Nahkampfwaffen im Ersten Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Nakharar, 19. Juli 2008.

  1. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied


    Meinst Du den?

    Nahkampfwaffen Stahlgewitter 1914-1918
     
  2. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    Genau den. Ein gutes Beispiel für die erstaunliche Kreativität, welche die Soldaten an den Tag legten um ihren Mitmenschen das Lebenslicht auszupusten......
     
  3. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Würdest du zum "ausputzen" von Gräben nicht eher einen Flammenwerfer, eine Maschinenpistole oder entsprechende improvisierte Feuerwaffen wie die 08 mit Schneckenmagazin und Schulterstütze verwenden? Handgranaten scheinen dafür auch recht sinnvoll zu sein. Wobei ich allerdings nicht weiß inwieweit man vorgenannte Waffentypen zude den Nahkampfwaffen zählen kann. Die Reichweite ist jedenfalls nicht allzu groß. Blankwaffen sind dann doch eher was für Kämpfe in den Gräben.
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    "Ausputzen" bedeutete nicht unbedingt, einen Graben von Kombattanten zu "säubern", wofür Handgranaten, Pistolen und Flammenwerfer sicher geeigneter waren. "ausputzen" bedeutete, alles zu töten, was sich noch im Graben bewegte, darunter natürlich Verwundete und Gefangene. Die "Ausputzer" und Nettoyeurs waren auch nich Angreifer der ersten Welle, sondern folgten vielmehr den Sturmtruppen, um Terror zu verbreiten.
     
  5. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Wen's interessiert, hier die "Anleitung zur Ausbildung von Stoßtrupps" von 1917:

    Erster Weltkrieg - Anleitung zur Ausbildung von Stoßtrupps


    Zitat:
    Was man unter den erwähnten "Aufräumungsaufgaben" zu verstehen hat, kann sich wohl jeder denken...
     
  6. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    Gil-galad: eine Maschinenpistole
    Die erste echte Maschinenpistole war die Bergmann MP 18 die gegen Ende des WK1 für die Grabenkriege mit 10000 Exemplaren ausgegeben wurde.
    Die Bergmann, Spitzname "Grabenräumer", war im Einsatz so erfolgreich, daß als Folge im Versailler Vertrag den Deutschen die Herstellung und der
    Besitz von MP's verboten wurde.
    Weiterhin war die Pistole C96 von Mauser sehr erfolgreich. Diese Pistole im Kaliber 7,63 Mauser war über viele Jahre die stärkste und leistungsfähigste
    Faustfeuerwaffe der Welt. Sie wurde erst in den 50er-Jahren durch Revolver der Fa. S&W im Kaliber .44 Magnum übertroffen (s."Dirty Harry"). Die Pistolen waren im WK1 aber i.d.R. nur Offizieren oder bestimmten Spezialisten vorbehalten ( z.B. bei der Feldartillerie den Stangenreitern).
     
  7. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    Auf die Bedeutung von Pistolen weißt auch die große Menge an Zusatzmaterial hin, die für diese Waffen - teils von den Soldaten selber, teils von den Waffenfirmen nach den Erfahrungen des Grabenkriegs - gefertigt wurden: Pistolen mit kleinen Klappbajonetten o.ä. Ich habe mal ein Bild einer Luger P08 mit Schulterstütze und Trommelmagazin im Anhang.
     

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  8. Abenteurer

    Abenteurer Neues Mitglied

    Die erste Maschinenpistole in dem Sinne war das ital. Villar Perosa MG das später von den Österreicher unter den Namen Sturmpistole 18 nachgebaut wurde.

    Hier mal ein Link zu Wikipedia Villar-Perosa M1915 ? Wikipedia
     
  9. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Die Mauser C 96 war tatsächlich eine sehr gute Pistole, die eine enorme Durchschlagskraft besaß. Winston Churchill trug eine beim Sudanfeldzug Kitchners. In der Zeit der Russischen Revolution war die Mauser bei den Kommissaren sehr beliebt. "Das Wort hat der Genosse Mauser" lautete ein Spruch aus dieser Zeit. Später wurde für die Sowjetunion die Mauser Bolo gefertigt, einige dieser Waffen konnten manuell auf Dauerfeuer geschaltet werden, so dass die Pistole wie eine vollautomatische Waffe feuern konnte.
     
