Wo lohnten sich Räder

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Klaus, 31. Oktober 2008.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das Rad wird sich aus der Rolle, dem liegenden Baumstamm entwickelt haben.
    Denke ich auch.

    Fällt mir ein, Heyerdahl hat doch auf der Osterinsel so eine Statue wieder aufgerichtet, mal heute Abend schauen was der zum transport schreibt
     
  2. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Das Riesenfaultier und auch das Pferd gab es ja auf dem amerikanischen Kontinent, als die Menschen eitrafen, nur waren sie kurze Zeit später aus mysteriösen Gründen ausgestorben.

    Offenbar haben die Clovis-Jäger sie durch Jagd ausgerottet, bevor man auf die Idee kam, sie zu domestizieren. Die Nachfahren werden sich ganz schön in den Allerwertesten gebissen haben !
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Meerschweinchen gehören allerdings eher in den andinen Raum.
     
  4. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    In Bezug auf die amerikanischen Monumentalbauten ist mir das Fehlen des Rades in techn. denkbaren Erweiterungen ( Flaschenzüge etwa ) schon
    immer störend angekommen. Und auch alles nur mit Menschenkraft ?

    Pyramidenbauten und besonders Festungsbauten ( Saxahuaman ) alles
    ohne Rad - nur mit Rollen und Hebeln ?
    Gerade bei den Festungen wurden gigantische Massen bewegt und bearbeitet.
    Hier sind wir offenkundig auch noch nicht schlauer , als in wir in
    ägyptischer Pyramidenbaukunde sind
     
  5. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

  6. Rimpler

    Rimpler Neues Mitglied

    Jetzt komme ich wirklich ins Grübeln.
    Ist das ein eigenständiges Objekt oder eine Abbildung?

    Nachfrage: Wann, wurde das wo, unter welchen Umständen gefunden?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2008
  7. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Mal eine ganz naive Frage: Lassen sich mit Obsidianklingen eigentlich Bretter oder dergleichen herstellen um stabile Räder zu bauen?
    Das Spielzeug ist ja aus Ton, aber eine Schubkarre mit Keramikrädern kann ich mir nur schwer vorstellen.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Kupfer und Bronze kannten die Mesoamerikaner, und etwas anderes hatten die Eurasier so ca. 3700-4000 vChr. auch nicht.

    Heyerdahl schreibt, dass die "Osterinsulaner" ihre Statuen vermutlich "getorkelt" hätten - mal links gezogen, dann wieder rechts, dann wieder links usw.
    Die Leute dort haben ihm wohl erzählt, dass die Statuen an ihren jeweiligen Aufstellungsort "selbst gelaufen" wären. 15 Tonnen und mehr über etliche kilometer...
    Er kam dann auf die "Torkel" These. Wirkt ja so ein bißchen wie "gehen".
    Ob diese noch gilt weiß ich nicht, stammt aus seinem Buch "Akku-Akku" aus den 50ern.

    Wenn man mit älteren Handwerkern zu tun hat, stellt man immer mal wieder fest, dass die Methoden haben, Sachen zu machen, für die längst Hydraulik, Krähne usw. eingesetzt werden, auch ohne diese Hilfsmittel, wenn es "denn unbedingt sein muss".
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2008
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  9. Guntbot

    Guntbot Gast

    es gigt einen Film über die Osterinseln
    in dem werden die figuren liegend auf Holzschlitten über Baumstämme gezogen und an ihren Standort erst aufgerichtet
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Und was sagt Dir das?
    Fang um alles in der Welt nicht an Autos aufzufressen!:cool:
     
  11. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Jein.
    Um bretterartige Abschnitte herzustellen hat man zuerst nur gespaltet und
    erst später gesägt ( übrigens kA. ab wann Sägen belegt ist..... )

    Du kannst einen Stamm mit einem Obsidiankeil oder anderem Steinkeil an-
    spalten - ab dem 1. Riss wird man jedoch sofort Holzkeile /Metallkeile einsetzen und damit das Spalten zu Ende bringen.
    Die Steinkeile splittern durch das nötige Draufhauen eben eben zu schnell,
    um sie dauerhaft dabei nutzen zu können.
     
