentscheidung gewonnen. Was 1908 als richtig galt, kann heute als falsch erkannt sein und was heute als richtig gilt, kann 2025 als falsch erkannt sein. Es kommt vor allem darauf an, mit welcher Methode man Ergebnisse gewinnt und ob man sie korrekt interpretiert. Eine historisch-geographisch logische ausschauende Annahme, dass Albanisch auf dem Illyrischen fußt, kann durch Empirie (wissenschaftliches Erfahrungswissen) mittels historiolinguistischer und etymologischer Methoden als falsch herausgestellt werden.

    Nehmen wir mal an, wir wären Außerirdische. Wir könnten menschliche Sprachen wahrnehmen und mit Menschen kommunizieren, aber wir wären frei von jedem die Erde betreffenden Wissen. Uns wäre die Geschichte der europäischen Expansion unbekannt und wir fänden die Situation vor, dass in einigen peripheren Randbereichen Europas und auf einigen Inseln Sprachen wie Englisch, Spanisch und Portugiesisch gesprochen werden. Gleichzeitig finden wir diese Sprachen aber in riesigen Räumen in von Alaska bis Feuerland wieder. Und es ist doch klar, dass Mexiko quasi in der Mitte der kastilischsprachigen Welt zwischen den Philippinen und Iberien liegt. Also muss doch eigentlich Mexiko das Diffusionszentrum sein, von dem aus das Kastilische in die Welt diffundierte. Das wahrscheinliche Zentrum des Englischen dürfte zwischen Boston und Washington D.C. liegen, des Portugiesischen wohl bei Porto Alegre, São Paulo und Rio de Janeiro. Daher hat man auch von dort Portugal, Angola und Mozambique kolonisiert. São Paulo allein hat mehr EW als Portugal. Da ist doch klar, wo das Zentrum liegt und wo die Peripherie, oder?

    Rein logisch sähen wir für die drei Sprachen Amerika als Zentrum und Europa als Peripherie. Nun wissen wir - als Menschen mit historischem Wissen - dass das falsch ist. Wie aber fänden die Außerirdischen das heraus? Sie fänden es heraus, wenn sie die Etymologien der Sprachen, ihren historischen Wandel herausfinden würden. Sprachverwandtschaft, Wort- und Namenentwicklung etc. Und dann würden sie auf den Trichter kommen, dass das Englische mit den skandinavischen Sprachen und dem Deutschen und Niederländischen verwandt ist und einen starken französischen Einfluss aufweist und dass das Englische in Großbritannien viel differenzierter ist, als in Amerika und Kanada. Sie würden herausfinden, dass es auf der iberischen Halbinsel Dialektkontinua gibt, die es in Amerika so nicht gibt und dass Portugiesisch und Spanisch nicht nur untereinander verwandt sind, sondern auch mit anderen romanischen Sprachen, die in Amerika nicht existieren. Sie würden feststellen, dass beide Sprachen einen hohen Anteil von Arabismen und Indigenismen haben, würden aber auch feststellen, dass es zwischen den Arabismen in Europa und denen in Amerika keinen wesentlichen quantitaven Unterschied gibt, aber zwischen den Indigenismen im Europaiberischen und im Amerikaiberischen und dass ein Großteil der ins Europaiberische eingegangenen Indigenismen in weitere geographisch europäische Sprachen diffundierte (Mais, Tomate, Kakao, Kanu, Schokolade, Ananas, patata...). Kurz: Sie würden feststellen, dass die historisch-geographisch logisch ausschauende Annahme, dass die Sprachen von Amerika nach Europa gebracht wurden sich als falsch herausstellt und dass mit sprachwissenschaftlicher Methodik festgestellt werden kann, dass die Sprachen sich in Europa entwickelten und von dort nach Amerika diffundiert wurden. Und genau deswegen zählen vor allem sprachwissenschaftliche Argumente und keine geographischen.
     
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  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Warum schreibst Du im Präsens "sind sich einig"?

    Was Du hier kopiert hast, stammt aus einem Aufsatz, der sich mit Wissenschaftsgeschichte beschäftigt. Um den heutigen Wissensstand geht es überhaupt nicht, sondern um Leute aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es wird vor allem auf ihre Verdienste (und gelegentlich auch ihre Irrtümer) hingewiesen.