  10. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

     
  11. Abenteurer

    Abenteurer Neues Mitglied

    ja war ja auch als solches gedacht doch der Einsatz als "Maschinenpistole" im Grabenkampf war doch effektiver. Ich würde es als so eine Art Zwischending bezeichnen aber mehr in Richtung MP.
    Gruss
     
  12. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Die erste Maschinenpistole war die MPi Villar Perosa, das Ding taugte allerdings nicht viel. Die erste einsatzfähige Maschinenpistole konstruierte Hugo Schmeißer, die MPi18. 1917 konstruiert, kam sie 1918 in größeren Stückzahlen heraus. Von den 50000 bestellten konnten bis Kriegsende allerdings nur knapp 10000 hergestellt werden. Hugo Schmeißer konstruierte später auch den Maschinenkarabiner 44, das erste Sturmgewehr mit Kurzpatrone.
    Technische Daten der MPi18:
    Kaliber: 9 mm Parabellum
    Länge: 815 mm
    Lauflänge: 200 mm
    Gewicht geladen: 5,25 kg
    Magazin: Trommel 32 Patronen, später Stangenmagazin mit 20 bzw. 32 Patronen
    Schußfolge: 400 Schuß pro Minute
    Mündungsgeschwindigkeit: 365 m/s
    MPi18.jpg
     
  13. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Vielen Dank für die Info. Dieser Aspekt des Ersten Weltkrieges war mir tatsächlich so nicht bekannt.

    Die Villar-Perosa ist tatsächlich ein Zwischending zwischen Maschinenpistole und MG, heute würde man sie wahrscheinlich als leichtes Maschinengewehr (LMG) einstufen. Wenn man von leichten MGs ausgeht, gebührt die Ehre der ersten wirklich tragbaren Maschinenwaffe eindeutig dem Madsen-Maschinengewehr, das bereits 1903 entwickelt wurde und bis heute verwendet wird. Mit seinen 9 kg ist sie mit Sicherheit auch bedingt als MP einzusetzen, das Gewicht entspricht in etwa dem Browning BAR, das ja auch Baujahr 1918 ist. Die GIs benutzten diese Waffe meist eher wie eine MP als wie eine leichte Schwerpunktwaffe. Anbei noch der Link zur Madsen:

    Madsen (Waffe) ? Wikipedia
     
  14. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich habe dieses "Seitengewehr", so wurde es bei der NVA genannt recht oft benutzt. An der oberen Seite hatte es eine Säge und in Verbindung mit der Hülle war es eine gute Drahtschere.
    Bei Übungen, wenn ich das Zelt des Divisonschefs bewachen musste, sollte ich immer das blanke aufsetzen. Scharfe Munition gabs ja da nicht.
    Aber das hat auch Eindruck gemacht.
     
  15. Friedrich II.

    Friedrich II. Neues Mitglied

    Irgendwie sieht dieses Gewehr für mich wie das aus, dass von den Russen während der Belagerung von Leningrad hergestellt wurde, im 2. WK! kann das sein?
     
  16. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Die MPi18 ähnelt auf den ersten Blick tatsächlich ein bißchen der PPSch-41 von Schpagin falls du die meinst. Ich wüßte leider auf Anhieb keine russischen Maschinenpistole, die nur für die Belagerung von Leningrad hergestellt wurde. Der MPi18 noch ähnlicher sind die eher unbekannten russichen Maschinenpistolen PPD-34/38 und die PPD-40, die aber letztendlich beide von der Schpagin-MP verdrängt wurden.

    Da bisher noch kein Bild von der Villar-Perosa M1915 aufgetaucht ist, hänge ich eines an. Außerdem jeweils ein Bild von der PPSch-41, der PPD-34 und der PPD-40 in dieser Reihenfolge.
     

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  17. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Ich hänge auch hier mal noch 2 Bilder an; einmal ein deutsches Bajonett 98/05 von 1905 für das Gewehr 98 und dasjenige für die AK-47 das Flo erwähnte zum Vergleich.
     

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  18. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Da sind Welten dazwischen - welchen Grund hat es, nun nur eine kurze Klinge zu verwenden? Liegt es an einer møglichen Hemmschwelle, ein langes Bajonett einzusetzen? Ich kann/mag mir kaum vorstellen, mit so einem Mørdergeræt zuzustechen...

    Gruss, muheijo
     
  19. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ein Grund für die längere Klinge könnte gewesen sein, dass früher auch noch mit dem Säbel gekämpft wurde, um den besser abwehren zu können. Die Pickelhaube war ja auch so gedacht, dass sie Säbelhiebe vom Kopf wegleiten sollte.
     
  20. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Da ist wohl ein Anpassungsprozess vor sich gegangen. Lange Bajonette an langen Musketen in der Zeit, als man noch im Karree auf die Kavallerie wartete (Napoleon) bis hin zu kurzen Bajonetten an kurzen Sturmgewehren heute.

    Der erste Weltkrieg mit seinen Grabenkämpfen auf engem Raum musste diese Erfahrung erstmal vermitteln. Ich besitze ein britisches Seitengewehr von 1917, mit Griff misst es einen halben Meter (!) - beeindruckend, aber völlig untauglich im Schützengraben

    Kommissköppe sind bekanntlich konservativ...
     
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