Konstruktionslinien, Centuriation/Limitation, etc.

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von dekumatland, 7. März 2018.

  1. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Auf der Karte steht "Basel", dann nehmen wir halt den altbezeugten Namen Basilia. Dann musst Du Dir eben eine andere nachträgliche Ausrede dafür einfallen lassen, warum Deine Liste nur die Orte enthält, die auf Deine Linien passen.
     
  2. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Raster kennen wir ja erst von den Römern, die es wohl von den Etruskern abgeschaut hatten, aber imaginäre Linien zwischen bestimmten wichtigen Plätzen dürften schon für die Jungstein- und Bronzezeit gut belegt sein.
    Den Sinn der römischen Limitation könnte sicher @Sepiola besser erklären, da er er sich mit den Schriftquellen bei weitem besser auskennt und den Zusammenhang mit den pensionierten Legionären besser erklären kann. — Hier nochmals das Extrembeispiel aus Italien:

    fc-faventia.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2018
  3. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Was die pensionierten Legionäre betrifft, sieht es in der Schweiz auffallend mau aus.

    Am ehesten würde man eine nennenswerte Ansiedlung von Veteranen und eine damit zusammenhängende Limitation in und um Aventicum erwarten, der größten Römerstadt auf Schweizer Boden. Dafür spricht schon der von Vespasian verliehene Titel "Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Foederata".

    In anderem Zusammenhang habe ich dazu schon mal folgendes geschrieben:

    Vermutlich bevorzugten die Legionäre Gegenden in Italien, Südfrankreich und Nordafrika als Altersruhesitz. Die Gebiete nördlich der Alpen waren wohl eher etwas für Individualisten.
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die Römer haben eigentlich groß gar nichts bewältigt. Schon vor Jahren hat Divico vermutet, dass die Römer ihre Vermessungs- und Planungssysteme von den Kelten übernommen haben:

    Diese Indizien verdichten sich nun immer mehr. Auch die "Hauptvermessungslinie" Petinesca-Salodurum-Vindonissa in der Schweiz haben die Römer bereits vorgefunden:

    Die Römer waren noch nicht einmal in der Lage, nennenswerte Straßenabschnitte entlang der vermessenen Strecke anzulegen. Am "Angelpunkt" hat es gerade mal für ein Amphitheater (120 m lang) gereicht.

    Ich glaube aber inzwische, dass auch die Kelten sich bereits ins gemachte Nest gesetzt haben und ihre Oppida halt auf den vorgegebenen Hauptvermessungslinien errichtet haben.

    Neulich bin ich auf den antiken Ortsnamen Norbaniacum gestoßen, hier darf mit Recht einer der Hauptorte der Norben vermutet werden.

    Zieht man von dort eine Linie zum Piz Badus, dann stellt man fest, dass sie exakt durch Bremgarten (Aarau) verläuft und von dort ein exakter rechter Winkel exakt nach Salodurum weist.

    upload_2018-12-9_0-35-8.png
     
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  5. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Von Norbanicum bis Bremgarten sind es 404 km. Fast exakt im goldenen Schnitt (260 km) liegt Argentoratum, gegründet durch Drusus. Zieht man nun eine Linie nach Pömmelte, sind dies 477 km. Das kann kein Zufall sein!
     
  6. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Eigentlich ist es für Aprilscherze noch zu früh. Die einzige brauchbare Linie von und zu Pömmelte ist die Linie von und zu Mainz. Die kürzeste Verbindung zur Elbe.
     
  7. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Auf genau dieser Linie, ziemlich genau auf halber Strecke, hat man ja auch römische Schuhnägel gefunden: in Ulfen.
     
  8. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Update

    Mittlerweile habe ich mir das bisher völlig vernachlässigte deutsche Bremgarten in Baden einmal genauer angeschaut. Sollte meine Idee Bremgarten = primo cardo richtig sein, müsste auch das badische Bremgarten in Beziehung zur römischen Limitation stehen.

    Und tatsächlich scheint es, als gäbe es diese Spuren römischer Limitation auch hier. Besonders deutlich wird das südlich von Bremgarten nach Steinenstadt hin (im zweiten Bild), wo es fast aussieht wie in der Poebene:

    bremgarten-d_lim1.jpg bremgarten-d_lim2.jpg

    Die Orientierung des Gitters entspricht übrigens genau dem Ergebnis der auf Lidar beruhenden Arbeit von Ralf Hesse und John Peterson, deren Präsentation @jchatt in Beitrag #15 verlinkt hatte.
     
  9. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Ich wohne hier im niemals römisch besetzten Mittelhessen. Aber als ich vorhin aus dem Küchenfenster blickte, musste ich erkennen, dass unser Gartenzaun exakt parallel dem Gartenzaun des Nachbarn gegenüber verläuft. Und nicht nur das, auch die übrigen Anwohner unserer Straße haben Ihre Gartenzäune gleichartig ausgerichtet.
    Der römische Einfluss in unserem Dorf ist also absolut unverkennbar.
     
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  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Eigentlich hatte Sepiola schon erklärt, warum das aus liguistischen Gründen nicht möglich ist.
     
  11. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Da Eisenrost einen charakteristischen Geruch hat, genügte es, einen guten Fährtenhund dort anzusetzen. Vielleicht läuft er schnurgerade zur Elbe.
     
  12. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...ach...welche?
     
  13. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Zum Beispiel die imaginären Linien zwischen den Öffnungen in den Ringheiligtümern und der Sonne.
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist eben die Reaktion, wenn sich jemand von Fakten und (archäo)logischen Argumenten nicht beirren lässt. Man man das auch als Form der Selbstverteidigung verstehen.
     
  15. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    dann ist die Sonne also "ein wichtiger Platz" auf der Landkarte? @Opteryx guck noch mal genau in das Zitat in meinem Beitrag ;)
     
  16. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Ich habe ihn nebenan gerade widerlegt, anhand der Ortsnamen Galmiz, Solothurn und Bümpliz.

    Es ist eben doch möglich.
     
  17. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Willst Du mit dieser Albernheit ausdrücken, dass Du auch die (identischen) Ergebnisse von Hess und Peterson [Lidar traces used to produce models of Roman land organisation in the southern Black Forest area.—Link in Beitrag #15] für lachhaft hältst?
     
  18. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Zumindest die Präsentation aus #15 erscheint mir als ziemlicher Mumpitz.
    Ein paar wirre Linien gezogen und mit einem vernuschelten Kommentar versehen - Substanz kann ich dort keine erkennen.
     
  19. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Es geht hier doch nicht um brauchbare Verbindungen. Das wäre "rezentes Denken":
    Wer immer nur nach dem Zweck dieser Linien fragt, dem wird der wahre Sinn dieser Linien niemals einleuchten.

    EDIT: Apropos "Sinn":

    Auf der Linie Straßburg-Pömmelte geht die Linie nach 100 Leugen exakt durch die Orte Aura im Sinngrund und Obersinn. Vielleicht sollten wir darüber mal nachsinnen!

    upload_2018-12-9_15-49-7.png
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2018
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  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nein hast du nicht. In einem Punkt hast du seine Äußerungen sogar bestätigt, ohne das zu bemerken.
     

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