    Als Du letztes Mal aus diesem Aufsatz kopiert hast, habe ich dazu geschrieben:

    Und weiter:

    Aufgrund von Namensgleichungen wurden in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jh. illyrische Sprachreste fast in ganz Europa gesucht: in den Gebieten der Provinzen Noricum und Raetien, in Ostdeutschland bis zur Ostsee, in Böhmen und in Nordgriechenland, in Nord- und Süditalien, in der ehemaligen Provinz Gallia, in Spanien, sogar auf den Britischen Inseln (Jokl, Krahe, Pokorny u. a.). Die Illyrier hielt man für Träger der Urnenfelderkultur (zweites Jahrtausend v. Chr.; G. Kossina, R. Pittioni). Dank der Kritik vor allem von H. Kronasser wurde die panillyrische These in den fünfziger Jahren abgelehnt, sodass jetzt das Areal des Illyrischen auf Süddalmatien und Albanien beschränkt ist.

    http://wwwg.uni-klu.ac.at/eeo/Illyrisch.pdf

    Ich habe auf diese Problematik bereits in meinem allerersten Beitrag deutlich hingewiesen:

    Zumal völlig unklar ist, woher die Wörter aus dieser Uraltliste "rekonstruiert" bzw. zusammengeklaubt sind.

    "Sehr problematisch ist, daß die vorhandenen Sammlungen ‘illyr.’ Sprachmaterials auf der veralteten weiträumigen Illyrerhypothese (s. oben) beruhen, so daß viel Material mitverzeichnet wurde, das nicht in den Bereich des Illyr. gehört. Das größte Desiderat der Altbalkanistik stellt daher die Neubearbeitung dieses Materials dar!"


    upload_2019-1-18_14-29-44.png

    Die Lebensdaten der meisten Personen werden in dem Aufsatz genannt.

    Damit mal klar ist, worum es hier geht:

    Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716)
    Johann Erich Thunman (1746-1778)
    Josef Ritter von Xylander (1794-1854)
    Johann Georg von Hahn (1811-1869)
    Bartholomäus Kopitar (1780-1844)
    Theodor Benfey (1809-1881)
    Franz Miklosich (1813-1891)
    Lorenz Diefenbach (1806-1883)
    Jakob Philipp Fallmerayer (1790-1861)
    Martin Leake (1777-1860)
    Gustav Meyer (1850-1900)
    Paul Kretschmer (1866–1956)
    Holger Pedersen (1867–1953)
    Albert Thumb (1865-1915)
    Matteo Bartoli (1873-1946)
    Wilhelm Meyer-Lübke (1861-1936)
    Sextil Puscariu (1877-1948)
    Konstantin Jireček (1854-1918)
    Milan von Šufflay (1879-1931)
    Carl Patsch (1865-1945)
    Franz Nopcsa (1877-1933)

    Über Meinungen, die auf veralteten Thesen basieren, brauchen wir hier nicht zu diskutieren.
    Es sind sowieso nicht Meinungen, die zählen.
    Was zählt, sind Argumente.
     
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  6. Dardha

    Dardha Mitglied

    Das ist mir Bewusst, dass diese Herren nicht mehr unter uns Weilen nur, was hat das mit ihrer Glaubwürdikeit zu tun?
    Seit wann ist alles Neue richtig/besser und alles Alte schlecht?

    Extrem viel ist ja seitdem nicht passiert oder gab es neue archäologische Funde oder alte Schriften?

    Zudem hat Matzinger noch nicht alles ausgewertet, er ist noch dran.

    Gibts Historiker oder Albanologen (Neuzeit) die jetzt nebst der Sprache auch die anderen Sachen auswerten oder ausgewertet haben?
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wer sagt denn, alles Alte sei schlecht und alles Neue sei richtig?
    Niemand.
    Und wo schreibe ich etwas von Glaubwürdigkeit?
    Nirgends.

    Und hast Du meinen Beitrag zu Ende gelesen? Da habe ich geschrieben:

    Es sind sowieso nicht Meinungen, die zählen.
    Was zählt, sind Argumente.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Du merkst ja selber, dass das Auswerten die eigentliche Arbeit ist. Es ist leider selten, dass alte Inschriften gefunden werden, die neue sensationelle Erkenntnisse bieten. Das heißt aber nicht, dass in der Historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft in den letzten 50, 60 Jahren nicht viel passiert ist.