  12. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Offenbar ja:
    Keoke/Porterfield: American Indian Contributions to the World, p. 233

    "The Olmeque invented a unique saw that was able to cut many different types of material, but it was used primarily for cutting jade. [...] The saw was a simple one, requiring only a piece of string made of leather and an abrasive such as silica (sand) or jade dust. [...] The string saw was used later by Mesoamerican cultures and by some South American Andean cultures. American Indians of South and Mesoamerica also made saws out of obsidian flint that they shaped like hacksaw blades. [...]"
    Hervorhebung von mir eingefügt


    Da im Kulturareal Nordwestküste Häuser aus Zedernplanken gebaut wurden, habe ich mir den entsprechenden Eintrag in Bezug auf die verwendeten Werkzeuge auch angesehen:

    a.a.O., S. 49ff
    Diese Architektur findet sich im Gebiet vom Panhandle in Alaska bis ins südliche Oregon. [...] Die Stämme wurden mit Hilfe von Keilen zu Brettern gespalten. [...] Beim Bau wurde eine Nut- und Federtechnik angewendet. Die Haida, deren Häuser auch unterkellert waren, formten die Bretter auch mit Hilfe von Dampf, so daß die Bretter einander überlappten; dadurch entstanden dichte Wände. [...] Die Haida und andere Völker der Nordwestküste erfanden spezialisiertes Werkzeug; nur ein Teil davon wurde aus Metall gefertigt. So war zb eine Expedition von James Cook die erste, die den Nootka-Sund bereiste. Als seine Männer die Werkzeugkiste eines Nootka-Zimmermanns ansahen, enthielt diese Metallmeißel, Keile, Hämmer, "adzes = carpenter's tool", einfache Bohrer, Schleifsteine, und Haihaut, die als feines Sandpapier verwendet wurde. Meißel und "adzes" wurden u.a. an den Kanten mit Muscheln versehen (clamshell-edged adzes), Keile auch aus Hartholz oder Schafshorn gefertigt.
     
  13. Bartek

    Bartek Aktives Mitglied

    Gefass aus Bronocice, Woiw. Świętokrzyskie mit Darstellung eines Wagens (die alteste in der Welt), ca. 3500 v.Ch, Trichterbecherkultur.
     

    Anhänge:

  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Wie gesagt, zu der Zeit (3500-4000 vor) hatten die Eurasier bestimmt kein besserer Werkzeug als die Vorkolumbianischen Amerikaner.

    Ich unterstelle es "wäre" zu machen gewesen.
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Die Osterinsulaner haben "getorkelt", geschleppt und auch verschifft..
    Die Statuen wurden innerhalb ca. zwei Wochen aufgerichtet, indem ein immer höherer schrägverlaufender Steinwall unter der Statue aufgeschichtet wurde.
    Bis sie schließlich mit relativ geringem Kraftaufwand auf das Fundament gekippt werden konnte. Gewichte bis zu 50 Tonnen!

    Laut Heyerdahl überaus bemerkenswert welche riesigen Gewichte mit relativ wenig Menschen (10-15) gehandelt werden könnten. Wenn die entsprechenden Kniffe beherrscht werden, und die Zeit keine Rolle spielt.

    Genauere Beschreibung Heyerdahls in Aku-Aku
     
  16. Guntbot

    Guntbot Gast

    wenn sie wie du schreibst und auch im Film gezeigt wurde erst an ihrem Standort aufgestellt wurden müssen sie ja liegend dorthin transportiert worden sein,nur wie soll liegend torgelnd funktionieren :grübel:
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die Statuen waren unterschiedlich groß, dann bekamen viele eine "Frisur" aus einem anderen Gestein, wog auch ein paar Tonnen, kam aus einem anderen Steinbruch und musste am Schluß oben drauf. Es wurden je nach Lage der Dinge, wen wunderts? unterschiedliche Transportwege benutzt, bis zur Seefracht.

    Aber, wie gesagt, näheres bei Heyerdahl, Aku-Aku
     
  18. Guntbot

    Guntbot Gast

    Hyerdahl in allen Ehren
    aber ich denke er ist,was dieses Thema betrifft,einwenig überholt,die Frisur war ein "Hut" und Augen bekammen sie auch noch aus weisen Stein
    in der Docu lagen die Figuren mit den Füssen nach vorne auf zwei kufenartigen Baumstämmen welche über dünnere gefettete Baumstämme gezogen,das Aufrichten erfolgte wie von dir beschrieben
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die "Frisur" stammt von mir.
    Details müsste ich nachschlagen. (Mach ich aber nicht:devil:)
    Er hat auf jeden Fall als erster von den Insulanern mit ihrer "Technik" eine Statue wieder aufstellen lassen. Erfolgreich.
    Die Osterinsel ist, heute zumindest, annähernd baumlos. Mit sooovielen eingeschmierten Baumstämmen kann da nicht gearbeitet werden.
    Für Amerika also nur bedingt vergleichbar.

    Aber dass ganz erhebliche Tonnen-Gewichte ohne Rad und weitere Hilfsmittel von relativ wenig Menschen beherrschbar sind, ist auf alle Fälle bewiesen.
    Die "Geheimnisse" des Baus der Pyramiden und Zyklopen-Mauern scheinen eher im menschlichen Erfindungsgeist zu liegen, als bei obskuren
    Schweizer Raumschiffen:devil:
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. November 2008
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wobei die Baumlosigkeit und das Aufstellen der Moais eng zusammenhängen.
     

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