    Für die Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft ist die Beschäftigung mit antiken Inschriften ein ziemlich kleines (aber natürlich wichtiges) Betätigungsfeld. Um die Geschichte der albanischen Sprache aufzuklären, spielen z. B. folgende Forschungen eine Rolle:
    - Erforschung der albanischen Schriftzeugnisse aus den letzten Jahrhunderten
    - Erforschung der albanischen Dialekte und Sprachinseln (in Italien, Griechenland und sonstwo)
    - Vergleich mit benachbarten Sprachen und Dialekten (z. B. Aromunisch)
    - Vergleich mit nicht benachbarten, aber verwandten Sprachen und Dialekten (z. B. Germanisch, Baltisch usw.)
    Durch ältere Texte und Dialekte, die z. T. ältere Formen bewahren, kommt man der "internen Rekonstruktion" der Sprachgeschichte auf die Spur. Diese wird ergänzt durch den externen Sprachvergleich. Wenn hier systematisch vorgegangen wird, stellen sich bestimmte Regelmäßigkeiten heraus. Einige Beispiele hatte ich ja schon genannt: Wie verändern sich Wörter und Phoneme, wenn sie vom Lateinischen ins Altalbanische gelangen, vom Altalbanischen ins Rumänische, vom Slawischen ins Albanische usw.

    Mehrmals genannt wurde Vladimir Orels "Concise Historical Grammar of the Albanian Language", wo der Forschungsstand zusammengefasst wird und die Entwicklung der Vokale, der Konsonanten, der Betonung, Umlaut, Ablaut, Präfixe, Suffixe, Konjugation, Deklination usw. beschrieben werden.
    Das könnte man als Forschungsstand 2000 betrachten, aber die Forschung bleibt nicht stehen, und es wird weiter geforscht und diskutiert.

    So lese ich bei Orel:
    Den Anhang 17879 betrachten

    2008 unterzog Bardhyl Demiraj die rekonstruierte Form einer genauen internen und externen Überprüfung und zog die Schlussfolgerung:

    Den Anhang 17877 betrachten
    https://www.albanologie.uni-muenche...ationen-demiraj/bearbeitet_alb_-rrush_-on.pdf

    Da es blöd ist, nur Texte zu kopieren, will ich wenigstens auf einige der von Demiraj angeführten Argumente mit eigenen Worten eingehen.
    Der Verlust eines weichen Verschlusslauts ist im Albanischen nichts Ungewöhnliches; es lassen sich hier sogar Regelmäßigkeiten feststellen:

    Bei dem erwähnten Wort für 'Meer' lässt sich in alten albanischen Schriftzeugnissen und modernen Dialekten die Lautform deet feststellen. D. h. nach Wegfall des /b/ verschmolzen die ersten beiden Silben zu einer Silbe, doch blieb in dem Doppel-e (bzw. dem langen e) noch ein Rest der ursprünglichen Zweisilbigkeit hörbar. Das ist beim Worr rrush nicht der Fall. Es gibt hier also keinen internen Anhaltspunkt, einen weggefallenen Konsonanten zu rekonstruieren, zumal der Wegfall des /g/ im Albanischen keineswegs regelmäßig erfolgt ist (z. B. lat. sagitta 'Pfeil' - alb. shigjetë/shëgjetë).

    Viel weniger problematich wäre es, das albanische Wort rrush an das griechische Wort ῥώξ (rhṓx) für die Weinbeere anzuschließen.
     
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  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Meines Wissens ist der älteste albanische Text eine funktionelle Wortliste die sich im Reiseführer von Arnold von Harff befindet. Also 16. Jhdt.

    item albanische spraiche
    Item boicke - broyt
    vene - wijn
    oie - wasser
    mische - fleysch
    jat - kese
    foeije - eyer
    oitter - essich
    [...]
    mirenestrasse - guden morgen
    myreprama - guden nacht
    meretzewen - guden daich
    ake ja kasse zet ve - wat haistu dat mir beuelt
    kess felgen gyo kaffs - wat gylt dat
    laff ne kammijss - wessche mir mijn hempt
    [...]
     
  10. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    1497 wäre noch 15. Jh.
    Davor gibt es noch eine Taufformel von 1462 und einen Fluch von 1483
    The Albanian Lexicon of Arnold von Harff, 1497 on JSTOR
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Selbstverständlich. Bin wohl schon halb im Reich der Träume.
     
  12. Dardha

    Dardha Mitglied

    Ich lasse mich gern eines besseren belehren.
    Nur wird uns das so auf die Wege gegeben seit mehreren Generationen und man ist auch davon fest überzeugt.
    Ist im Balkan ein heikleres Thema als zb in West-Europa, siehe aktuell Griechenland-Mazedonien.


    Për herët të parë bëhet fjalë për gjuhën shqipe në vitin 1284 (jo 1285 siç është menduar deri më tani), në një dokument të Arkivit të Dubrovnikut /Raguzës/ nga 14 korriku i viti 1284 ku thuhet: “Dëgjova një zë që thërriste në mal në gjuhën shqipe” (Audivi unam vocem clamantem in monte in lingua albanesca). Dëshminë e dytë e kemi nga një autor anonim, që sipas të gjitha gjasave ishte prift i urdhrit domenikan, i cili në vitin 1308, gjatë udhëtimit nëpër Ballkan, kur përshkruan Shqipërinë dhe shqiptarët, ndër të tjera shkruan: “Këtu shqiptarët e lartpërmendur kanë një gjuhë të dalluar prej latinëve, grekëve e sllavëve, kështu që nuk merren vesh fare me popujt tjerë” (Habent enim Albani prefati linguam distanctam a latinis, grecis et slavis ita quod in nullo se inteligunt cum aliis nationibus).

    Laut diesem Text wird die albanische Sprache zum ersten Mal im Jahre 1284 erwähnt in einem Dokument vom Archiv in Ragusa (Dubrovnik)

    Ein zweiter unbekannter Autor im Jahre 1308 spricht von Albanern die eine Sprache sprechen, welches weder dem Lateinischen, Griechischen oder Slawischen ähneln soll.
     
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  13. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Alles korrekt.
    Nur sind das keine Texte in albanischer Sprache, sondern Texte in lateinischer Sprache, in denen die albanische Sprache erwähnt wird.

    Der Text des Anonymus von 1308 komplett mit serbischer Übersetzung:
    Anonymi Descriptio Europae Orientalis ( ), 2013.

    Und das Kapitel über Albanien mit englischer Übersetzung:
    ALBANIA in the Anonymi Europae Orientialis

    Den Text von 1284 finde ich nur auszugsweise bei Konstantin Jireček, Die Romanen in den Städten Dalmatiens während des Mittelalters:
    Ostdok: Osteuropa-Dokumente online

    Die erste Erwähnung der 'lingua albanesesca' (vgl. lat. -iscus in thraciscus, daciscus, altit. grecescho, turchescho) fand ich in einem Processe in Ragusa 1285 über einen Diebstahl im ,casale' des Petrus de Volcio in Belen (jetzt Plat) im Thale von Breno. Der Zeuge Matheus filius Marci de Mence sagt: ,audiui unam uocem, clamantem in monte lingua albanesesca', worauf er beim Weingarten des Benedictns de Gondula ,unum Albanensem' erblickte', welcher Trauben und ,duas scopinas, plenas musto' trug (Diversa 1284—1285 im Archiv des k. k. Kreisgerichtes, bezeichnet als Div. Canc. 1275).
     
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  14. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  15. Dardha

    Dardha Mitglied

    Die gegischen Albaner sind/waren ja in Stämme aufgeteilt (fis auf albanisch).
    Diese Stämme waren alle in der Malsia (Heute Nordalbanien und Südmontenegro) beheimatet.

    Ich frage mich, ob die thrakische Provinz Moesia was damit zu tun haben könnte.

    Einerseits wegen den vielen ähnlichen Wörtern
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/List_of_reconstructed_Dacian_words

    Und andererseits wegen der Region Dardanien, welche sich in dieser Gegend befunden hat.

    Wie es bei den Tosken aussieht weiss ich persönlich nicht.
    Ich kann mich aber erinnern mal etwas gelesen zu haben, dass man sie oft mit den Epiroten inVerbindung gebracht welche früher von den alten Griechen zum Teil als „Barbaren“ angesehen wurden.
     
  16. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nach den gängigen Erklärungen ist der Name Malsia/Malësia als "Bergland" zu interpretieren und vom albanischen Wort mal 'Berg' abzuleiten.

    Wenn wir nach antiken Belegen für geographische Namen suchen, die mit dem protoalbanischen Wort zusammenhängen könnten, wäre Dacia Maluensis ein ernstzunehmender Kandidat:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/Roman_Dacia_de.svg
     
  17. Dardha

    Dardha Mitglied

    Montenegro auf albanisch übersetzt ist wiederrum mal i zi.

    Gibt es Historiker die es mit Dacia Maluensis in Verbindung bringen?
    Habe nur was von Meyer gefunden, der dies kurz erwähnt.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Lika
    The name of Lika is derived from old Illyrian language, meaning "body of water"; its cognates are liquor ("fluid") in Latin and liqén("lake") in modern Albanian. Indeed, a major feature of the Lika landscape are rivers and lakes, as well as marshes and floodplains, many of which have been drained in 18th to 20th centuries.

    Bin jetzt noch auch auf das gestossen.
     
  18. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die mögliche Verbindung zu Dacia Maluensiswird bei Meyer und auch bei Orel erwähnt. Sprachlich scheint nichts gegen ein protoalbanisches Wort *mala zu sprechen.

    Falls der Name auf die Siedlung Malva zurückgeht, ist die Frage, ob das eine plausible Etymologie ist. Der Norden der Dacia Maluensis ist wohl bergig, die Gegend um Malva aber nicht.




    In der deutschsprachigen Wikipedia wird stattdessen behauptet:
    Lika – Wikipedia

    Das ist aber wahrscheinlich eher Quatsch.

    Plausibel scheint mir die Herleitung vom Flussnamen Lika, der lässt sich aber schwer einer bestimmten Sprache zuordnen. Vergleiche den Flussnamen Lech:

    Lech – Wikipedia
     
  19. Dardha

    Dardha Mitglied

    Ist schwer zu sagen.
    Es existiert auch der Nachname „Lika“.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Rab
    The island of Rab was first mentioned in a Greek source Periplus of Pseudo-Scylax (360 BC) and then by other Greek and Romangeographists by the name Arba. That name belonged to the Liburnians, so far the oldest known inhabitants of the island. Arba was also the name of the Liburnian settlement in the modern city of Rab. It is not certain how old this name is; it may be as old as the settlement, which means from the beginning of the Iron Age, since the Liburnians did not build the city walls on the island. The Illyrian-Liburnian word Arb meant 'dark, obscure, green, forested'. Therefore, name Arba should be comprehended as a toponym meaning "Black island", due to the rich pine forests that once grew on the island.

    After the 1st century AD it was recorded by many other Greek and Roman authors by the names Arba and Arva.

    Its Medieval Dalmatian speaking population used Arbe, Arbia, Arbiana, Arbitana and most frequently Arbum in the documents written in the Latin language.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Dalmatae
    The name Dalmatae appears to be a cognate of the modern Albanian word delmë, meaning "sheep".[4] The Illyrian town of Delminiumprobably shares this etymology.[5]

    Das mit Dalmatien war mir schon vorher bekannt.
    Das mit der Insel „Rab“ war mir jetzt neu.
    Arbanon>Arberesh in griechisch wiederrum Arvanon>Arvanites
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Januar 2019
  20. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das geht wohl auf Gustav Meyer (1890) zurück. Nach Orel (1989) ist das -m- sekundär, ein Zusammenhang mit dem Namen Dalmatiens ziemlich unwahrscheinlich ("and hardly has anything in common with the name of Dalmatia").


    Immer wenn jemand behauptet, zu einem angeblich "illyrischen" Wort eine Bedeutung zu kennen, ist etwas faul.
    Es gibt genau vier illyrische Wörter, zu denen eine Bedeutung überliefert ist, wobei auch hier die Angaben zweifelhaft sind.
     
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